02.07.2015

Pressemitteilung Wellcome-Engel nun auch im Landkreis unterwegs

Praktische und unkomplizierte Hilfe in der Zeit nach der Geburt von Kindern will das Wellcome-Projekt nun auch im Landkreis Miltenberg bieten. Am Dienstag fiel im Miltenberger Franziskushaus der offizielle Startschuss.

Bei Wellcome handelt es sich um eine Art moderne Nachbarschaftshilfe. Eine Koordinatorin – im Landkreis Miltenberg ist das Christel Kaufmann vom Caritas-Verband – vermittelt ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Familien individuell unterstützen. Egal welcher soziale Status – Hilfe kann jede Familie im ersten Jahr nach der Geburt erfahren. Die Unterstützung ist auf diesen Zeitraum begrenzt, denn sie soll Familien dabei helfen, sich selbst zu helfen. Die Hilfe von Ehrenamtlichen kann vielfältig sein: als Betreuer des Kindes, während sich die Mutter erholt, als Betreuer eines anderen Kindes in der Familie, als Begleiter beim Arztbesuch, als praktischer Helfer – oder einfach nur als Zuhörer. Wellcome arbeitet mit vielen Partnern zusammen – unter anderem mit Hebammen, Gynäkologen, Krankenhäusern, Kinderärzten und Beratungsstellen. Finanziert wird Wellcome durch Spenden, öffentliche Zuschüsse und Gebühren – pro Team und Standort sind pro Jahr rund 8.000 bis 10.000 Euro nötig.

Gegründet wurde das Projekt von Rose Volz-Schmidt, die zur Feier angereist war. Sie hatte am eigenen Leib erfahren, dass das Aufziehen ihres Kindes ohne Hilfe eines Netzwerks schnell zu Überlastung führt. „Ich habe mich oft gefragt, wie ich den Tag hinter mich bringe“, erzählte sie von den Gedanken, die ihr während des Aufziehens ihres Kindes gekommen waren. Im Gespräch mit Bekannten habe sie ihren Gemütszustand offen angesprochen und erfahren, dass sich viele Mütter sprichwörtlich mutterseelenallein fühlten, erinnerte sie sich. Volz-Schmidt organisierte daraufhin im kleinen Kreis ein Hilfsprojekt, das sich aber unglaublich schnell ausgeweitet habe. Daraus sei Wellcome entstanden, erzählte sie. Das von Ehrenamtlichen getragene Projekt verlange von den Mitarbeitern neben hoher Sensibilität auch die Fähigkeit, gut zuhören zu können. „Wenn sich die Mutter entspannt, entspannt sich auch der Vater, und dem Kind tut es ebenfalls gut“, lautete die Bilanz von Rose Volz-Schmidt. Wellcome-Standorte gibt es mittlerweile über 250 Mal in Deutschland, Schirmherrin ist seit 2007 Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nun seien auch im Landkreis Miltenberg an den Standorten Miltenberg und Elsenfeld die „Wellcome-Engel“ im Einsatz, freute sich die Initiatorin und wies auf den Schutzengel im Logo hin.

Laut Hans Dieter Arnold, Vorsitzender des Caritas-Kreisverbands, verfüge die Caritas über vielfältige Erfahrungen in der Beratung von Menschen in allen Lebenslagen. Als Jugendamtsleiter Peter Winkler der Caritas das Wellcome-Projekt empfohlen habe, habe die Caritas schnell Ja gesagt. Stellvertretender Landrat Thomas Zöller stellte das System früher Hilfen im Landkreis Miltenberg vor. Mit Hilfe eines Netzes, zu dem auch Wellcome zähle, wolle man ganz früh helfen, sagte Zöller. Man sei ständig dabei, dieses Netz so dicht wie möglich zu bekommen. Ein Netzwerkpartner für das Wellcome-Projekt sei die Koordinierende Kinderschutzstelle (KoKi) am Landratsamt. Mit der Caritas habe man einen guten und kompetenten Partner gefunden, steht für ihn fest. Zöller verspricht sich eine „entlastende Wirkung, die neue Energien für Familien schafft.“

Miltenbergs Bürgermeister Helmut Demel, selbst dreifacher Großvater und deshalb erfahren in den Sorgen und Nöten der Mütter in seiner Familie, bezeichnete Wellcome als „wunderbares Konzept für Familien.“ Das Projekt helfe Eltern auch dabei, zu ihren Kindern stabile Beziehungen aufzubauen. Wenn man Hilfe brauche, stehe die Stadt Miltenberg bereit, versprach er. Als Netzwerkpartner kamen auch Dr. Susanne Wolf und Rita Weis (Helios-Klinik Erlenbach) zu Wort. Ihr Krankenhaus sei seit 2009 als babyfreundliches Krankenhaus zertifiziert, so Wolf. Sie freute sich, dass zu den etablierten Angeboten eine praktische Hilfe dazukommt. Rita Weis stellte heraus, dass die Klinik mit vielen Angeboten Mütter dazu befähige, dass sie mit ihrem Kind beruhigt nach Hause fahren können. Aber zuhause kehre schnell der stressige Alltag ein, so dass Wellcome eine gute Möglichkeit sei, Eltern praktisch zu helfen.

Heinrich Almritter, Leiter des Wellcome-Projekts, stellte die Landkreis-Koordinatorin Christel Kaufmann vor, die seit 2013 in Diensten der Caritas steht und bereits Erfahrung mit der Arbeit mit Ehrenamtlichen hat. Kaufmann wird sich als Ansprechpartnerin zunächst die Probleme der Eltern anhören und anschließend Hilfemöglichkeiten aufzeigen – entweder durch den Verweis an andere Stellen oder die Vermittlung eines Wellcome-Ehrenamtlichen. Kaufmanns Aufgabe wird es zunächst sein, Ehrenamtliche zu gewinnen, die Zeit für die Unterstützung von Familien aufbringen wollen. Die ersten Anfragen von Müttern gebe es bereits, stellte sie fest.

Musikalisch gestaltet wurde die Feier von der gebürtigen Miltenberger Klarinettistin Verena Hock.

Info: Kontakt zur Wellcome-Koordinatorin Christel Kaufmann: In Miltenberg unter Telefon 09371/97890, in Elsenfeld unter Telefon 06022/265680, mobil unter Telefon 0163/3938213, E-Mail: c-kaufmann@caritas-mil.de. Mehr über Wellcome ist auch der Internetseite www.wellcome-online.dezu entnehmen. 

2015/134_WellcomeEngel
Freude über die neuen Wellcome-Stationen in Miltenberg und Elsenfeld bei (von links) stellvertretendem Landrat Thomas Zöller, Initiatorin Rose Volz-Schmidt, Koordinatorin Christel Kaufmann und Wellcome-Leiter Heinrich Almritter.

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