22.06.2015

Pressemitteilung Westfrankenbahn-Geschäftsleiter Kollai stellt sich vor

Mit großem Interesse hat der Kreistag am Donnerstag die Ausführungen des neuen Geschäftsleiters der Westfrankenbahn, Denis Kollai, zu den geplanten Investitionen der Westfrankenbahn zur Kenntnis genommen. Kollai war vor einigen Monaten auf den damaligen Geschäftsführer Gerd Hutterer gefolgt, der Kollai zufolge erkrankt ist.

Kollai stellte zunächst die neue Geschäftsleitung vor, die neben ihm aus Boris Hayrapetian und Markus Hoffmann besteht. Er stellte zudem klar, dass die Westfrankenbahn in zwei Betriebe untergliedert ist – die Infrastruktur GmbH und die Verkehrs GmbH. Das Unternehmen fahre pro Jahr rund 3,3 Millionen Zugkilometer auf einer Streckenlänge von 371 Kilometern. Den aktuellen Mitarbeiterstand bezifferte er auf 329. Erfreulich sei, dass die Westfrankenbahn die Ausschreibung für die Verkehrsleistungen der Kahlgrundbahn gewonnen habe; der Betrieb werde zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 beginnen.

Wie Kollai weiter sagte, werde zurzeit der Übergangsvertrag verhandelt, der die Leistungen im Netz der Westfrankenbahn von Dezember 2016 bis Dezember 2019 umfasst. Hier habe die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) die Verhandlungshoheit – sowohl für Baden-Württemberg als auch für Bayern. Der große Verkehrsvertrag, der von Dezember 2019 an für zehn oder 15 Jahre gelten soll, werde ebenfalls von der NVBW verhandelt.

Kollai gab anschließend einen Überblick der geplanten Investitionen. Unter anderem nannte er den Weicheneinbau in Aschaffenburg-Süd, durch den ein zweigleisiger Abschnitt entsteht, der verkehrstechnische Vorteile bringe. In Kleinwallstadt werde der Hausbahnsteig verlängert und aufgehöht, in Klingenberg sei ein Bahnsteigneubau in Z-Anordnung geplant, dazu ein höhengleicher Reisendenübergang mit Anschluss an den Stadtteil Trennfurt. Die Arbeiten würden Ende September beginnen und bis Mitte November dauern. In Schneeberg werde von Mitte August bis Mitte November der vorhandene Bahnsteig rückgebaut und neu sowie stufenfrei errichtet, darüber hinaus werde die Unterführung saniert. In Faulbach werde zurzeit der Bahnsteig erhöht, auch die Erneuerung der Beleuchtung sei geplant. Der Neubau der Beleuchtung in Collenberg sei noch in diesem Jahr vorgesehen.

Die Erneuerung des Hausbahnsteigs und der Neubau des Mittelbahnsteigs in Kleinheubach werde 2015 nicht mehr klappen, bedauerte Kollai, sondern erst im neuen Jahr. In Sachen Bahnhof Obernburg-Elsenfeld sei man zurzeit noch in der Abstimmung mit allen Beteiligten, sagte der Geschäftsleiter, für den barrierefreien Ausbau des Miltenberger Bahnhofs hoffe man auf finanzielle Mittel aus dem Zukunftsprogramm des Bundes. Unterstützung bekomme man hier auf Initiative von Landrat Jens Marco Scherf von den Bundestagsabgeordneten Bernd Rützel und Alexander Hoffmann. In Miltenberg habe man aber für 260.000 Euro mittlerweile ein Fahrgastinformationssystem errichtet.

Kollai nahm anschließend mehrere Anregungen aus Reihen des Kreistags mit, beispielsweise zur barrierefreien Umgestaltung von Bahnsteigen oder dem Bau einer Unterführung in Kleinheubach. Dem Vorschlag, Fahrkartenautomaten in den Zügen zu bereit zu stellen, erteilte Kollai eine Absage. Auch wenn die Automaten an den Bahnhöfen nicht vor Vandalismus sicher seien, so sei die Gefahr von mutwilligen Beschädigungen im Zug deutlich höher, so Kollai.
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