09.12.2015

Pressemitteilung Bundestagsvizepräsidentin Roth informiert sich über Flüchtlingsunterbringung

Hoher Besuch im Landkreis Miltenberg: Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth hat sich am Dienstag von Landrat Jens Marco Scherf informieren lassen, wie der Landkreis Miltenberg es schafft, sich um die Flüchtlinge zu kümmern und diese gut unterzubringen, von der Erstaufnahme bis hin zu den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Zuvor trug sie sich in das goldene Buch der Stadt Miltenberg ein.

In der Erstaufnahme, die erst vor kurzem von Miltenberg in eine Industriehalle in Kleinheubach umgezogen ist, hob der Landrat nicht nur die Leistungen seiner Verwaltung heraus, sondern auch die aller ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. „Was Rotes Kreuz, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sowie die Helferkreise bislang geleistet haben, ist einfach nur fantastisch“, verteilte er ein dickes Lob für dieses Engagement beim Aufbau der Erstaufnahme. Mit dem Landrat und Einrichtungsleiter Tim Steinbart ging die Bundestagsvizepräsidentin zunächst in die Kantine, wo sie mit den Dolmetschern und BRK-Mitarbeitern in der Küche sprach, sich den Speiseplan erläutern ließ und ins Gespräch mit einigen Flüchtlingen kam.

Nach einer Besichtigung der Verwaltungsräume in der Halle zeigte sich die Politikerin sehr angetan von der ansprechenden Möblierung, die vom Freudenberger Möbelhersteller Rauch geliefert wurde. Laut Tim Steinbart seien die Bewohner sehr zufrieden mit der Einrichtung und dem Essen: „Die Dankbarkeit ist sehr groß!“. Die Bundestagsvizepräsidentin suchte immer wieder das Gespräch mit den Flüchtlingen. Teilweise in englischer Sprache, manchmal auch mit Hilfe der Dolmetscher, erfuhr sie, aus welchen Ländern sie kommen, welche Reisestrapazen sie hinter sich haben und welche Berufe sie einst ausgeübt haben. Ein junger Flüchtling zeigte Roth beispielsweise einige Bilder, die ihn beim Ausüben seines Berufs als Steinmetz zeigen. Berührt zeigte sie sich vom Gespräch mit einer alten Afghanin, die mit ihrer Tochter und einem Enkel den beschwerlichen Weg nach Deutschland angetreten hatte.

Einen Eindruck von einer Caritas-Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge verschaffte sich Roth in Miltenberg. Hier leben in einem Haus auf zwei Stockwerken insgesamt elf junge Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Iran, die von fünf Caritas-Mitarbeitern und einem Lehrer betreut werden. Der Bildungsstand der jungen Leute ist sehr unterschiedlich: Während ein Junge Analphabet ist, haben die meisten Jungs schon zehn oder elf Jahre Schule hinter sich. Hier bestätigte sich die allgemeine Feststellung, dass vor allem die aus Syrien kommenden Menschen eine sehr gute Schulbildung haben. Fast alle Jungs spielen gerne Fußball und üben diesen Sport auch regelmäßig aus; einer spielt sogar in der U17 beim FC Bürgstadt.

Die meisten der jungen Flüchtlinge wollen angesehene Berufe wie Arzt oder Ingenieur ergreifen, erzählten sie der Politikerin. Roth ihrerseits berichtete von ihren zahlreichen Reisen in den Nahen Osten, wo sie die Flüchtlingssituation in Lagern mit eigenen Augen gesehen hatte. Sie empfahl den jungen Männern eindringlich, Deutsch zu lernen, denn nur das Beherrschen der deutschen Sprache öffne die Türen in die Gesellschaft und biete Chancen zur beruflichen Weiterentwicklung und zur Integration. Vergangene Woche fand im Landratsamt ein Runder Tisch zur Lösung des großen Bedarfs an Plätzen zur Beschulung der jungen Menschen statt. „Wir arbeiten nun daran, im Februar mehrere neue Klassen zur Beschulung älterer Jugendlicher einzurichten“, erklärte Landrat Scherf.
Mit einem Gruppenfoto und mit einem kleinen Geschenk der jungen Flüchtlinge im Gepäck verließ Roth die Wohngruppe zu ihrem nächsten Termin. 

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth beim Besuch in der Erstaufnahme in Kleinheubach – hier in der Kantine, wo sie mit den Dolmetschern und BRK-Mitarbeitern sprach, sich den Speiseplan erläutern ließ und ins Gespräch mit Flüchtlingen kam.
Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth beim Besuch in der Erstaufnahme in Kleinheubach – hier in der Kantine, wo sie mit den Dolmetschern und BRK-Mitarbeitern sprach, sich den Speiseplan erläutern ließ und ins Gespräch mit Flüchtlingen kam.

In einer Wohngruppe in Miltenberg sprach Claudia Roth mit den dort untergebrachten elf unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die von Caritas-Mitarbeitern betreut werden.
 
In einer Wohngruppe in Miltenberg sprach Claudia Roth mit den dort untergebrachten elf unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die von Caritas-Mitarbeitern betreut werden.

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