03.08.2018

Pressemitteilung Rasenseminar – Tipps vom Profi für die Profis

Welcher Fußballspieler hat das nicht gerne: Einen dichten, sattgrünen und ebenen Rasen, auf dem der Ball nicht verspringt und die Blutgrätsche keine schmerzhaften Spuren auf der Haut hinterlässt? Doch nur wenige Trainer und Funktionäre achten im täglichen Umgang mit ihren Rasenflächen auf die Anliegen und Notwendigkeiten der Rasenpflege. Es ist deshalb Balsam für einen Platzwart, wenn er von lauter Geleichgesinnten umgeben ist und sieht, dass er mit seinem Problem nicht alleine steht.

Dieses Gefühl der Gemeinsamkeit herzustellen, Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und praktische Tipps für den Alltag mit nach Hause zu nehmen, war das Ziel eines Rasenseminars im Sportheim des FC Kickers Laudenbach, zu dem das Landratsamt Miltenberg zusammen mit dem Bayerischen Fußballverband und der Firma EUROGREEN Platzwarte aus dem Landkreis Miltenberg und Aschaffenburg eingeladen hatte.

Rasendreikampf nannte der Referent Dr. Harald Nonn aus Rosenheim seinen Vortrag, in dem es um das Mähen, Düngen und Wässern von Sportrasenflächen ging. Insbesondere der letzte Punkt nahm aufgrund der aktuellen Situation einen großen Raum ein. Erstaunt waren die Zuhörer, als sie erfuhren, dass bei hohen Bodentemperaturen trotz Bewässerung die Rasenwurzeln absterben können. Daher sei ein kurzfristiges Bewässern während der heißesten Tageszeit sinnvoll, obwohl die Regel lautet, nicht am Tag zu bewässern, um unnötige Verdunstung zu vermeiden. Je nach Bodenart sollten 15-20 l/m² beregnet werden, um eine ausreichende Durchfeuchtung des Bodens zu gewährleisten.

Sportrasengräser müssen Höchstleistungen erbringen, weil sie durch den Spielbetrieb stark strapaziert werden. Das können sie nur bei einer ausreichend guten Ernährung. Zeitpunkt, Anzahl und Höhe der Düngung richten sich nach der Intensität der Nutzung. Der Referent empfahl, Langzeitdünger zu verwenden, weil diese über eine längere Zeit kontinuierlich ihre Nährstoffe abgeben und ein Auswaschen in tiefere Schichten dadurch vermieden wird. Bodenuntersuchungen helfen dabei, Düngefehler zu vermeiden.

Mit zu den wichtigsten Pflegmaßnahmen gehört der Rasenschnitt. Doch Mähen ist die zeit- und kostenintensivste Pflegearbeit auf Sportrasen. Bei einer angestrebten Schnitthöhe von 30 – 45 mm können so im Laufe der Saison bis zu 45 Schnittvorgänge zusammenkommen. Die Installation eines Mähroboters stellt daher eine wesentliche Arbeitserleichterung dar. Anhand einer Vollkostenrechnung machte der Referent deutlich, dass trotz der Anschaffungskosten von ca. 16.000 € für einen Mähroboter sich eine solche Investition lohnt, weil die Folgekosten über das Jahr gesehen gegenüber dem herkömmlichen Mähen deutlich niedriger sind. Und noch etwas spricht für den Mähroboter: Das aufgrund des täglichen Mähens sehr kurze Schnittgut kann selbst bei nasser Witterung problemlos auf dem Rasen verbleiben. Dort wird es rasch von den Bodenorganismen abgebaut. Schnittgutentsorgung gehört somit der Vergangenheit an. Ein weiterer wichtiger Nebeneffekt des ständigen Mähens: Durch den täglichen Schnitt werden die Gräser permanent zur Bildung neuer Triebe angeregt, der Rasen wird dichter und belastbarer.

2018-08-02_Landkreis Miltenberg - Pressearchiv
Auch die Sportplatzpflegegemeinschaft Miltenberg war mit ihren Maschinen vor Ort. Joachim Hennich aus Guggenberg erklärte ihre Funktionsweise und warum das Striegeln, Lüften und Sanden von Sportplätzen mit zu den Voraussetzungen für eine optimale Rasennarbe gehören.

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