22.09.2015

Pressemitteilung Kalenderwanderung September: Auf den Mainhöhen

Am Sonntag, 27. September, laden der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und die OWK-Ortsgruppe Affolterbach zu einer gemeinsamen Wanderung auf den Mainhöhen ein. Ausgangspunkt ist der Miltenberger Stadtteil Wenschdorf.

Die Anfänge von Wenschdorf sind spekulativ. Ausgehend von den Ringwällen auf dem Greinberg und dem Bürgstadter Berg kann man auf keltische Siedlungen schließen. Nach 150 n.Chr. verliefen der Limes und die alte Römerstraße über die Gemarkung von Wenschdorf. Um 800 soll Karl der Große Angehörige eines westslawischen Volksstammes, die Wenden, in diesem Gebiet angesiedelt haben. Danach waren die Franken und Kurmainz die Herren von Wenschdorf. So dürfte der Siedlungsbeginn wesentlich früher eingesetzt haben als die urkundliche Ersterwähnung aus dem Jahre 1365, aus der hervorgeht, dass der Mainzer Erzbischof Vogt und Richter des Dorfes war. Ältestes Gebäude des Ortes ist die Kirche St. Vitus, die als Wehrkirche errichtet wurde und von einer wuchtigen Sandsteinmauer umgeben war. Der Bau des heutigen Langhauses wurde in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts durchgeführt. 1864 erfolgte der Neubau des Turmes und 1921 wurde die Sakristei angebaut. Wenschdorf ist bis heute von der Land- und Forstwirtschaft geprägt, wenn auch von den ehemals 17 landwirtschaftlichen Betrieben nur noch 2 im Haupterwerb übrig geblieben sind.

Von der Ortsmitte führt die Wanderung zunächst nach Monbrunn. Dieser Ort ist eine weit gestreute Bauernsiedlung mit prächtigen Hofreiten, die eine ländliche Idylle vergangener Tage ausstrahlen. Nächstes Wanderziel ist die Haag-Aussicht. Hier wurde zwischen 1890 und 1980 Sandstein abgebaut. Zeitweilig waren bis zu 100 Arbeiter in den Brüchen tätig. Von der Schutzhütte am Rande der Steinbrüche hat man eine herrliche Aussicht ins Maintal. Über den Wanderparkplatz "Seeboldsruhe" erreicht man dann Schippach. Die erste urkundliche Erwähnung dieses Dorfes findet sich in einer Urkunde von 1380, aus der hervorgeht, dass der Ort im Besitz der Rüdt von Collenberg war. 1491 verkauften diese das Dorf dem Mainzer Erzbischof. Nach Auflösung des Mainzer Kurstaates wechselte in rascher Folge die Herrschaft. 1803 kam Schippach zum Fürstentum Leiningen, 1806 wurde der Ort badisch, 1810 hessisch uns 1816 schließlich bayerisch. 1734 wurde eine schon ältere Kapelle durch einen Kirchenneubau ersetzt. Geweiht wurde sie dem hl. Wendelin, dem Patron der Hirten, Schäfer und Bauern. Die St. Wendelin-Verehrung der ländlichen Bevölkerung entsprang einem vitalen Überlebensinteresse. Krankheit, Unwetter, Viehseuchen u.ä. bedrohten die bäuerliche Existenz und veranlassten sie zu verschiedenen Frömmigkeitsformen wie die Aufstellung von Bildstöcken und Kreuzen in der Feldflur. Neben der eigenen Gesundheit galt die Sorge der Bauern den Tieren als wichtigste Existenzgrundlage.

Treffpunkt zu dieser Wanderung ist um 9:30 Uhr in 63897 Miltenberg-Wenschdorf, Ortsmitte - nahe dem Gasthof „Zum Hirschen“. Die Länge der Wanderung beträgt 15,0 km, die Wanderzeit ca. 4 3/4 Stunden.

Zur Mittagsrast ist Rucksackverpflegung vorgesehen. Schlussrast zur Kaffeezeit. Gäste willkommen.
Weitere Informationen unter www.owk-affolterbach.de ,Tel. 06207 7013 oder info@owk-affolterbach.de
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