04.05.2015

Pressemitteilung Landkreis fördert Sachkosten der Caritas-Asylsozialberatung

Der Landkreis Miltenberg wird die Sachkosten, die dem Caritasverband für die Asylsozialberatung der Flüchtlinge entstehen, vorläufig bis Ende 2020 fördern. Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Soziales beschloss am Mittwoch, zunächst für das Jahr 2015 20.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Wie hoch die Unterstützung in den Folgejahren sein wird, wird gesondert beschlossen.

Der Caritasverband nehme schon seit einigen Jahren die Asylsozialberatung im Landkreis wahr, erläuterte Manfred Vill, Leiter des Sozialamts. Er berichtete, dass der Caritasverband wegen des hohen Andrangs von Flüchtlingen die 1,25 rechnerischen Vollzeitkräfte im Jahr 2014 auf zurzeit 3,5 Stellen aufgestockt habe. Die Personalkosten würden vom Freistaat als freiwillige Leistung gefördert, diese Förderung decke aber nur 70 Prozent der tatsächlichen Kosten. Dennoch übernehme der Diözesancaritasverband die kompletten Personalkosten, lobte Vill. Bei den Sachkosten sehe es aber anders aus, denn der Freistaat fördere diese nicht. Andere Sozialhilfeträger in Unterfranken förderten diese Kosten schon lange, wusste Vill. Eine Förderung von 20.000 Euro beispielsweise würde die Sachkosten der Caritas etwa zur Hälfte decken. Damit erkenne man zum einen die großzügige Personalfinanzierung des Caritasverbands und die sehr gute Arbeit der Caritas-Mitarbeiter an. Dieser Auffassung schloss sich das Gremium einstimmig an.

Wolfgang Härtel, Leiter des Caritas-Asylsozialberatungsteams, berichtete von derzeit 557 betreuten Asylbewerbern im Landkreis. Die Zahl ändere sich ständig, sagte Härtel, der auch auf die allgemeine Flüchtlingssituation hinwies und bezweifelte, dass der Trend schnell nachlässt. In Relation müsse man sehen, dass während des Bürgerkriegs in Jugoslawien im Jahr 1992 in Deutschland 438.191 Asylanträge bearbeitet worden seien – im Jahr 2014 seien es 202.834 gewesen. Härtel listete die Unterkünfte im Landkreis auf und stellte die Arbeit seines Teams vor, das nicht nur direkte Gespräche mit den Flüchtlingen führt, sondern auch Netzwerk- und Aufklärungsarbeit leistet. Sein Team helfe den Asylbewerbern bei der Alltagsbewältigung in einem für sie fremden Land und biete ihnen Orientierung in der neuen Umgebung. Die Mitarbeiter intervenierten aber auch bei Krisen, begleiteten traumatisierte Klienten und vermittelten Asylbewerber an Fachdienste. Einen Teil der Arbeit nehme auch die Information und die Beratung über das Asylverfahren ein, ergänzte Härtel. Das Team der Flüchtlingsberatung halte den Kontakt zu allen Behörden und den örtlichen Einrichtungen wie Rathäuser, Schulen und Kindergärten. Darüber hinaus informiere man die Bevölkerung, betreue Ehrenamtliche und bilde diese auch fort.

Landrat Jens Marco Scherf lobte ebenfalls die sehr gute und wichtige Arbeit der Flüchtlingsberatung und zeigte sich sehr glücklich über die positive Stimmung in der Bevölkerung und den hohen ehrenamtlichen Einsatz der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis. Scherf informierte darüber hinaus über die Situation der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge sowie die geplante Ausbildungsoffensive für junge Flüchtlinge.
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