19.08.2015

Pressemitteilung Friedliches Zusammenleben in der Notunterkunft

Seit Dienstag ist die Notunterkunft für Flüchtlinge in der Miltenberger Realschulturnhalle vollständig mit 202 Flüchtlingen belegt. Von Unruhe ist dennoch nichts zu spüren: Auf dem Sportplatz spielen die Kinder mit Bällen, die Erwachsenen ruhen sich von den Strapazen der Flucht aus. „Alles läuft sehr gut“, freut sich Sozialamtsleiter Manfred Vill.

Die Flüchtlinge, insgesamt 130 Männer und 72 Frauen, kommen der Statistik zufolge aus Syrien (178), Afghanistan (16) und der Ukraine (drei), dazu fünf Staatenlose. Darunter befinden sich 35 Kinder im Alter zwischen einem und sechs Jahren sowie 44 Kinder im Alter zwischen sieben und 16 Jahren.
Manfred Vill berichtet von sehr engagierten Mitarbeitern des Landratsamts, die mit hoher Motivation in der Halle arbeiten. Sie kommen vor allem aus dem Gesundheitsamt, dem Sozialamt und dem Ausländeramt. „Darüber hinaus sind zahlreiche weitere Abteilungen des Landratsamt in die Arbeit involviert“, so Vill. Dank der Vorbereitung durch das Landratsamt in Kooperation mit den Katastrophenschutzorganisationen könne man sehr zufrieden mit den Abläufen in der Halle sein, fasst Vill seine Eindrücke zusammen.
Dass die Tagesabläufe in der Unterkunft strukturiert und problemlos ablaufen, liegt aber auch an BRK, THW, Feuerwehr und weiteren Ehrenamtlichen, die die Halle in Rekordzeit zu einer Flüchtlingsunterkunft umgestaltet haben. Das BRK sorgte bis Mittwoch mit einer Küche für die Bewirtung der Flüchtlinge, ehe am Donnerstag ein Cateringunternehmen diese Aufgabe übernehmen soll. Die Getränkeausgabe über den Tag hinweg wird das BRK in den nächsten Wochen mit zahlreichen Ehrenamtlichen in drei Schichten sicherstellen. Auch die Caritas ist in der Halle aktiv. Deren Helferinnen und Helfer organisieren die Annahme der Kleiderspenden, sortieren und verteilen die Bekleidung. Darüber hinaus begleiten sie Patienten zum Arzt, betreuen die Flüchtlinge an den Waschmaschinen und die Kinder im eingerichteten Spielzimmer.
Miltenbergs Bürgermeister Helmut Demel, der bei kleineren Problemen auf dem kurzen Dienstweg für Abhilfe sorgen lässt, stellte am Mittwoch den Kontakt zu Ibrahim Ünal her, einem Mitglied der türkischen Gemeinde von Miltenberg. Die Miltenberger Moschee steht den Asylsuchenden zu den üblichen Gebetszeiten offen. Da fast alle in der Halle untergebrachten Flüchtlinge islamischen Glaubens sind, war das Interesse am Moscheebesuch von Anfang an groß. Am Mittwochmorgen führte Ünal eine Gruppe zu Fuß in die Moschee, damit der Weg bekannt ist.
Stets im Einsatz sind auch die insgesamt fünf Dolmetscher, deren Hilfe fast rund um die Uhr gefragt ist. Elias Tawil (Arabisch) und Shapur Kaikhosrowi (Persisch) griffen am Mittwoch immer wieder zum Megafon, um wichtige Informationen bekannt zu geben.
Sozialamtsleiter Manfred Vill stellt auch die Welle der Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung heraus, die mit zahlreichen Sachspenden dazu beiträgt, dass die Flüchtlinge mittlerweile angemessene Bekleidung tragen. Auch mancher Geschäftsmann hilft tatkräftig mit wie etwa ein Bäcker aus Miltenberg-Nord, der am Mittwochmorgen mehrere Bleche mit frischem Streuselkuchen und zahlreiche Hefezöpfe lieferte.
„Die Menschen in der Unterkunft sind sehr dankbar für die Hilfe“, fasst Manfred Vill zusammen. Die Flüchtlinge, darunter viele Familien mit Kindern, seien sehr friedliche Gäste, stellt er fest. Am Freitag sollen die Asylsuchenden erstmals ihr Taschengeld ausbezahlt bekommen, damit sie sich Kleinigkeiten für den Alltag kaufen können, kündigt er an.

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Sie sind nur einige von Vielen, die sich um das Wohl der Flüchtlinge sorgen und Hilfe vermitteln, wenn es nötig ist (von links): Bürgermeister Helmut Demel, Dolmetscher Elias Tawil, Ibrahim Ünal (Türkische Gemeinde Miltenberg), Dolmetscher Shapur Kaikhosrowi und Sozialamtsleiter Manfred Vill.
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