11.03.2015

Pressemitteilung Erneuerbare Energien: Gute Entwicklung im Landkreis

Marc Gasper, Leiter der Energieagentur Bayerischer Untermain, hat im Ausschuss für Energie, Natur und Umweltschutz den Sachstand bei den erneuerbaren Energien dargestellt. Dabei ging er auch auf mehrere Anträge der Freien Wähler ein, die laut dem Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler, Hans Jürgen Fahn, Impulse setzen sollen.

Gasper bezifferte die erneuerbare Stromproduktion aus EEG-Anlagen in der Region Bayerischer Untermain im vergangenen Jahr auf 444.157 Megawattstunden (MWh) und bezog sich dabei auf öffentlich verfügbare Daten aus den EEG-Meldungen. Dies entspreche einem Anteil von etwa 14 Prozent am gesamten Stromverbrauch der Region. Die größten erneuerbaren Strommengen würden in Biogasanlagen erzeugt (152.666 MWh), gefolgt von Sonne (135.489 MWh) und Wasserkraft (130.246 MWh). Gasper stellte diese Zahlen dem Stromszenario im Integrierten Energie- und Klimakonzept gegenüber, in dem –ausgehend von zwölf Prozent Anteil erneuerbarer Energien im Jahr 2009 – der Anteil bis auf 53 Prozent im Jahr 2030 steigen soll. Der gesamte Stromverbrauch soll bis 2030 um 20 Prozent reduziert werden. Bezogen auf den Landkreis Miltenberg, sprach Gasper von aktuell 24 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien gegenüber 19 Prozent im Jahr 2009. „Das ist eine ganz gute Entwicklung“, sagte er. Der Anteil der aus erneuerbaren Energien erzeugten Wärme soll von sieben Prozent (2009) auf 25 Prozent im Jahr 2030 steigen; im gleichen Zeitraum soll der Wärmeverbrauch um 40 Prozent sinken.

Ein von den Freien Wählern formuliertes Ziel, die Region zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien mit Strom zu versorgen, beurteilte Gasper skeptisch. Er geht weiterhin von den im Energie- und Klimakonzept ermittelten möglichen 88 Prozent aus. Den Vorschlag der Freien Wähler, konkrete Einsparziele für Haushalte, öffentliche Verwaltung und Wirtschaft zu benennen, beurteilten Gasper und Landrat Jens Marco Scherf als unrealistisch. Es sei schwer, Einfluss auf die privaten Haushalte zu nehmen, sagte Scherf, man könne nur versuchen, Privatleute so gut wie möglich energetisch zu beraten. Die Wirtschaft rechne in Sachen Energie bereits jetzt knallhart und investiere, ergänzte der Landrat. Die öffentliche Verwaltung habe bereits jetzt Vorbildfunktion, antwortete Kreisbaumeister Andreas Wosnik auf einen Vorschlag der Freien Wähler, diesen Punkt in den Leitsätzen des Konzepts zu ergänzen. Wosnik verwies auf die Sanierungen der Gymnasien in Miltenberg und Erlenbach, bei denen die energiesparende Bauweise umgesetzt werde. Zu der von den Freien Wählern geforderten Einfügung von Zwischenzielen in das Konzept sagte Marc Gasper, dass die Energiewerte ständig überprüft würden. Für dieses Jahr kündigte er die erste Fortschreibung mit aktuellen Zahlen an. Die Bildungseinrichtungen seien in das Konzept bereits einbezogen, antwortete Gasper auf einen gleichlautenden Vorschlag der Freien Wähler und nannte Aktionen wie Ökoprofit für Schulen, Malwettbewerbe und Aktionen der Klimaschutzmanager.

Gasper ging am Ende seines Vortrags kurz auf aktuelle Schwerpunktthemen ein und nannte unter anderem die Fortführung der regionalen Solarinitiative „500 Dächer“, die Umsetzung des regionalen Solarpotenzialkatasters, die Planung der Klimatage 2015, eine Pilotveranstaltung „Bau- und Sanierungstag“, die Gartenschau in Alzenau und den Ausbau der stationären Energieberatung. Eine aus dem Gremium gewünschte Fortschreibung des Energiekonzeptes, speziell für die Belange des Landkreises, will der Landrat mit der Energieagentur besprechen. Ein Kreisrat forderte zudem, die Zukunft der Biogasanlagen nicht aus den Augen zu verlieren.

Nach einer kurzen Diskussion stand für Landrat Jens Marco Scherf am Ende fest: „Es tut sich Einiges.“ Die Energieagentur arbeite gut, lobte der Landrat, der sich aber eine positivere Wahrnehmung der Tätigkeit der Agentur wünscht.
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