03.02.2015

Pressemitteilung Bauamt will Verkehrsfluss auf B469 weiter verbessern

Norbert Biller, Leiter des Staatlichen Bauamts in Aschaffenburg, hat im Ausschuss für Bau und Verkehr am Donnerstag den Stand und die Planung der Verkehrsprojekte im Landkreis Miltenberg erläutert. Schwerpunkt dabei sind verschiedene Bauprojekte auf der verkehrlichen Hauptschlagader des Landkreises, der Bundesstraße 469.

So ist Biller zufolge die Ergänzung der Abbiegespur auf der B 469 an der Anschlussstelle Obernburg für 2015 geplant, aber auch der Bereich zwischen Obernburg-Nord und Stockstadt müsse verkehrlich ertüchtigt werden, um den Verkehrsfluss auf der von bis zu 40.890 Autos binnen 24 Stunden befahrenen Strecke zu verbessern. Eine Erschwernis dabei sei, dass man auch das Wasserschutzgebiet entlang einer längeren Strecke der B469 berücksichtigen müsse. Laut Biller sei nicht nur der Umbau des Knotens Großostheim geplant, sondern auch der in Großwallstadt. Zu überlegen sei, wie man die sogenannte „blaue Brücke“ in Niedernberg besser an die Bundesstraße anbinden könnte – zur Diskussion stünden ein Vollanschluss oder zwei Teilanschlüsse. Wie man die Verkehrssituation im Bereich Großwallstadt/Niedernberg insgesamt verbessert, werde man zusammen mit den Gemeinden diskutieren, sagte Biller, „aber entschieden ist noch nichts.“

Biller stellte auch einen Entwurf für den Anschluss von Laudenbach an die Bundesstraße 469 vor, der im Süden der Gemeinde realisiert werden soll. Als vorgesehene Lösung zeigte Biller einen Kreisverkehr auf, von dem aus das Ein- und Abbiegen auf die B 469 möglich sein soll. Im Bereich dieses Kreisverkehrs soll die Bundesstraße zweispurig verlaufen, der Verkehr soll sich dort verflechten. Mit dieser Planung habe man die Grundlage für eine später mögliche 2+1-Verkehrsführung gelegt, sagte Biller. Mit dem Bund werde diese Lösung im Frühjahr abgestimmt, die Vorentwurfsplanung dürfte bis 2016 stehen. Der Baudirektor rechnet mit Kosten von zehn Millionen Euro. Ebenfalls zehn Millionen Euro werde die Umgestaltung der Anschlussstelle Kleinheubach kosten, für die Biller noch in diesem Jahr Baurecht erwartet. Im Februar sei eine Erörterung geplant, in der es hauptsächlich darum gehen werde, den Verlauf der Radwege in diesem Bereich zu diskutieren. „Die Finanzierung ist aber noch völlig offen“, sagte Biller.

In Weilbach müsse man überlegen, was mit der sanierungsbedürftigen Brücke der Kreisstraße MIL6, über die der Verkehr aus dem Ort auf die Bundesstraße geführt wird, geschieht. In Frage komme auch die Umgestaltung der Kreuzung der B469 mit der MIL6 in Richtung Weckbach mit einem Kreisverkehr. Biller stellte zudem ein Gedankenspiel vor, am Ortsausgang von Weilbach in Richtung Amorbach auf der Kreisstraße MIL6 einen Anschluss über die sogenannte „Eselsbrücke“ auf die B469 zu bauen. Auf diese Weise wäre die Erschließung der Gemeinde für den Schwerlastverkehr sichergestellt und die Brücke im Ort könnte abgestuft werden. Einige Kilometer weiter wolle man einen höhenfreien Anschluss des Gewerbegebiets „Krummwiese“ in Amorbach auf die B469 herstellen. Hier müsse aber geprüft werden, ob ein Bau gemäß den FFH-Richtlinien möglich ist.

Biller sprach auch mögliche Ortsumfahrungen von Mömlingen und Schneeberg an. Diese Projekte müssten aber erst geprüft werden, sagte er, ehe er den Baubeginn der Ortsumfahrung von Sommerau für Herbst 2015 ankündigte. Dieses 4,9 Millionen Euro teure Projekt werde 2017 fertiggestellt sein. Für den Erhalt von Bauwerken (Richelbachbrücke Riedern, Elsavabrücke Rück, Gabelbachbrücke Kirchzell und Stützwand Stadtprozelten) plane man dieses Jahr 1,3 Millionen Euro ein, so Biller. Darüber hinaus seien diverse Deckenerneuerungen (Bürgstadt – Eichenbühl, Röllfeld – Großheubach) und der Ausbau der Ortsdurchfahrt Großheubach vorgesehen. Falls noch Geld da sei, werde man auch die Strecke Miltenberg – Wenschdorf sanieren, kündigte er an. Die Staatsstraße 2311 in Kirchzell sei 2016 an der Reihe, so Biller.

Für den Bau der Brücke in Kirschfurt erwartet Biller einen Vorentwurf bis März 2015, die Planfeststellung sei in den Jahren 2017/2018 möglich. Nach wie vor gelten aber der Ausbauplan Bayern (Brücke) und der Generalwegeverkehrsplan Baden-Württemberg (Tunnel Freudenberg), stellte Biller klar. Ein zweiter Brückenstandort in Collenberg sei nicht durchsetzbar, sagte der Baudirektor. Auch Landrat Jens Marco Scherf bat eindringlich darum, nicht jetzt über einen zweiten Brückenstandort zu diskutieren, sondern das Augenmerk auf den Bau der Brücke in Kirschfurt zu legen.

Wie Norbert Biller weiter sagte, sei auch der Bau der Brücke in Kleinwallstadt im Verbund mehrerer Kommunen in Sonderbaulast auf einem guten Weg. Für das 15-Millionen-Euro-Projekt sei die Planfeststellung beantragt. Welche der in Frage kommenden Trassen für Ortsdurchfahrt Sulzbach realisiert wird, werde nach dem Umweltgutachten festgelegt, das 2016 vorliegen soll. Vorgeschaltet sei im Februar ein Besprechungstermin mit allen Beteiligten, auch der Bürgerinitiative.

Für den Erhalt der Kreisstraßen seien im diesem Jahr rund 1,2 Millionen Euro vorgesehen, sagte Biller abschließend und nannte hier die Kreisstraßen MIL 24, 25 und 26. Darüber hinaus werde man in Schneeberg für die Böschungssanierung entlang der Bundesstraße 47 rund 1,1 Millionen Euro bereitstellen. Vorbehaltlich finanzieller Mittel sei 2015 auch die Lärmsanierung in der Odenwaldstraße in Kleinheubach in Richtung der Bundesstraße 469 geplant.
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