10.11.2015

Pressemitteilung Verleihung des Ehrentitels „Altlandrat“ an Roland Schwing

Im Beisein zahlreicher Ehrengäste, Kreisräte, ehemaliger Wegbegleiter und seiner Familie wurde dem langjährigen Landrat des Landkreises Miltenberg, Roland Schwing, am Montag von seinem Amtsnachfolger Jens Marco Scherf der Ehrentitel „Altlandrat“ verliehen. Der Ehrung war ein von Kreisrätin Claudia Kappes im Einvernehmen mit allen Fraktionen formulierter Antrag vorausgegangen, der einstimmig im Kreistag verabschiedet wurde.

Roland Schwing, vom 1. November 1986 bis zum 30. April 2014 Landrat des Landkreises Miltenberg, sei es mit Dynamik, stets zielorientierter und positiver Einstellung sowie wirtschaftlichem Weitblick gelungen, wichtige Weichenstellungen vorzunehmen, so Landrat Scherf in seiner Laudatio. Ein großes Anliegen Schwings sei die Sicherstellung einer leistungsfähigen Infrastruktur gewesen, er wies auf den Bau der Mainbrücke bei Niedernberg hin, ebenso auf Schwings Einsatz für die Verwirklichung der Umgehung Miltenberg. Früh habe Schwing die Notwendigkeit einer leistungsfähigen Breitbandversorgung erkannt und mit den Kommunen die Grundlage für den derzeit erfolgenden Ausbau gelegt, lobte Scherf.
„Die stete Weiterentwicklung des Bildungsstandortes Landkreis Miltenberg war ein unverzichtbarer Bestandteil von Roland Schwings ganzheitlicher Wirtschaftspolitik“, sagte der Landrat, als er unter anderem auf die Erweiterung des Elsenfelder Schulzentrums hinwies. Mit der Veräußerung der Krankenhäuser sei Schwing seiner Linie gefolgt, „dass sich der Landkreis lediglich um Dinge kümmern muss, die nur unbedingt von ihm selbst zu erfüllen sind, wenn andere diese effizienter erledigen können.“

Auch die Bildung übergreifender Netzwerke und Zusammenschlüsse habe Schwing konsequent umgesetzt, resümierte der Landrat und nannte unter anderem die Gründung des ZENTEC, die Mitgliedschaft des Landkreises im Wirtschaftsförderverein FrankfurtRheinMain und in der FrankfurtRheinMain-Marketing GmbH. Schwing sei es auch gelungen, den „schlafenden Riesen“ Tourismus zu wecken und mit dem Wechsel der Geschäftsstelle von Spessart-Mainland in den Landkreis Miltenberg Weichen gestellt.

Auch innerhalb des Landratsamts habe Roland Schwing Spuren hinterlassen, wies Scherf auf den Umbau der Behörde zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen hin. Überörtlich habe Schwing ebenfalls gearbeitet: Neben seiner langjährigen Tätigkeit im Innovationsring des Deutschen Landkreistages sei er 1997 zum Leiter des Bayerischen Innovationsrings für Landratsämter berufen worden. 1993 sei er Gründungsmitglied des Innovationsringes „Kreisverwaltung der Zukunft“ des Deutschen Landkreistages und der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer gewesen, 1996 Leiter des Projektes „Verwaltungsreform“ des Bayerischen Landkreistages in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium des Innern und Initiator des Bayerischen Innovationsringes.

Unter den vielfältigen Leistungen Schwings, die Scherf nur in Auszügen aufzählen konnte, hob er die „Stiftung Altenhilfe “ hervor. Die auf Schwings Initiative entstandene Kooperation des Landkreises mit den Kommunen habe bislang über eine Million Euro für die ambulanten, stationären und teilstationären Alteneinrichtungen im Landkreis Miltenberg gespendet.
Schwing habe für seine großartige Arbeit bereits mehrere Auszeichnungen bekommen, zählte Scherf auf: So ist er seit dem Jahr 2000 Träger des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, ebenso bekam er die Kommunale Verdienstmedaille in Silber und in Gold sowie den Bayerischer Verdienstorden. Nun kommt eine weitere Ehrung dazu: Scherf verlieh die Ehrenbezeichnung Altlandrat und überreichte unter lang anhaltendem Applaus die entsprechende Urkunde des Landkreises.
Einen besonderen Dank richtete Landrat Scherf an Renate Schwing: „Herausragende Leistungen in einem öffentlichen Amt sind immer eine Teamleistung!“, hob er die stete Unterstützung von Roland Schwing durch seine Ehefrau hervor und dankte ihr mit einem Blumenstrauß.

Christian Bernreiter, Präsident des Bayerischen Landkreistags, bescheinigte Schwing, stets klare Vorstellungen gehabt und dafür harte Arbeit und Widerstand in Kauf genommen zu haben. „Kurzfristige Show und schneller Jubel waren nicht deine Beweggründe, sondern fundierte, solide Arbeit, und damit eine nachhaltige Zukunftsgestaltung bei gleichzeitig geordneten Finanzen“, sagte er. Besonders bei der Optimierung von Verwaltungsleistungen habe sich Schwing Verdienste erworben, etwa als Leiter des Bayerischen Innovationsrings seit der Gründung 1997 bis 2014. Mit dem Landkreis Miltenberg sei er 1994 sogar Gründungsmitglied des Deutschen Innovationsrings gewesen und habe diesem von 2011 bis 2014 vorgestanden. Darüber hinaus sei Schwing von 2002 bis 2014 erster Vizepräsident des Bayerischen Landkreistages gewesen, über zwölf Jahre lang habe er den Verband im Präsidium des Deutschen Landkreistages erfolgreich vertreten. Zweimal habe Schwing den Landkreistag sogar geschäftsführend geleitet. „Du hast Maßstäbe gesetzt für das Amt eines Landrats und eines verantwortlichen Vertreters im Bayerischen Landkreistag“, schloss Bernreiter.

Aschaffenburgs Landrat Dr. Ulrich Reuter ging vor allem auf die erfolgreiche Kooperation von Stadt und Landkreis Aschaffenburg und Landkreis Miltenberg ein. Schwing habe die Entwicklung der Region maßgeblich mitgestaltet, sagte Reuter. „Wir haben fast ausnahmslos eine Sprache gesprochen“, erinnerte sich Reuter an den engen Schulterschluss der Gebietskörperschaften. „Das ist nur mit verlässlichen Partnern möglich“, meinte er und hob Erfolgsgeschichten wie den regionalen Nahverkehrsbeauftragten, die Hochschule Aschaffenburg, das Energie- und Klimakonzept, ZENTEC und das Regionalmarketing hervor.

Hermann-Josef Eck, 18 Jahre lang Stellvertreter von Roland Schwing im Amt des Landrats, bescheinigte dem Altlandrat, dass dieser sich nie gescheut habe, große und unlösbar erscheinende Aufgaben anzugehen und auch zu lösen. Als Roland Schwing auf die politische Bühne getreten sei, habe man schon erahnen können, „dass ein großes politisches Talent heranreift.“ Schwing habe gleich zu Beginn seiner Amtszeit schwere Aufgaben in Angriff genommen – etwa den Bau der Kreismülldeponie in Guggenberg. Zentrale Bedeutung habe für Schwing die Entwicklung des Landratsamts zur Dienstleistungsbehörde gehabt, erinnerte sich Eck. Auch habe er sich für den Ausbau der Verkehrsachse B469 erfolgreich engagiert und mit dem Bau des „blauen Wunders“ bei Niedernberg eine wichtige Verkehrsverbindung geschaffen.

Achim Brötel, Landrat des Kreises Neckar-Odenwald, hob die länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen Miltenberg, Neckar-Odenwald und Odenwald hervor, die seit 1998 gelebt werde. Daraus seien wichtige Vorhaben hervorgegangen, wies er unter anderem auf die Drei-Länder-Radtour und den Ausbau der Straße zwischen Buch und Mudau hin. Er, Brötel, habe Schwing immer als „zupackend, pragmatisch und immer geradlinig“ erlebt. Wie alle Redner zuvor, hob auch er die wichtige Rolle von Schwings Frau Renate hervor. Die habe ihm nicht nur zuhause stets den Rücken freigehalten, sondern sei auch mit ihrem Mann bei vielen Terminen unterwegs gewesen.

Roland Schwing fühlte sich von der Auszeichnung geehrt, auch wenn er mit dem Titel Altlandrat Probleme habe. Denn, so Schwing, „eigentlich fühle ich mich wie 40.“ Er bezeichnete die unkomplizierte Zusammenarbeit mit allen politisch Tätigen als Basis für die Entwicklung einer erfolgreichen Region. Für ihn seien die Gründung der Stiftung Altenhilfe, die flächendeckende Einführung der Jugendsozialarbeit, die Schulbauprogramme und die Entwicklung des Landkreises zu einem Sport- und Kulturlandkreis wichtig gewesen. Er habe immer über den Tellerrand hinausgeschaut, sagte er, „ich habe immer in Regionen gedacht.“ Im Kreistag habe man stets „gut, kritisch und konstruktiv zusammengearbeitet.“ Er erinnere sich auch gerne an die hochmotivierte Mannschaft im Landratsamt und seine stets loyalen Stellvertreter. Nun sei es an der Zeit, sich um Frau, Kinder und Enkelkinder zu kümmern.

Die musikalische Umrahmung des Abends, dem sich ein Empfang anschloss, übernahm das Gitarrenduo Florian Brettschneider und Tom Hofmann.

Im Kreise der Redner zeigen Landrat Jens Marco Scherf und Altlandrat Roland Schwing die Ernennungsurkunde zum Altlandrat. Das Bild zeigt (von links): Dr. Ulrich Reuter, Christian Bernreiter, Roland Schwing, Jens Marco Scherf, Hermann-Josef Eck und Dr. Achim Brötel.
Im Kreise der Redner zeigen Landrat Jens Marco Scherf und Altlandrat Roland Schwing die Ernennungsurkunde zum Altlandrat. Das Bild zeigt (von links): Dr. Ulrich Reuter, Christian Bernreiter, Roland Schwing, Jens Marco Scherf, Hermann-Josef Eck und Dr. Achim Brötel.

© 2011 Landratsamt Miltenberg | Brückenstr. 2 | 63897 Miltenberg | Tel: 09371 501-0
Fernwartung