15.12.2020

Pressemitteilung Wichtige Beiträge für Biotop- und Artenschutz

Mit den Ersatzgeldern aus der Windkraft hat der Landschaftspflegeverband (LPV) im Landkreis Miltenberg im Auftrag der unteren Naturschutzbehörde vier wichtige Projekte umgesetzt. Kerstin Maier (LPV) stellte die Projekte am Montag im Kreistag vor.

Bei den Projekten „Orchideenreiche Magerwiesen in Miltenberg-Breitendiel“, „Artenreiche Kulturlandschaft um Mömlingen“, „Feuchtgebiet an der Hesselsmühle bei Eschau-Sommerau“ sowie dem „Geschützten Landschaftsbestandteil Fechenbachtal“ habe man laut Maier versucht, auf möglichst viele Flächen durch Ankauf oder Pacht Zugriff zu bekommen und diese im Sinne des Biotop- und Artenschutzes langfristig zu sichern und zu erhalten. In den letzten vier Jahren habe sich in den genannten Gebieten viel getan, sagte Maier und ging besonders auf das jüngste Vorhaben im Fechenbachtal ein. Hier habe man auf 88 Prozent der Fläche direkten Zugriff, erklärte sie und zeigte mit Bildern das Vorgehen, beginnend mit der Rodung von Brombeerhecken und Fichtenbeständen. Ziel sei es am Ende, diese Flächen mit Hilfe eines Landwirts durch Beweidung mit Rindern offenzuhalten. Begonnen worden sei im Winterhalbjahr 2019/2020, sagte sie und wies unter anderem auf die Rodung von 4,2 Hektar Fichten hin. Das Gelände sehe dann erst einmal wüst aus, aber die Natur brauche etwas Zeit, um sich zu entwickeln. Insgesamt habe man bislang 581.824 Euro ausgegeben, sagte sie. Der Landschaftspflegeverband werde auch nach Abschluss des Projektzeitraums die notwendigen Pflegemaßnahmen in den Gebieten erledigen lassen und hierzu Förderanträge nach den Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien stellen, für landwirtschaftlich nutzbare Flächen werde man das bayerische Vertragsnaturschutzprogramm vermitteln. Der komplette Bericht 
ist auf der Homepage des Landschaftspflegeverbands unter www.lpv-miltenberg.de herunterladbar.

Einstimmig sagte der Kreistag Ja zum Abschluss einer Abstimmungsvereinbarung mit den Dualen Systemen mit Festlegung des Sammelsystems für Leichtverpackungen gemäß Empfehlung des Ausschusses für Energie, Natur- und Umweltschutz. Damit wird auch für die Jahre von 2021 bis 2024 das Erfassungssystem gelber Sack festgelegt. In der Vereinbarung wird darüber hinaus die Entsorgung von stoffgleichen Nichtverpackungen zusammen mit Leichtverpackungen über den „Gelben Sack plus (Mitbenutzung des „Dualen Sammelsystems“ durch den Landkreis gegen Zahlung eines Mitbenutzungsentgeltes für Sammlung und Verwertung stoffgleicher Nichtverpackungen) geregelt, ebenso die Entsorgung von Glas (Container) sowie Papier, Pappe und Kartonagen (Mitbenutzung des Sammelsystems des Landkreises durch die Dualen Systeme gegen Zahlung eines Mitbenutzungsentgeltes). Die erhoffte alternative Erfassung von Leichtverpackungen mittels gelber Tonne sei leider nicht erreichbar gewesen, erklärte Ruth Heim, Leiterin der Kommunalen Abfallwirtschaft.

Mit überwältigender Mehrheit sprach sich der Kreistag für die Übernahme der Investitionskosten in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro brutto für die notwendige Ertüchtigung der Abluftreinigungsanlage der Kompostieranlage Guggenberg aus. Wenn die Firma Herhof, Betreiber des Kompostierwerks, die Investitionskosten selbst übernehmen würde, wäre der Rückkaufswert der Anlage für den Landkreis zu hoch, so Ruth Heim – selbst bei einem Vertragsende im Jahr 2026. Deshalb plädierte sie dafür, den Vertrag mit Herhof bereits mit Wirkung zum 30. September 2022 kündigen, so dass die Anlage zu diesem Zeitpunkt für 0 Euro in das Eigentum des Landkreises Miltenberg übergehen werde. Da die Ertüchtigung aber im laufenden Betrieb stattfinden muss und unaufschiebbar ist, werde Herhof sich um die Umsetzung der Arbeiten kümmern, der Landkreis werde die Investition nach Offenlegung der Rechnung bezahlen. Somit könne man den Betrieb der Kompostieranlage ausschreiben und allen Interessenten eine Anlage bereitstellen, die alle Grenzwerte einhält. Der Kreistag sah diese ebenso und sagte zur Vertragskündigung wie auch der Vorbereitung der Ausschreibung mit überwältigender Mehrheit Ja. Mit der Ausschreibung, die auf zehn Jahre Dauer erfolgen soll, wird die Abfallwirtschaft aber nochmals in den Umweltausschuss gehen.

Einstimmig Ja sagte der Kreistag zur Gründung der Aschaffenburg-Miltenberg-Nahverkehrs-GmbH (AMINA). Im Verbund mit dem Landkreis Aschaffenburg sowie den Städten Aschaffenburg und Alzenau will der Landkreis Miltenberg künftig selbst bestimmen, wie es mit dem Öffentlichen Nahverkehr weitergeht. Der Kreisausschuss hatte dem Kreistag den Schritt bereits einstimmig empfohlen. Mit der AMINA könne man die Interessen der Gebietskörperschaften und die gewünschte strategische Ausrichtung nachhaltiger einbringen, wies Jurist Gerald Rosel auf geplante Aufgaben von AMINA hin wie die Koordination des Vertriebs, die Presse-, Öffentlichkeits- und Marketingarbeit, die Erstellung von Fahrgastinformationen, die Mitwirkung bei der Nahverkehrsplanung, der Fahrplangestaltung sowie bei der Weiterentwicklung des Liniennetzes und der Erweiterung des Verbundes. Der Landkreis Miltenberg bringt 15.000 Euro Stammkapital ein, der Landrat soll den Gesellschaftervertrag notariell beurkunden lassen, als Gründungsgeschäftsführer wird Dieter Gerlach, Werkleiter der Stadtwerke Aschaffenburg, eingesetzt. Er wird auch die Ausschreibung des neuen Geschäftsführers in die Wege leiten.
Wie der Landrat auf Nachfrage von Eschaus Bürgermeister Gerhard Rüth ergänzte, werde zurzeit auch ein Fahrplankonzept zur Integration von Wildenstein erarbeitet unter Berücksichtigung der Interessen des Marktes Eschau. Der Ortsteil war im Konzept bislang nicht berücksichtigt worden, das werde nun schnellstens geändert, versprach der Landrat.

2020_12_15_Öffnung_des_Fechenbachtales

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