19.03.2015

Pressemitteilung Landrat Scherf zur Gemeindebesichtigung in Weilbach

In Weilbach hat Landrat Jens Marco Scherf am Dienstag vergangener Woche den Reigen seiner Gemeindebesichtigungen fortgesetzt. Er sprach mit Vertretern der Wirtschaft, ließ sich von Bürgermeister Bernhard Kern den Ort mit seinen Ortsteilen zeigen und stellte sich am späten Nachmittag den Fragen der Bürgerinnen und Bürger.

Im Gasthof Ohrnbachtal, kurz vor der Landesgrenze zu Hessen, begrüßte Bürgermeister Bernhard Kern die Delegation des Landratsamts, zu der auch die Juristen Oliver Feil, Gerald Rosel und Vera Hennig gehörten. Kern stellte seine Gemeinde mit sieben Ortsteilen vor und bezeichnete sie als „gewerbefreundliche Kommune“, die die Zahl der Arbeitsplätze binnen weniger Jahre von 500 auf rund 1000 verdoppelt habe. Kern stellte aber auch klar, dass ihm sehr am interkommunalen Ansatz gelegen sei und die Zusammenarbeit mit Amorbach, Kirchzell und Schneeberg am Herzen liege. Gerade für den Bildungsstandort Amorbach müsse man viel tun, so Kern, der die gute Zusammenarbeit der regionalen Unternehmen mit den Bildungseinrichtungen vor Ort als Grund für den guten Wirtschaftsstandort bezeichnete. Er sei froh, dass es Firmen gibt, die zur Region stehen.
Landrat Jens Marco Scherf stellte sich als „grüner“ Landrat vor, der nicht nur Gutes fortführen, sondern auch neue Akzente setzen will. Er lobte die Wirtschaft, die in den letzten Jahren große Anstrengungen zur Senkung der Kohlendioxidbelastung unternommen habe. In der Region gelinge es, die wunderbare Naturlandschaft und den Industriestandort in Einklang zu bringen. Dazu gehöre auch, die Infrastruktur vorzuhalten: Das betreffe Straßen, aber auch einen leistungsfähigen öffentlichen Personennahverkehr mit Bus und Bahn.

Peter Kolb (Firma Linde) betonte, seinem Unternehmen sei ein industriefreundliches Klima wichtig, man wolle vor Ort willkommen sein. Diese Atmosphäre habe er stets gespürt und er hoffe, es möge so weitergehen. Linde wolle in naher Zukunft noch einiges investierten, kündigte er an. Landrat Scherf entgegnete Kolb, dass er genau deshalb den neuen Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus geschaffen habe, um dieses Bewusstsein auch in der Politik zu schaffen. „Wir wollen im Landratsamt nichts verhindern, sondern wir wollen ermöglichen, was möglich ist“, versicherte Scherf.

Diskutiert wurde in der Runde auch über den Verkehr. Tobias Olbort regte an, in der Kurve an seinem Unternehmen eine Tempo-70-Begrenzung einzuführen, Bernhard Kern regte den Bau einer Abbiegespur zum Linde-Werk an, aus Richtung Weilbach kommend. Zur Infrastruktur ergänzte Kern, dass die Gemeinde alle Ortsteile mit leistungsfähigem Breitband versorgen möchte. In Sachen Bildung kündigte der Bürgermeister eine Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg an, um ein Patensystem mit ehemaligen Abiturienten des Amorbacher Gymnasiums aufzubauen. „Damit wollen wir den Nachwuchs für die Region sichern“, sagte Kern. Er will auch mit den ortsansässigen Unternehmen sprechen, um gemeinsam über die Ausbildung und Bereitstellung von Fachkräften zu beraten. Landrat Scherf lud in diesem Zusammenhang alle Interessenten ein, sich am Projekt Bildungsregion zu beteiligen, das mit einem Dialogforum am 26. März in Elsenfeld beginnen werde.

Anschließend besichtigte die Landratsamtsdelegation den Ortsteil Gönz, ehe sie am neugestalteten Ortsmittelpunkt von Weckbach Station machte. Engelbert Kuhn führte durch das Heimatmuseum und erklärte die Gestaltung der Räume, ehe der Landrat einen Rundgang durch das Dorfgemeinschaftshaus unternahm und sich die Räume zeigen ließ. Der Dorfplatz soll am 21. Juni mit einem Fest eingeweiht werden, kündigte Kern an und bekam die Zusage des Landrats, daran teilzunehmen.

In Weilbach informierte sich der Landrat in der Dorfmitte über das Areal, auf dem die Feuerwehr und die Grundschule mit Turnhalle Platz gefunden haben, umrahmt vom Sportheim des SV Weilbach und einem Beachvolleyballfeld. In der alten Grundschule habe man ein Dienstleistungszentrum eingerichtet, informierte der Bürgermeister und führte seine Gäste durch das AWO-Seniorenzentrum.

Landrat Scherf freute sich anschließend über das große Interesse der Weilbacher Bürger, den Landrat kennenzulernen zu wollen. Über 40 Bürger fanden sich im Rathaussaal ein, um sich ein Bild von Scherf zu machen. Bürgermeister Kern stellte seine Gemeinde als „die etwas andere Gemeinde“ vor und erläuterte die Struktur mit der Trennung Gemeinde/Kommunalunternehmen. Weilbach habe eine Steuerkraft von 1072 Euro pro Einwohner, rechnete Kern vor und kündigte an, dass die Gemeinde in diesem Jahr 1,1 Millionen Kreisumlage zahlen werde.

Landrat Jens Marco Scherf ging vor den Bürgern nochmals auf die Herausforderungen ein, vor denen die Region steht: Die Ausstattung mit Infrastruktur (Straßen und Breitband) und die Bildung, aber auch die in Kürze zu erwartende Ausweisung von Vorrangflächen für die Windenergie. Scherf ging auch auf die Notwendigkeit ein, die Versorgung mit Hausärzten zu sichern und eine optimale Zusammenarbeit von Notärzten und Krankenhaus zu ermöglichen. Der Landrat erhofft sich in diesem Zusammenhang wichtige Erkenntnisse aus einer Untersuchung des Instituts für Notfallmedizin, deren Ergebnisse demnächst vorliegen sollen. Mit der Aufnahme des Landkreises in das Projekt „Gesundheitsregion plus“ wolle man die optimale Gesundheitsversorgung in der Region erreichen, so die Antwort des Landrats auf Fragen zur Gesundheitsversorgung im Zusammenhang mit der Krankenhausreform des Helios-Konzerns. „Wichtig ist, miteinander im Gespräch zu bleiben“, so Scherf.

Auch das Thema Verkehr beschäftigt die Weilbacher, wie sich in mehreren Fragen zur Situation in Weilbach erwies. Das zu schnelle Fahren auf der Bundesstraße im Ortsbereich lasse sich nicht durch eine Blitzersäule lösen, antwortete Bürgermeister Kern auf eine Frage, da die Aufstellung der Säulen in Unterfranken nicht möglich sei. Einen Kreisverkehr an der Abfahrt nach Weckbach werde man nur dann schnell realisieren können, wenn das Geld für den Kreisel Kleinheubach nicht bereitstehe, wusste Bürgermeister Bernhard Kern. Der Kreisel Kleinheubach habe für das Staatliche Bauamt Prioriät, ebenso die Anbindung von Laudenbach und die Bemühungen, die Entlastung von Schneeberg in den Bundesverkehrswegeplan zu bekommen, ergänzte der Landrat. Einen vierspurigen Ausbau zwischen Trennfurt und Kleinheubach werde es nicht geben, lauteten Scherfs Informationen aus dem Bauamt, höchstens einen dreispurigen Ausbau.

Um die Ausfahrt in Weilbach auf die B 469 zu erleichtern, könne man vielleicht die sogenannte Eselsbrücke aktivieren, sagte Bernhard Kern, das würde die Ausfahrt über die Brücke etwas entlasten. Ein Bürger regte die Anlage einer Einfädelspur in Richtung Miltenberg an. Über all diese Dinge wollen Scherf und Kern mit dem Staatlichen Bauamt reden. Der Landrat will sich auch im Landratsamt mit dem zuständigen Mitarbeiter unterhalten, ob und wann ein Ausbau der Kreisstraße nach Gönz möglich ist. Da in diesem Jahr zudem ein neuer Nahverkehrsplan erstellt wird, könne jeder Bürger Anregungen zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs geben, bot Scherf an.

Auf eine Frage aus der Runde zum Thema Ehrenamt sagte der Landrat, dass noch in diesem Jahr ein Konzept der Verwaltung erwartet werde, wie man die Ehrenamtskarte einführen könnte. Eine Frage zu den Tourismusstrukturen in der Region beantwortete Scherf mit der Aussage, dass dieses Thema in der nächsten öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus am Mittwoch, 18. März, diskutiert werde. 

Im Rahmen der Gemeindebesichtigung Weilbach machten Landrat Jens Marco Scherf und Bürgermeister Bernhard Kern auch im Heimatmuseum von Weckbach Station.
Im Rahmen der Gemeindebesichtigung Weilbach machten Landrat Jens Marco Scherf und Bürgermeister Bernhard Kern auch im Heimatmuseum von Weckbach Station.

Vor über 40 Zuhörern stellte sich der Landrat am späten Nachmittag im Rathaussaal den Fragen der Weilbacher Bürger.
Vor über 40 Zuhörern stellte sich der Landrat am späten Nachmittag im Rathaussaal den Fragen der Weilbacher Bürger.

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