06.10.2015

Pressemitteilung Rettungswagen Amorbach am Wochenende rund um die Uhr einsatzbereit

Große Freude im bayerischen Odenwald: Seit dem 1. Oktober ist der Stellplatz des Rettungswagens in Amorbach auch an den Wochenenden besetzt.

Gemeinsam mit Landrat Jens Marco Scherf, dem Landtagsabgeordneten Berthold Rüth, Kreisbrandrat Meinrad Lebold, den Bürgermeistern der Umlandkommunen, Vertretern des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung und der Integrierten Leitstelle Aschaffenburg sowie zahlreichen Haupt- und Ehrenamtlichen des Roten Kreuzes freute sich der Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands, Edwin Pfeifer, am Freitag über diesen weiteren Schritt in Richtung einer besseren Versorgung der Menschen in der Region.

Pfeifer führte aus, dass auch dank des Einsatzes von Landrat Jens Marco Scherf eine Nachbegutachtung erfolgt sei, in deren Folge nun die Vorhaltezeiten des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes erweitert worden seien. Nach der Begutachtung durch das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement sei das BRK im April 2015 vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung mit der Umsetzung der neuen Vorhaltezeiten am Standort Amorbach beauftragt worden. Nach einem halben Jahr Planung und Vorbereitung habe man am 1. Oktober die neuen Betriebszeiten umsetzen können.

Wie Pfeifer sagte, sei der Rettungswagen bislang täglich von 8 bis 19 Uhr in Bereitschaft gewesen –insgesamt 77 Stunden pro Woche. Seit 1. Oktober seien es 118 Wochenstunden, rund 50 Prozent mehr als bisher: von Montag bis Donnerstag jeweils von 8 bis 22 Uhr, von Freitag, 8 Uhr, an durchgehend bis Sonntagabend, 22 Uhr. Den Standort Amorbach habe man für insgesamt 20.000 Euro umgebaut, damit die Mitarbeiter auch ordentliche Rahmenbedingungen vorfinden, sagte der BRK-Geschäftsführer. In Amorbach befinde sich zwar offiziell „nur“ ein Stellplatz, aber das Gebäude erfülle den Standard einer Rettungswache, stellte er fest. Das BRK sei im Landkreis an allen Standorten gut ausgestattet, um den Erfordernissen des Rettungsdienstes gerecht zu werden, so Pfeifer. Als sehr positiv empfand er auch den seit 1. Oktober geltenden interdisziplinären Versorgungsnachweis IVENA. Dieser webbasierte Bettennachweis der Krankenhäuser in der Region lasse den Rettungsdienst schon früh erkennen, wo Betten zur Verfügung stehen.

Pfeifer wies weiter darauf hin, dass es bei gleichzeitig auftretenden Notfällen nicht möglich sei, alle Fälle von Hauptberuflichen abzusichern. Deshalb habe man ehrenamtliche Unterstützungsgruppen Rettungsdienst im Einsatz, die Einsatzspitzen abdecken würden. Die Ehrenamtlichen bereiteten sich ständig auf solche Einsätze vor, sagte Pfeifer und freute sich über 150 Helfer in 14 Helfer-vor-Ort-Gruppen. Der Geschäftsführer wies weiter darauf hin, dass das BRK mit 90 Helfern auch in der Erstaufnahmeeinrichtung in Miltenberg eingebunden sei und hier einen guten Teil zum Gelingen beitrage. Dazu kämen die Helfer der Schnelleinsatzgruppen, lobte Pfeifer.

Landrat Jens Marco Scherf erklärte, dass er im vergangenen Jahr sofort nach Bekanntwerden der Schließung der Notaufnahme am Krankenhaus Miltenberg im Landratsamt mit dem Sachgebiet Brand- und Katastrophenschutz und dem Kreisbrandrat eine Besprechung geführt und mit dem BRK sowie dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Kontakt aufgenommen habe. Ziel sei gewesen, das Einsatzgeschehen vom Standort Amorbach aus angesichts von nur einer Notaufnahme in Erlenbach zu betrachten. Der Zweckverband habe zunächst das Zahlenmaterial aufbereitet, mit dem das Institut für Notfallmedizin München eine Prognose des veränderten Einsatzbedarfs erstellt habe. Dass Handlungsbedarf herrschte, habe er, Scherf, aber bereits im November 2014 bei seinem Gemeindebesuch in Kirchzell erfahren, als Bürgermeister Stefan Schwab wie auch Alois Klemm (BRK) auf die Probleme bei der Bewältigung von medizinischen Notlagen im bayerischen Odenwald hingewiesen hätten. Nachdem das Gutachten Handlungsbedarf aufgezeigt habe, verbessere man mit der Erweiterung der Vorhaltezeiten aber nicht nur die Versorgung im Odenwald, sondern im gesamten Landkreis. Scherf dankte allen, die den Weg hierfür geebnet hatten, insbesondere dem BRK für das Leisten des Rettungsdienstes. Er hob zudem das ehrenamtliche Engagement der BRK-Mitarbeiter hervor und sagte: „Wir müssen uns bewusst machen, wie sehr wir auf das Ehrenamt angewiesen sind.“

Amorbachs Bürgermeister Peter Schmitt freute sich auch im Namen seiner Bürgermeisterkollegen über die Erweiterung der Vorhaltezeiten. „Dieser Tag strahlt Hoffnung und Zuversicht aus“, sagte er und sprach von einem „guten Tag für die Region und die Menschen, die hier leben.“ Wie sehr die Menschen die Gesundheit beschäftigt, könne man daran erkennen, dass dieses Thema in der Odenwald-Allianz höchste Priorität habe. Man müsse allerdings genau beobachten, wie sich der Einsatz der Rettungswagen für Krankentransporte auf die Notfallversorgung auswirke und gegebenenfalls nachjustieren. Auch der Landtagsabgeordnete Berthold Rüth, Vorsitzender der Enquête-Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern“, wies auf die Wichtigkeit hin, in allen Landesteilen eine gute Versorgung zu gewährleisten. „Wir können zufrieden sein, wie es hier läuft“, sagte er und wies auf seine Eindrücke bei vielen Besuchen in anderen Regionen Bayerns hin. Er dankte allen Mitarbeitern des Rettungsdienstes für deren hervorragende Arbeit, aber auch den Firmen, die ihre Mitarbeiter für Einsätze freistellen.

Am Ende stellte Jörg Kuhn (BRK) zudem Charleen Nowag, Max-Josef Balles und Samuel Breitenbach vor, die am 1. Oktober ihre Ausbildung zum Notfallsanitäter begonnen haben. 

Große Freude bei Landrat Jens Marco Scherf, Kreisbrandrat Meinrad Lebold, Bürgermeistern und allen am Rettungsdienst Beteiligten über die erweiterten Vorhaltezeiten am BRK-Standort Amorbach.
Große Freude bei Landrat Jens Marco Scherf, Kreisbrandrat Meinrad Lebold, Bürgermeistern und allen am Rettungsdienst Beteiligten über die erweiterten Vorhaltezeiten am BRK-Standort Amorbach.

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