22.06.2017

Pressemitteilung Landkreis will Car-Sharing-Plätze bereitstellen

Der Landkreis Miltenberg plant die Einrichtung von Stellplätzen für Car-Sharing, um einen Beitrag zu einem CO2-freundlichen Fuhrpark zu leisten. Dies hat Kreisbaumeister Andreas Wosnik am Dienstag im Ausschuss für Bau und Verkehr bekannt gegeben.

Mit Car-Sharing könne beispielsweise gewährleistet werden, dass Verkehrsteilnehmer, die in der Regel ein eigenes Fahrzeug nutzen, auf die Kombination von öffentlichem Personennahverkehr und Car-Sharing zurückgreifen können. Deshalb sei es sinnvoll, solche Stationen in der Nähe zentraler ÖPNV-Punkte zu installieren, aber auch in der Nähe von infrastrukturell wichtigen Einrichtungen. Die Fahrzeuge, die der Landkreis an den beiden Dienststellen in Miltenberg und Obernburg sowie an der Untermainhalle Elsenfeld installieren will, könnten gegebenenfalls vom Landratsamt auch zur Entlastung des eigenen Fuhrparks genutzt werden, sagte Wosnik. Die Verwaltung wolle nun prüfen, ob die genannten Stationen zu realisieren sind.

Die Einrichtung fester Stationen sei für Kommunen sehr günstig, denn im ersten Schritt müsse die Gemeinde nur einen geeigneten Stellplatz zur Verfügung stellen. Um den Betrieb der Station würde sich ein Anbieter kümmern, der in einer Ausschreibung gefunden werden müsste. Zudem wolle die Verwaltung Wosnik zufolge auch prüfen, ob auch eine Car-Sharing-Station für ein Elektrofahrzeug möglich wäre.

Das Landratsamt helfe gerne interessierten Gemeinden, warb Wosnik für ein Engagement der Kommunen. Dankbar nahmen er und stellvertretender Landrat Thomas Zöller, der die Sitzung für den terminlich verhinderten Landrat Jens Marco Scherf leitete, eine Anregung aus dem Gremium an, die Gemeinden auf die Aktion aufmerksam zu machen. Denn, so Zöller, „je mehr Kommunen mitmachen, desto interessanter wird es für Car-Sharing-Anbieter."

Der Kreisbaumeister stellte dem Ausschuss auch den Stand des Bauunterhalts der Landkreisliegenschaften vor und ging die wichtigsten Abweichungen durch. Die Ansätze hätten sich im Laufe des Jahres in der Endsumme kaum geändert, nannte Wosnik die aktuelle Summe von 1.942.800 Euro – 5.800 Euro niedriger als geplant. Mehrere Maßnahmen wurden gestrichen oder verschoben, andere Vorhaben neu aufgenommen – etwa ein notwendiger Heizkesselaustausch im Landratsamt Obernburg (60.000 Euro) oder 45.000 Euro für die EDV-Installation am Johannes-Butzbach-Gymnasium Miltenberg.

Wie in jeder Ausschuss-Sitzung informierte der Kreisbaumeister auch diesmal über den Stand der Generalsanierung in den Gymnasien Erlenbach und Miltenberg. „Sämtliche Arbeiten im zweiten Bauabschnitt in Erlenbach laufen termingerecht und sehr strukturiert ab“, stellte er allen Beteiligten ein gutes Zeugnis aus. Auch die Kosten lägen bislang im Rahmen, so Wosnik. Bei den Entkernungsarbeiten im Bestandsbau habe sich gezeigt, dass der bauliche Zustand deutlich schlechter sei als angenommen – etwa durch fehlende Fensterstürze oder in Sachen Mauerqualität. Wosnik stellte klar, dass es deshalb zu höheren Kosten kommen werde.

Im Johannes-Butzbach-Gymnasium Miltenberg ist der Rohbau des zweiten Bauabschnitts abgeschlossen, die Sanitärinstallation in den WC-Anlagen sei weit fortgeschritten. Bauverzögerungen habe es durch die Kälteperiode im Winter gegeben, ebenso aufgrund komplexer Abbruch- und Rohbauarbeiten. Die Übergabe des zweiten Bauabschnitts werde deshalb vermutlich vom Frühjahr in den Sommer 2018 verschoben. Die parallel laufende Baumaßnahme der Nahwärmeversorgung mache einen höheren Terminabstimmungsbedarf notwendig, so Wosnik. Zu den Kosten sagte der Kreisbaumeister, dass der erste Bauabschnitt noch nicht abgerechnet sei. Die Kostensituation im zweiten Bauabschnitt sei aufgrund mehrerer Nachträge noch nicht endgültig geklärt, eine deutliche Kostenmehrung durch unvorhersehbare Arbeiten sei aber bereits absehbar. Die Schule habe zudem bei den akustischen Maßnahmen in der Aula hohe Ansprüche gestellt, die deutlich über dem vorgesehenen Standard liegen und die nicht Bestandteil des FAG-Antrags seien. Um Flurbeläge anzuschauen, habe man ein Gymnasium und einen Discounter besucht. Dabei habe sich gezeigt, dass die im Discounter verwendeten Flächen, wenn auch farblich nicht überzeugend, sehr robust gewesen seien. Dennoch sei der Boden eine wirtschaftlich günstigere und optisch ansprechendere Alternative zum ursprünglich geplanten Kunststeinbelag. In den Sanitärbereichen werde man wasserlose Urinale einbauen, auch wolle man über einen Stoßschutz im unteren Bereich der weißen Wände in den Klassenzimmern nachdenken. Um Spitzenlasten der Heizung und Ausfälle beim Nahwärmelieferanten Fripa abzufangen, würde eine Gaskesselanlage installiert, so Wosnik.

Einstimmig sagte der Ausschuss Ja zum Abschluss einer Ausbau-Vereinbarung zwischen der Gemeinde Großwallstadt und dem Landkreis Miltenberg über die Erneuerung des Straßenoberbaus der Kreisstraße MIL 29 in der Ortsdurchfahrt Großwallstadt sowie die Erneuerung der Fahrbahndecke.

Andreas Wosnik gab bekannt, dass der Straßenmeisterei-Unimog U400, der durch ein neues Fahrzeug ersetzt wurde, wie seit vielen Jahren üblich, öffentlich versteigert wird. Die Gemeinde Mömlingen, die am alten Unimog Interesse gezeigt habe, könne sich daran beteiligen.

Um die Beschilderung der Schulen in Obernburg zu verbessern, würden neue Schilder in Abstimmung mit Polizei, Staatlichem Bauamt, Stadt Obernburg und Straßenverkehrsbehörde aufgestellt, so Wosnik. Die bestehenden Schilder würden durch braun-weiße Schilder ersetzt und am Polizei-, am OVGO- und am Aral-Kreisel installiert. Die Kosten von rund 1000 Euro für die Beschaffung der Schilder übernimmt der Landkreis aus Mitteln des Bauunterhalts für Kreisstraßen, aufgestellt werden die Schilder vom Bauhof der Stadt Obernburg.

Aus der letzten nichtöffentlichen Sitzung gab der Kreisbaumeister folgende Vergaben für die Erweiterung, den Umbau und die Generalsanierung des Hermann-Staudinger-Gymnasiums Erlenbach bekannt: Rohbauarbeiten (BA II) für 288.158 Euro und Elektroinstallation (BA II + BA III) 881.853 Euro. Für die Generalsanierung des Miltenberger Gymnasiums wurde der Landrat ermächtigt, die Putz-, Maler- und Trockenbauarbeiten zu vergeben; ein Auftrag erfolgte bislang nicht. Die Tief- und Leitungsbauarbeiten im Zuge der Wärmeversorgung des Schulzentrums Miltenberg wurden für 400.975 Euro, der Heizungsbau für 296.737 Euro und die MSR-Technik für 68.107 Euro vergeben. Ein Großteil der Aufträge sei an Firmen aus dem Landkreis gegangen, freute sich Wosnik.
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