11.12.2019

Pressemitteilung Madonnenlandbahn muss schneller werden

Es gibt Möglichkeiten, die Madonnenlandbahn zu ertüchtigen und somit für die Fahrgäste attraktiver zu gestalten. Das geht aus der Potenzialanalyse hervor, die das Beratungs- und Softwareunternehmen SMA am Montag dem Kreisausschuss vorlegte.

Bezahlt vom Freistaat Bayern, der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg sowie den Landkreisen Neckar-Odenwald und Miltenberg, legt die Untersuchung dar, welche Möglichkeiten sich anbieten. Marten Maier (SMA) stellte zunächst die Ausgangslage, die Rahmenbedingungen sowie die Methodik vor, ehe er sich mit dem Potenzial der Strecke beschäftigte und das Jahr 2030 als Zielhorizont nannte. Am wichtigsten sei es, die Strecke soweit zu ertüchtigen, dass die Fahrzeit zwischen Miltenberg und Seckach von derzeit knapp einer Stunde auf eine Dreiviertelstunde sinkt. Das sei mit zwei Maßnahmen zu erreichen, so Maier: Zum einen müsse man mehrere Bahnübergänge technisch sichern, zum anderen müsse man die Strecke durchgehend oder zumindest abschnittsweise so ausbauen, dass die Züge Tempo 80 fahren können. Es müsse gelingen, die Strecke zwischen Miltenberg und Walldürn vier Minuten schneller zu fahren als zurzeit, zeigte Maier mit einer Fahrplananalyse auf.

Als Voraussetzung für die Umsetzung dieser Maßnahmen nannte Maier die Elektrifizierung der Maintalbahn zwischen Aschaffenburg und Miltenberg. Südlich von Walldürn müsse man das Verkehrsangebot ausweiten, um schnelle Verbindungen nach Mosbach und Osterburken zu gewährleisten – entweder mit einer Verlängerung der Madonnenlandbahn, der Verlängerung der S-Bahnlinie 2 oder zusätzlichen Buslinien.

„Wenn nichts getan wird, werden die Fahrgastzahlen abnehmen“, wurde Maier deutlich. Auch wenn es bis zur Elektrifizierung noch einige Jahre dauern wird, so könne man schon kurzfristig etwas tun – etwa die Bahnübergangssicherungen schnellstmöglich planen und umsetzen. Wichtig für den optimalen Anschluss der Madonnenlandbahn sei zudem, dass der Bahnhof Miltenberg als sogenannter Nullknoten fungiert – das heißt, dass die Züge aus jeder Richtung kurz vor der vollen Stunde in Miltenberg ankommen und kurz nach der vollen Stunde in jede Richtung abfahren.

Da der Fachmann bei seiner Studie vom Einsatz von Dieseltriebzügen ausging, entspann sich eine Diskussion, ob man nicht Wasserstofftriebwagen einsetzen könnte. Deren Einsatz werde laut Informationen des Landrats in Mühldorf getestet, sei aber auch für bergige und steile Strecken im Allgäu vorgesehen.
Das Gremium befasste sich zudem mit einem Antrag der Freien Wähler. Die forderten, der Kreistag möge die Elektrifizierung der Maintalbahn unterstützen, da diese noch nicht in trockenen Tüchern sei. Gefordert wurde die Einführung von Wasserstoffzu¨gen als Ersatz fu¨r die Dieselzu¨ge – sowohl auf der Hauptstrecke bis zur Elektrifizierung wie auch dauerhaft auf den Strecken Miltenberg - Wertheim und Miltenberg – Seckach. Weiter forderten die Freien Wähler eine länderübergreifende Machbarkeitsstudie zum konzeptionellen Einsatz aller Zugtechnologien unter finanzieller Beteiligung des Freistaates, für die der Landrat bei den benachbarten Landkreisen um Unterstützung werben soll. Nach kurzer Diskussion sprach sich der Kreisausschuss einstimmig dafür aus, dass die Kreisverwaltung mit Nachdruck die Elektrifizierung der Maintalbahn zwischen Aschaffenburg und Miltenberg unterstützen wird. Zudem wird sie die Umstellung des Betriebs auf den Eisenbahnstrecken im südlichen Landkreis hin zu einem emissionsfreien Antrieb begleiten und über den Fortgang berichten.
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