26.10.2015

Pressemitteilung Großes Lob für Stadtprozeltener Klettergarten

Fünf Jahre hat es gedauert und rund 340.000 Euro gekostet, aber die Mühen haben sich gelohnt: Die Aktivierung des Stadtprozeltener Sandsteinbruchs zur Kletterwand mit Freizeitgelände hat am Samstag von allen Seiten großes Lob erfahren. Die Kletterer waren begeistert von den steilen Sandsteinwänden und die Bürger freuen sich über ein Freizeitgelände mit Steinhauerhütte, das für diverse Veranstaltungen genutzt werden kann.

Bürgermeisterin Claudia Kappes zeichnete vor zahlreichen Gästen, darunter alle Bürgermeister des Südspessarts, die Geschichte des Projekts nach, das mit Hilfe eines 137.000-Euro-Zuschusses aus dem EU-Förderprogramm LEADER realisiert werden konnte. Ohne die Koordination durch die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Main4Eck mit Koordinator Wolfgang Fuchs und den beiden lokalen Managern Jürgen Jung und Elisabeth Kluin beziehungsweise ihrer Vorgängerin Sabine Müller hätte das Vorhaben nie verwirklicht werden können, so Kappes. Als einen der Motoren des Projekts nannte sie auch den damaligen Landrat Roland Schwing, der ebenfalls zur Übergabe gekommen war.

Überschrieben war das Gesamtprojekt, an dem sich weitere Gemeinden des Landkreises beteiligt haben, mit dem Titel „Buntsandstein – Erlebnis für alle Sinne“. In Mömlingen (Walderlebnis Königwald), Laudenbach (Klangerlebnis) und Erlenbach (Aussichtsterrasse mit Picknickplattform) seien bereits Projekte verwirklicht worden, in Stadtprozelten habe man sich des Themas „Tasten“ angenommen, so Kappes. Von Anfang an sei klar geworden, dass es sich um ein schwieriges Vorhaben handelt, erinnerte sie sich. „Der Einklang mit der Natur hatte und hat Priorität“, sagte die Bürgermeisterin und erklärte damit die Tatsache, dass jährlich von Februar bis August eine Ruhefrist für die Arbeiten einzuhalten war wegen im Steinbruch brütender Wanderfalken. Das habe die Arbeiten deutlich in die Länge gezogen, erklärte sie. Auch die Räumung des losen Gesteins durch Fachleute sei eine große Herausforderung gewesen. „Wir sind stolz auf ein einzigartiges Projekt“, sagte Kappes. Das nun Geschaffene sei ein Beispiel, „dass es sich lohnt, interkommunalen Projekten offen gegenüber zu stehen.“ Im Nachtrag habe man noch beschlossen, die Wand am Wochenende auch zu beleuchten.

Für Landrat Jens Marco Scherf ist es notwendig, in den Orten Plätze zu schaffen, an denen Menschen zusammenkommen können. Er ging auf den Buntsandstein ein, der das Gesicht der Landschaft am Untermain prägt, überall gegenwärtig ist und bereits seit der Römerzeit als Baustoff genutzt wurde. In Stadtprozelten mache die Lage des Bruchs mitten im Ort diesen Platz zu etwas ganz Besonderem, sagte Scherf. Das Fundament des nun Geschaffenen sei bereits in der Zeit von Landrat Roland Schwing gelegt worden, als dieser noch Vorsitzender der LAG gewesen sei. Es habe vieler Sitzungen und Workshops bedurft, um die Idee für dieses Leitprojekt zu entwickeln, erinnerte sich der Landrat und wusste, dass dieses Vorhaben eines der ersten der Lokalen Aktionsgruppe gewesen sei. Im Gleichklang mit anderen beteiligten Kommunen sei ein Beitrag zur Stärkung der Region entwickelt worden, sagte Scherf.

Der unterfränkische Leader-Koordinator Wolfgang Fuchs ging auf die Bedeutung des EU-Förderprogramms LEADER ein. Er stellte klar, dass es darum gehe, dass Bürger Ideen entwickeln. Er forderte alle Bedenkenträger auf, sich mutig solchen Projekten zu stellen und die häufig vorhandene Einstellung „Ja, aber...“ zu überwinden. In Stadtprozelten sei ein „schönes Eck für die Begegnung“ entstanden, sagte er und lobte das kommunale Miteinander. Der zuständige Planer Michael Hübner (Büro Baurconsult) zeigte sich sehr beeindruckt von der steilen Kletterwand und dem neuen Veranstaltungshof. Er hoffte auf regen Zuspruch und überreichte eine Spende für die Anschaffung von Erstausstattungen.

„Klettern kann eigentliche jeder“, sagte Michael Walter (Miltenberg), der das Projekt von Anfang an aktiv begleitet hatte. Für ihn, Walter, sei das Klettern eine Erholung vom Alltag mit dem Fokussieren auf das Wesentliche. „Die Kletterer haben sich ihre kindliche Freude bewahrt“, sagte er und wies auf das erhebende Gefühl hin, eine steile Wand erklommen zu haben. „Das Geld ist sehr gut angelegt“, sagte er und wies darauf hin, dass die rund 35 Meter hohen Wände von geübten Kletterern in zehn Minuten zu schaffen seien. Als besonderen Vorteil sah Walter, dass der Sandsteinbruch unmittelbar am Bahnhof liegt. Gerade diese Nähe sah Christoph Deinert (IG Klettern und Naturschutz Rhein-Main) als Beitrag zur Nachhaltigkeit, da die Kletterfreunde auf weite Fahrten mit dem Auto verzichten und mit dem Zug anreisen könnten. Es gebe viele Steinbrüche in Deutschland, aber nur ganz wenige seien bekletterbar, lobte er den Einsatz aller Verantwortlichen zum Gelingen des Projekts. Er überreichte an Michael Walter einen Satz Schilder, mit denen die Kletterstrecken markiert werden können.

Pfarrer Günther Munz segnete die neue Anlage und hoffte darauf, dass hier nie Unfälle passieren. Am Ende der Übergabefeier dankte Bürgermeisterin Claudia Kappes allen am Gelingen des Projekts Beteiligten, vor allem aber dem Stadtrat für das Festhalten an dem Vorhaben. Anschließend zeigten zahlreiche Kletterfreunde vor dem interessierten Publikum, wie sie die Sandsteinwände erklimmen. Die musikalische Begleitung übernahmen die Henneburger Musikanten. 

Weg frei für die Kletterer: Landrat Jens Marco Scherf, Bürgermeisterin Claudia Kappes, Michael Walter und Wolfgang Fuchs (von links) durchschnitten das Band als Zeichen dafür, dass die Tür zur Steilwand den Kletterfreunden nun offen steht.
Weg frei für die Kletterer: Landrat Jens Marco Scherf, Bürgermeisterin Claudia Kappes, Michael Walter und Wolfgang Fuchs (von links) durchschnitten das Band als Zeichen dafür, dass die Tür zur Steilwand den Kletterfreunden nun offen steht. 

Mit neugierigen Blicken beobachteten diese Jugendlichen die Kletterer, die sich akrobatisch in den Wänden nach oben hangelten.
Mit neugierigen Blicken beobachteten diese Jugendlichen die Kletterer, die sich akrobatisch in den Wänden nach oben hangelten.

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