22.01.2016

Pressemitteilung Landrat übernimmt Schirmherrschaft für Typisierungsaktion

„Karl-Heinz will leben“ – unter dieses Motto stellen der SV Elsava Rück-Schippach und die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eine Typisierungsaktion für den an Leukämie erkrankten Karl-Heinz Sauerwein aus Rück-Schippach. Am Sonntag, 14. Februar, kann Jeder von 14 bis 18 Uhr in der örtlichen Sporthalle entweder mit einer Blut- oder Geldspende helfen. Auch Landrat Jens-Marco Scherf will mit Übernahme der Schirmherrschaft dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen kommen.

Karl-Heinz Sauerwein, ein Urgestein des Sportvereins, hatte kurz vor Weihnachten von seiner Leukämieerkrankung erfahren. Schnell hatte sich herausgestellt, dass der 64-Jährige auf jeden Fall eine Stammzellentransplantation braucht. Er kann nur überleben, wenn es einen Menschen gibt, der die nahezu gleichen Gewebemerkmale im Blut besitzt – bislang wurde allerdings keiner gefunden. Zurzeit wird Karl-Heinz in der Uniklinik Frankfurt mittels Chemotherapie behandelt.

Der Vorsitzende des SV Elsava, Thomas Lebert, ist ebenso geschockt von der Diagnose. Schnell allerdings, erzählt er, habe sich der Verein dazu entschlossen, Karl-Heinz zu helfen. „Das sind wir nicht nur dem Kalli schuldig, sondern allen Leukämiekranken“, verweist er auf die Typisierungsaktion, die mit Hilfe von rund 100 Mitgliedern des Vereins über die Bühne gehen wird. Sauerwein habe seit der Jugend in allen Mannschaften gespielt, dem Verein in vielen Funktionen zur Verfügung gestanden und nie Nein gesagt, wenn man Hilfe gebraucht habe. „Karl-Heinz setzt sich für die Belange seiner Mitmenschen ein, was ihn zu einer allzeit beliebten und geschätzten Persönlichkeit macht“, so Lebert. Deshalb sei er im November 2015 sogar zum Ehrenmitglied seines Vereins ernannt worden.

Auch Landrat Jens Marco Scherf, der den an Leukämie Erkrankten kennt und mit ihm die Leidenschaft für den Fußball teilt, will helfen und hat sofort die Schirmherrschaft für die Typisierungsaktion übernommen. Es seien zwar schon viele Menschen als Stammzellenspender registriert, aber es könnten noch mehr sein, appelliert Scherf an alle Bürgerinnen und Bürger, sich an der Aktion zu beteiligen.

„Es dauert nur zehn bis 15 Minuten, bis die Typisierung erledigt ist“, erklärt Yvonne Renz (DKMS). Typisieren lassen könne sich jeder Gesunde zwischen 17 und 55 Jahren. Man muss zudem ein Mindestgewicht von 50 Kilogramm haben, der Bodymassindex darf 40 nicht überschreiten. Der Spender wedereine Autoimmunerkrankung noch eine chronische Erkrankung haben und nicht an Krebs erkrankt sein. Ihm werden am Typisierungstag an einer der zwölf Blutzapfstellen in der Halle fünf Milliliter Blut aus der Armvene entnommen. Vor der Typisierung werden alle offenen Fragen beantwortet, zudem muss jeder Spender eine Einverständniserklärung unterschreiben. Diese Erklärung ist aber nicht bindend und kann jederzeit widerrufen werden. Bereits registrierte Spender müssen sich nicht erneut typisieren lassen, so Renz, die auf weitere Informationen unter der Internetadresse www.dkms.de verweist.

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für einen Treffer im günstigsten Fall nur bei etwa 1:20.000 liegt, so gibt es doch Erfolge. So weiß die Aktionsbetreuerin, dass aufgrund der Typisierungsaktion am 2. November 2014 in Niedernberg, zu der 1083 Spender gekommen waren, bislang bereits drei Personen gefunden wurden, die bereits Stammzellen oder Knochenmark gespendet hätten. Mit jeder Spende erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit, einem Erkrankten helfen zu können, verwies sie auf die bislang über fünf Millionen bei der DKMS registrierten potenziellen Spender. 53.600 Mal konnten DKMS-Spender bereits einem Patienten die Chance auf ein zweites Leben ermöglichen – und hoffentlich auch Karl-Heinz. „Eine vierstellige Zahl von Typisierungen wäre ein großer Erfolg“, hofft Renz. Jeder, der sich als potenzieller Stammzellspender in die DKMS aufnehmen lasse, sei eine weitere Chance für Patienten weltweit und könne vielleicht schon morgen zum Lebensspender werden.

Doch auch wer nicht Blut spenden kann oder will, kann helfen: Jede Typisierung kostet 40 Euro, so dass die gemeinnützige DKMS über jede Spende froh ist (Spendenkonto der DKMS bei der Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau, IBAN: DE76 7955 0000 0011 3343 56, BIC: BYLADEM1ASA, Stichwort: „Karl-Heinz will leben“). Spenden werden aber auch bei der Typisierungsaktion entgegen genommen.

Sie hoffen, dass sich bei der Typisierungsaktion am 14. Februar ein geeigneter Stammzellenspender für den an Leukämie erkrankten Karl-Heinz Sauerwein findet (von links): Yvonne Renz (Deutsche Knochenmarkspenderdatei), Schirmherr
Sie hoffen, dass sich bei der Typisierungsaktion am 14. Februar ein geeigneter Stammzellenspender für den an Leukämie erkrankten Karl-Heinz Sauerwein findet (von links): Yvonne Renz (Deutsche Knochenmarkspenderdatei), Schirmherr Landrat Jens Marco Scherf und Thomas Lebert, Vorsitzender des SV Elsava Rück-Schippach. 

Karl-Heinz Sauerwein aus Rück-Schippach braucht dringend einen Stammzellenspender. 
Karl-Heinz Sauerwein aus Rück-Schippach braucht dringend einen Stammzellenspender.

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