24.11.2015

Pressemitteilung Erstaufnahme nach Kleinheubach umgezogen

Als „beeindruckende logistische Leistung“ hat Landrat Jens Marco Scherf den Umzug der Erstaufnahme von der Miltenberger Realschulturnhalle in eine umgebaute und erweiterte Industriehalle in Kleinheubach bezeichnet. Scherf überzeugte sich am Samstag vor Ort, wie effektiv und engagiert die zahlreichen Mitarbeiter des Landratsamts und 130 ehrenamtliche Helfer von BRK, THW und Feuerwehr binnen eines Tages den Umzug meisterten.

In Kleinheubach sei in nur zwei Monaten ein Projekt umgesetzt worden, das üblicherweise ein ganzes Jahr Vorlaufzeit brauchen würde, stellte Scherf klar und hob den Einsatz des Kreisbauamts heraus, das in enger Zusammenarbeit mit dem Einrichtungsleiter Tim Steinbart und dem operativen Leiter Kreisbrandrat Meinrad Lebold eine Meisterleistung vollbracht habe. Mit der leerstehenden Industriehalle in Kleinheubach sei ein idealer Standort gefunden worden, der nun zu einer Erstaufnahmeeinrichtung umgebaut und erweitert worden sei, so der Landrat. Auf 1400 Quadratmetern – die Realschulturnhalle hatte 1200 Quadratmeter – finden 300 Flüchtlinge Platz. Eine rundum an den Wänden angebrachte Heizung sorgt für Wärme, die Lüftung wird über elektrische Oberlichter betätigt.

Schon auf den ersten Blick fällt auf, dass der Wohnbereich einen hochwertigen Eindruck macht. Neue Holzbetten mit neuen Matratzen ersetzen die Feldbetten, dazu ermöglichen Schränke und Spinde die Unterbringung von persönlichen Gegenständen. Die einzelnen Abteile sind nun fest installiert, so dass stets ausreichend breite Gänge zwischen den Abteilen gewährleistet sind. In Kürze soll noch ein Sichtschutz angebracht werden, so dass in den Abteilungen auch die Privatsphäre gewahrt ist. Die Halle bietet darüber hinaus Räume für den Einrichtungsleiter und die einzelnen Abteilungen des Landratsamts, dazu stehen in einem separaten Raum weitere Betten bereit, die bei Bedarf belegt werden können. Ein Raum mit mehreren Waschmaschinen kann von den Flüchtlingen ebenfalls genutzt werden, ein Aufenthaltsraum wird zurzeit noch ausgebaut. Ein Sanitärcontainer stellt unter anderem Waschgelegenheiten und Toiletten bereit. „Da es sich bei der Unterkunft des Freistaats Bayern handelt, gehe ich davon aus, dass dieser auch die Sachkosten zu 100 Prozent übernimmt“, sagte Landrat Jens Marco Scherf zu den anfallenden Kosten.

Die Mahlzeiten werden in einem neu erstellten Bau unmittelbar neben der Wohnhalle eingenommen. Zuständig für die Versorgung ist das Rote Kreuz, das täglich von 6.30 bis 20 Uhr vor Ort ist – zu den Essenszeiten mit bis zu drei hauptamtlichen Mitarbeitern. „Wir kehren nun vom Krisenmodus zum Regelbetrieb zurück“, erklärte BRK-Kreisgeschäftsführer Edwin Pfeifer. Der Speiseplan wurde mit mehreren Fachleuten und den Flüchtlingen abgestimmt, so dass die Firma Homann passende Menüs kreieren konnte. Diese werden mehrmals pro Woche tiefgekühlt geliefert und vor Ort in einer Küche zubereitet, wie Eugen Eger (Firma Hofmann) erklärte. Eine asphaltierte Freifläche neben der Unterkunft soll mit zwei Basketballkörben versehen werden, damit die Flüchtlinge und ihre Kinder sich auch sportlich betätigen können.

Am Samstag zogen binnen weniger Stunden insgesamt 172 Flüchtlinge von Miltenberg nach Kleinheubach um. Das Frühstück nahmen sie noch in der Realschule ein, das Mittagessen bereits im neuen Speisesaal in Kleinheubach. Zuvor hatte das Sozialamt alle zur Verfügung stehenden dezentralen Wohnungen aktiviert, so dass der Umzug schneller vonstattengehen konnte. Das klappte auch ausgezeichnet, so dass parallel zum Aufbau der Wohneinheiten die Flüchtlinge ihre Abteile bezogen. „Die neue Unterkunft wurde sehr positiv aufgenommen“, hat Einrichtungsleiter Tim Steinbart beobachtet. Zuvor habe man den Umzug „intensiv kommuniziert“, blickte er zurück. Bei den 172 Bewohnern wird es aber nicht bleiben, denn durchschnittlich kommt pro Woche ein Bus mit 38 Flüchtlingen. Diese werden mittlerweile direkt im Landratsamt registriert und erst anschließend in die Unterkunft verbracht, da dieses Vorgehen für die Mitarbeiter der Behörde deutlich effektiver ist.

Langsam wird nun auch an der Realschule in Miltenberg wieder Normalität einkehren. Sobald eine Firma den verlegten Boden entfernt hat, werden die eigentlich für die Sommerferien geplanten Wartungsarbeiten erfolgen. Sobald diese beendet sind, steht die Halle wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung – spätestens Mitte Dezember soll das der Fall sein. 

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Perfekte Zusammenarbeit zwischen THW und Feuerwehr bei Einrichten der Erstaufnahme in Kleinheubach. 

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 Einen wohnlichen Eindruck machen die fest installierten Abteile. 

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 BRK-Kreisgeschäftsführer Edwin Pfeifer zeigt den Speiseplan für nächste Woche in arabischer Sprache. Auf dem Menu unter anderem Geflügel, Fisch und viel Gemüse. 

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 Sehr zufrieden mit dem Umzug: Landrat Jens Marco Scherf (rechts) und Einrichtungsleiter Tim Steinbart.

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