11.02.2015

Pressemitteilung Landratsamtsorganisation wird untersucht

Einstimmig hat der Kreistag am Montag sein Ja zur Beauftragung eines Organisationsgutachtens für das Landratsamt Miltenberg gegeben. Gerhard Rüth, Leiter des Bereichs „Personal und Organisation“ am Landratsamt, stellte dem Gremium den Umfang der Untersuchung vor, die noch in diesem Jahr beginnen und sich insgesamt über bis zu drei Jahre ziehen soll.

Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband soll demnach die Organisation des Landratsamts unter die Lupe nehmen und unter anderem alle Aufgaben kritisch durchleuchten im Hinblick auf Organisation, Geschäftsverteilung, Stellenbemessung, Arbeitsmittel und räumliche Unterbringung. Auch soll geklärt werden, ob die Anforderungsprofile der zugewiesenen Aufgaben zutreffen, wie die Mitarbeiter ausgelastet sind und ob Aufgaben intern auch verlagert werden können. Untersucht werden soll unter anderem auch, ob die Informationstechnik optimal genutzt wird. „Die Prozesse sollen transparent, überschaubar und eindeutig sein“, definierte Rüth das Ziel der Untersuchung, die eine effiziente und leistungsfähige Verwaltung sicherstellen soll. Im Gutachten werden am Ende Vorschläge für einen Verwaltungsgliederungsplan, einen Geschäftsverteilungsplan sowie zur Ablauforganisation stehen. Aber auch ein Stellenplanvorschlag mit Stellenbewertung wird vorgelegt werden. Teilergebnisse sollen bekannt gegeben werden, sobald sie vorliegen, sagte Rüth. Zwischenergebnisse aus dem Prozess werden dem Kreistag vorgelegt, so dass diese in den jährlich zu beschließenden Stellenplan einfließen können, betonte Landrat Scherf.

Ebenfalls einstimmig sprach sich der Kreistag für eine Bewerbung des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld zum Pilotprogramm „Mittelstufe Plus“ aus. Hintergrund: Das Kultusministerium will den Schülerinnen und Schülern bei entsprechendem pädagogischen Bedarf durch ein zusätzliches Jahr in der Mittelstufe mehr Lernzeit gewähren. Der Lehrplan soll aber weiterhin auf acht Jahre ausgerichtet sein. In einer zweijährigen Pilotphase, die an ausgewählten Schulen zum Schuljahr 2015/2016 starten wird, soll ergebnisoffen beobachtet werden, wie viele Schüler diese zusätzliche Lernzeit in Anspruch nehmen. Unter anderem werden die Kernfächer von drei auf vier Jahre gedehnt. Die Schüler müssen den Antrag nach der siebten Klasse stellen; das zusätzliche Schuljahr wird zwischen der neunten und zehnten Jahrgangsstufe eingeschoben. Wie Schulleiter Ulrich Gronemann dem Gremium erläuterte, könne der räumliche und finanzielle Mehrbedarf von der Schule geleistet werden, ohne dass Mehrkosten entstehen würden. An der Schule selbst gebe es eine Zustimmung von 99 Prozent für die Projektbewerbung, erklärte er. Nach einer kurzen Diskussion sagte der Kreistag Ja und hofft nun, dass die Schule für dieses Projekt vom Kultusministerium ausgewählt wird. Der Punkt wäre eigentlich Sache des Bildungsausschusses gewesen, der aber erst im März tagen wird. Aufgrund der Eilbedürftigkeit – noch im Februar muss die Entscheidung getroffen werden – hätte Landrat Scherf die Entscheidung alleine treffen können. Er entschied sich aber aus Gründen der Offenheit dafür, den kompletten Kreistag in die Diskussion einzubeziehen.

Ebenfalls einstimmig – wie zuvor schon der Kreisausschuss – unterstützt auch der Kreistag das Positionspapier zur Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP), das die kommunalen Spitzenverbände und der Verband der kommunalen Unternehmen ausgearbeitet haben. In der Diskussion im Kreistag hoben mehrere Redner die Chancen des Abkommens für einen exportorientierten Landkreis wie Miltenberg hervor. Auf der anderen Seite dürfe es keine Aushöhlung der kommunalen Daseinsvorsorge geben, wurde klargestellt.

Bekanntgegeben wurde die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Würzburg, folgende Personen aus dem Landkreis als ehrenamtliche Verwaltungsrichter zu bestellen: Edwin Lieb (Mömlingen), Monika Schuck (Leidersbach), Hermann Spinnler (Sulzbach), Heidi Weber (Obernburg), Roland Weber (Collenberg) und Frank Zimmermann (Dorfprozelten). Landrat Jens Marco Scherf wird sich bei allen nicht gewählten Personen, die sich für dieses Amt bereitgestellt hätten, persönlich bedanken.
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