30.04.2015

Pressemitteilung Familienbildungskonzept wird im Herbst fertig sein

Den aktuellen Stand des Förderprojekts „Strukturelle Weiterentwicklung der Familienbildung“ hat Claudia Joos am Dienstag im Jugendhilfeausschuss dargelegt.

Die Bestandsabfrage der familienbildenden Angebote im Landkreis sei beendet. Laut Joos seien 30 Prozent der versandten 500 Fragebögen zurückgekommen. Die Bedarfsabfrage sei im Februar 2015 erfolgt. Rund 15.000 Fragebögen seien verschickt worden; die Rückläufer seien von der Universität Bamberg ausgewertet worden. Nun würden Bestand und Bedarf abgeglichen, so dass der Bedarf für den Landkreis Miltenberg formuliert und Orte sowie Kriterien für mögliche Familienstützpunkte erarbeitet werden könnten. Die Ergebnisse würden in einem Familienbildungskonzept festgehalten, eine Ausschreibung für Familienstützpunkte werde erfolgen. In der Herbstsitzung des Jugendhilfeausschusses solle das Familienbildungskonzept vorgestellt und verabschiedet werden, kündigte Joos an. Auch die Vorstellung und Beratung der eingegangenen Bewerbungen seien für die Sitzung geplant, ebenso die Beschlussfassung über die konkrete Einrichtung des ersten Familienstützpunktes im Landkreis.

Was die Koordinierende Kinderschutzstelle (KoKi) leistet, erläuterten Iris Neppl und Claudia Kallen. Diese Stelle, die es seit 2009 gibt, bietet durch niedrigschwellige Angebote Hilfe für Familien an. Dazu kommen Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit sowie die Vernetzung von Gesundheitswesen, Jugendhilfe sowie Sozial- und Bildungswesen. Fachkräften biete man unter anderem anonyme Beratung an, man veranstalte auch Schulungen und Vorträge zum Thema Kinderschutz. Ein Fachtag, diverse Fachvorträge und ein Arbeitskreis „Frühkindliche Prävention“ gehören laut Neppl ebenso dazu. Neu sei das Angebot „wellcome“ – ein Projekt, bei dem Ehrenamtliche junge Familien nach der Geburt des Kindes unbürokratisch und praktisch unterstützen. Claudia Kallen gab einen Überblick der weiteren Angebote für Eltern – unter anderem allgemeine Beratung, entwicklungspsychologische Beratung, die Finanzierung von Teilnahmen an Elternkursen, Einzelvorträge und Elternseminare.

Positiv beschied der Ausschuss einen Antrag der Freien Wähler, die Aktivitäten im Bereich der Suchtprävention durch Teilnahme an diversen Projekten, die vom Freistaat mitfinanziert werden, zu verstärken, wie Kreisrat Dr. Hans Jürgen Fahn erläuterte. Der Antrag soll zur Fachberatung an den Unterausschuss Prävention verwiesen werden, so die einstimmige Entscheidung. Dieser Ausschuss soll dem Jugendhilfeausschuss nach Prüfung einen Vorschlag über die Notwendigkeit und die Eignung von Projekten unterbreiten.

Den Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, die Kreisverwaltung möge einen Workshop oder eine andere geeignete Tagungsform, im Rahmen dessen konkrete Maßnahmen zur Jugendpartizipation im Landkreis Miltenberg entwickelt werden, organisieren, beantwortete Jugendamtsleiter Peter Winkler mit der Feststellung, dass die Partizipation von Jugendlichen bereits bei der Zukunftswerkstatt am 22. November 2014 im Landratsamt unter Beteiligung von Landrat Scherf und dem Präsidenten des Bayerischen Jugendrings, Fack, umfangreich thematisiert worden sei. Zum weiteren Teil des Antrags, sich verstärkt um einen Austausch der in der Jugendarbeit und der Jugendpolitik Tätigkeiten des Landkreises zu bemühen, sagte Winkler, dass sowohl Kreisverwaltung als auch die kommunale und präventive Jugendarbeit stets aktiv den Austausch der in der Jugendarbeit Tätigen fördern. Das werde auch weiterhin so gehandhabt, so Winkler. Er schlug vor, die kommunale und präventive Jugendarbeit zu beauftragen, die Jugendpartizipation zum Jahresschwerpunktthema 2016 zu machen. Dieser Vorgehensweise stimmte sowohl die Antragstellerin Nina Hecht als auch der Ausschuss einstimmig zu.

Einstimmig hat der Jugendhilfeausschuss die Vergütung der Tagespflegepersonen in der Kindertagespflege rückwirkend zum 1. Januar 2015 neu festgelegt. Das Jugendamt legt dabei die Empfehlung der kommunalen Spitzenverbände unter Berücksichtigung der aktuellen gesetzlichen Vorgaben zugrunde. Auch die Elternbeiträge für die Kindertagespflege werden neu gefasst, diese allerdings erst zum 1. Juli 2015.

Einstimmig folgte der Ausschuss der Empfehlung der Verwaltung, den Versand der sechs Elternbriefe für das erste Lebensjahr weiterhin über die Informationspakete der KoKi-Stelle fortzuführen. Diese verschickt die Infopakete automatisch an alle Eltern, denen ein Kind geboren wurde. In den Paketen wird für den Onlinebezug der Elternbriefe für die weiteren Lebensjahre der Kinder geworben, die Briefe können aber auch in gedruckter Form beim Jugendamt bestellt werden.

Ein großes Lob an alle Mitarbeiter der Erziehungsberatungsstelle sprach Landrat Jens Marco Scherf aus. Die Einrichtung des Caritas-Kreisverbandes besteht seit 40 Jahren und leistet hervorragende Arbeit, stellte der Landrat heraus und listete die wichtigsten Angebote dieser Einrichtung aus, die den Landkreis auch in finanzieller Hinsicht entlastet. „Familien aus dem ganzen Landkreis nehmen dieses Angebot unabhängig von sozialer Herkunft, Religion oder Migrationshintergrund an. Es kann keinen besseren Beleg für die hervorragende Arbeit unserer Erziehungsberatungsstelle geben“, so Landrat Scherf.
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