09.02.2017

Pressemitteilung Dank und Anerkennung für bürgerschaftliches Engagement

55 ehrenamtlich Tätige standen am Mittwochabend im Mittelpunkt des Ehrenabends des Landkreises Miltenberg im Elsenfelder Schulzentrum. Landrat Jens Marco Scherf ließ ihnen Dank, Anerkennung und Wertschätzung für ihr bürgerschaftliches Engagement zukommen.

„Die Gesellschaft muss Dank sagen, denn das bürgerschaftliche Engagement darf nie Selbstverständlichkeit werden, sondern muss immer ein hohes Gut bleiben“, sagte Scherf. Zudem müsse man zeigen, dass eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft und damit der Staat auf Dauer nur auf Basis engagierter Bürgerinnen und Bürger existieren könnten. Neben dem Ehrenabend lebe der Landkreis diese Verpflichtung auch mit der neu eingeführten Ehrenamtskarte und der Unterstützung der Ehrenamtlichen durch die Koordinationsstelle für bürgerschaftliches Engagement. Fast jeder Zweite im Landkreis sei ehrenamtlich aktiv, wusste der Landrat, den dies „sehr stolz“ macht. Die Ausgezeichneten stünden für Werte wie gegenseitige Rücksichtnahme, Zuwendung und Empathie und Verantwortung für die Mitmenschen, lobte Scherf.

Diese Meinung vertrat auch Günther Oettinger, Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetages. „Diese Ehrung ist das Mindeste, was wir tun können“, stand für ihn fest, „denn wir sind dankbar, dass wir Sie haben.“ In seine Wertschätzung schloss er auch die Partnerinnen und Partner der Geehrten ein, denn ohne diese könne man kein Ehrenamt ausfüllen.

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Den Sonderpreis des Landrats bekamen drei Damen vom Kinder- und Jugendhospizdienst Miltenberg. Im Bild (von links) Kleinheubachs Bürgermeister Stefan Danninger, Edith Schoeler, Tanja Munzinger-Rust, Conny Fleckenstein und Landrat Jens Marco Scherf.

Seinen Sonderpreis für bürgerschaftliches Engagement verlieh der Landrat an den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Miltenberg in Person von Tanja Munzinger-Rust, Conny Fleckenstein und Edith Schoeler. Dieser Dienst kümmert sich um Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern – vom Zeitpunkt der Diagnose bis über den Tod hinaus. 2008 gestartet, stieg die Nachfrage nach Sprechstunden auch im Landkreis Miltenberg schnell. Um dieses vor allem ehrenamtliche Angebot zu intensivieren, wurde eine neue Koordinatorenstelle geschaffen. Seit November 2015 bot Tanja Munzinger-Rust im Franziskushaus Sprechstunden an. Mit wachsender Nachfrage wurde der Miltenberger Zweig immer stärker und agiert seit September 2016 unabhängig vom Aschaffenburger Dienst in Kleinheubach. Stephanie Prinzessin zu Löwenstein engagiert sich als Schirmherrin und stellt auch die Räume für den Dienst zur Verfügung. Der Rotary Club hilft finanziell, so dass bis zu 30 Familien gleichzeitig betreut werden können. Die hauptamtliche Koordinatorin Tanja Munzinger-Rust bietet unter anderem auch Befähigungskurse für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an, ohne deren Einsatz diese Arbeit nicht möglich wäre.

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Diese fünf Herren wurden mit dem Ehrenpreis des Landkreises Miltenberg ausgezeichnet. Im Bild (von links) Günther Oettinger (Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetages), Horst Krüger (Kleinwallstadt-Hofstetten), Martin Kolbe (Miltenberg), Armin Altmann (Eichenbühl-Heppdiel), Helmut Fuchs (Collenberg), Horst Markert (Mömlingen) und Landrat Jens Marco Scherf.

Armin Altmann stellt seine Schaffenskraft dem FC Heppdiel zur Verfügung und investiert hierfür fast seine komplette Freizeit. Unter anderem war er von 1981 bis 1991 Kassier und Schatzmeister, seit 1986 arbeitet er im Team der Sportheimbediensteten mit, seit 1994 ist er Vorsitzender des FC Heppdiel und hat besonders aktiv mitgewirkt bei der Bauleitung beim Drainageneinbau am Trainingsplatz, als Organisator beim Jubiläumsfest zum 50-jährigen Bestehen des FCH sowie bei Planung und Bauleitung des Sportheimneubaus. Noch heute ist er aktiv.

Helmut Fuchs gründete 1982 den Förderverein zur Erhaltung der Bildstöcke und historischer Werte und ist seit der Gründung dessen Vorsitzender. Er kümmerte sich um das Venanzehaus und schaffte es, dass dieses schöne Sandsteinhaus mit großem Scheunen- und Freigelände über eine Stiftung im Besitz der Gemeinde Collenberg ist. Heute ist darin das Heimatmuseum untergebracht, welches vom Förderverein eingerichtet und betrieben wird. Viele Bildstöcke hat Fuchs über den Verein restauriert und somit gerettet. Zudem hat Fuchs die Kolpingsfamilie Reistenhausen maßgeblich geprägt. Er war von 1969 bis 1972 und von 1987 bis 1999 Vorsitzender, stets im Vorstand und Leiter der Gruppe der jungen Erwachsenen. Für diese Verdienste wurde er 2011 zum Ehrenmitglied ernannt. Seit 1996 ist er im Gemeinderat Collenberg, seit 2008 dritter Bürgermeister.

Martin Kolbe, 1982 in das BRK Kirchzell eingetreten, verpflichtete sich zur Mitarbeit im Katastrophenschutz. Von 1989 bis 2005 war er als BRK-Motorradstreife auf den Autobahnen unterwegs und half bei vielen Notfällen. Viele Jahre war er als vom Landratsamt bestellter Organisatorischer Leiter im Katastrophenschutz und als Einsatzleiter Rettungsdienst tätig, auch wurde er zum Dienstgruppensprecher der Einsatzleiter Rettungsdienst und Organisatorischer Leiter mit den Einsatzleitern Wasserrettungsdienst gewählt. Auf Kolbes Initiative wurde im Landkreis die Rettungskette Forst installiert, die auch durch sein Engagement auf ganz Bayern ausgeweitet wurde. Seit 2002 setzt er sich für die Aktionen des Friedensdorfes International ein. Bei den Vorarbeiten zur Einführung der Integrierten Leitstelle Untermain war er Vertreter des BRK-Kreisverbandes und somit des Rettungsdienstes.

Horst Krüger übernahm ab 1977 mehrere Aufgaben in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Hofstetten – etwa als Schriftführer im Diakonieverein und als Berater bei wichtigen Entscheidungen in der Kirchengemeinde. 1978 war er Gründungsmitglied des Posaunenchors und fungiert seither als Obmann. 1982 bis 2006 war er Mitglied des Kirchenvorstandes sowie in seiner zweiten und dritten Amtsperiode Vertrauensmann. Er bildete sich regelmäßig fort und unterstützte den Pfarrer bei der Leitung des Kindergartens. Krüger war mit anderen Kirchenvorstehern maßgeblich von 1988 bis 1989 an der Sanierung des Pfarrhauses beteiligt. Seit 1991 ist er Kirchbusfahrer und holt mit dem Bus der Kirchengemeinde Gemeindemitglieder zu Gottesdiensten und Seniorenkreis ab.

Horst Markert ist seit vielen Jahren in der Kirchengemeinde vor allem in der Jugendarbeit tätig. Er begann als Verantwortlicher für die KJG in der intensiven Jugendarbeit als deren Leiter und engagiert sich bis heute in der Kirchengemeinde. Eine große Leistung war die Gründung des Eine-Welt-Ladens Mömlingen und das Wachsen desselben bis zur Fair-Trade-Gemeinde Mömlingen. Er nahm intensive Beziehungen zu einem Dorf in Tansania auf, die bis heute von ihm und vielen weiteren Mitgliedern gepflegt werden. In der Gemeinde Mömlingen war er rund 20 Jahre lang Jugendbeauftragter und nahm am Jugendleiter-Stammtisch der Ortsvereine und Verbände teil. Auch für die Ferienspiele war er 20 Jahre lang wichtiger Ansprechpartner.

Im Namen der Ausgezeichneten freute sich Horst Markert über die Ehrung und stellte fest, dass es richtig sei, das bürgerschaftliche Engagement zu würdigen. In Bezug auf die Zahl der Ehrenamtlichen sei „noch viel Luft nach oben“, fand er und warb für das Ehrenamt: „Man gibt nicht nur, sondern bekommt auch etwas zurück.“

Musikalisch umrahmt wurde der Abend mit Beiträgen des Varieté-Orchesters des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld und von der Violinistin Anne Luisa Kramb.

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Ein Ohrenschmaus waren die Vorträge der Violinistin Anne Luisa Kramb

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