18.05.2015

Pressemitteilung Sonderpädagogisches Förderzentrum im Blickpunkt

Ungewohntes Bild im großen Sitzungssaal des Landratsamts Miltenberg: Über 50 Eltern, Lehrer und Schüler der Dr.-Albert-Liebmann-Schule haben am Mittwoch der Sitzung des Kreisausschusses beigewohnt. Sie wollten wissen, welche Folgen die Einrichtung eines von der bayerischen Staatsregierung gewünschten sonderpädagogischen Förderzentrums mit den Förderschwerpunkten Lernen, emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache haben würde.

Mit der Einrichtung des Förderzentrums, in das die Dr.-Albert-Liebmann-Schule, die Janusz-Korczak-Schule und die Heinrich-Ernst-Stötzner-Schule einbezogen werden sollen, soll die Sonderpädagogik für die Zukunft aufgestellt werden.

Der Kreisausschuss habe laut Landrat Jens Marco Scherf ursprünglich nichtöffentlich über Vertragsdetails im Zusammenhang mit der Einrichtung des sonderpädagogischen Förderzentrums beraten wollen. Aufgrund des öffentlichen Interesses habe man aber entschieden, zunächst die aktuelle Situation öffentlich darzulegen. Vertragsdetails sollen erst zu einem späteren Zeitpunkt besprochen werden, so Scherf

Um Klarheit in die Angelegenheit zu bringen, nahmen mehrere Fachleute zum Vorhaben der Regierung von Unterfranken Stellung. Unisono betonten die Schulleiter Ulrike Hinterstein (Dr.-Albert-Liebmann-Schule), Franz Knauer (Janusz-Korczak-Schule), Friedrich Hermann (Heinrich-Ernst-Stötzner-Schule) sowie Thomas Sicheneder (Regierung von Unterfranken) und der Geschäftsführer der Caritas-Schulen gGmbH, Manfred Steigerwald, dass ein Förderzentrum nur Vorteile bringe.

Unter dem Dach eines solchen Zentrums ergäben sich deutlich höhere pädagogische Handlungsspielräume durch günstigere Bemessungszahlen bei der Versorgung mit Lehrerstunden und Lehrern. Das Zentrum leiste zudem einen unerlässlichen Beitrag zur Sicherstellung eines qualitativ vielfältigen pädagogischen Angebots für jedes Kind; auch vor dem Hintergrund der Inklusion. Darüber hinaus solle durch die Bündelung die Förderung jedes einzelnen Kindes verbessert werden, da erfahrungsgemäß der Förderbedarf eines Kindes nur sehr selten auf einen Bereich begrenzt sei. „Ich kann garantieren, dass die Förderung von Kindern mit sprachlichem Förderbedarf keinen Deut schlechter wird“, versprach Manfred Steigerwald. Klargestellt wurde auch, dass keine Schule, Außenstelle oder Gruppe geschlossen oder verlagert wird. Diese Ängste seien unberechtigt, so Steigerwald. Zudem berichtete er von sehr guten Erfahrungen mit anderen sonderpädagogischen Förderzentren in Unterfranken. Die Kinder würden die gleiche Förderung wie in einer reinen Sprachheilschule bekommen, versicherte er. Ulrike Hinterstein sprach von „einer großen Chance, viele professionelle Qualitäten unter einem Dach zu versammeln.“

Da der Landkreis Sachaufwandsträger der Korczak- und der Stötzner-Schule ist und an die Caritas-Schulen gGmbH eine Betriebskostenpauschale zahlt, ist er in das Verfahren eingebunden. Eine Entscheidung traf das Gremium am Mittwoch aber nicht, da die Schulen zunächst mit den Eltern ausführlich über die Einrichtung des sonderpädagogischen Förderzentrums reden sollen, machte Landrat Jens Marco Scherf klar. Diese Informationen seien bislang zu kurz gekommen, monierten auch einige Kreisräte, man müsse die Eltern auf diesen Weg mitnehmen. Auch der Kreistag werde in seiner nächsten Sitzung noch keinen Beschluss fassen, so Landrat Jens Marco Scherf: „Grundlage der Entscheidung zur Trägerschaft dürfe einzig und alleine sein, dass die Schülerinnen und Schüler optimal gefördert werden.“
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