14.08.2015

Pressemitteilung Flüchtlingsunterkunft fertiggestellt

Rechtzeitig, bevor am kommenden Montag die ersten von bis zu 200 Flüchtlingen im Rahmen des Notfallplans nach Miltenberg kommen, haben die freiwilligen Helfer von Feuerwehr, THW und BRK die Miltenberger Realschulturnhalle in eine wohnliche Unterkunft verwandelt.

Seit Dienstag werkelten die zahlreichen Helfer: Nach Verlegung des Bodens wurden sukzessive Feldbetten, Stühle und Bänke in die Halle gebracht und aufgebaut. Die Schränke werden aufgebaut, sobald die Flüchtlinge die Halle bezogen haben. Dass man auf den Betten gut liegen kann, demonstrierte stellvertretender Landrat Thomas Zöller am Freitagmorgen. Der 1,93 Meter große Kommunalpolitiker testete eines der Betten und befand es für stabil und gut geeignet.
Unterteilt sind die insgesamt vier Wohneinheiten mit Bauzäunen. So kann flexibel reagiert werden, sollten viele Familien mit Kindern oder viele Frauen kommen. Flexibilität ist notwendig, denn erst bei Ankunft der Flüchtlinge am Montag werden die Verantwortlichen wissen, wie sich die Asylsuchenden zusammensetzen. Für Familien mit Kindern stehen zwei Wickelräume bereit, dazu ein großes Spielzimmer.
Zwei Drittel der Halle stehen für die Unterkunft zur Verfügung, das restliche Drittel wird für die Essensausgabe und das Essen selbst verwendet. Damit die 200 Gäste wissen, wie das problemlose Zusammenleben funktioniert und wie die Hygiene erhalten kann, wurden Merkblätter in zahlreichen Sprachen verfasst. Diese zeigen unter anderem, mit Bildern versehen, wie beispielsweise Toiletten und Duschen funktionieren und wie gute hygienische Zustände erhalten werden können. In einer Hausordnung sind die Regeln für das gemeinsame Leben unter einem Dach dargelegt – etwa mit Angabe der Zeiten der Nachtruhe. Alkohol und Rauchen sind in der Halle darüber hinaus verboten. Für gute Luftwerte in der Halle sorgt die Luftaustauschanlage, die im vergangenen Jahr installiert wurde.
Neben den sanitären Einrichtungen in der Halle können die Flüchtlinge auch Anlagen im Außenbereich der Halle nutzen, darüber hinaus werden Waschmaschinen zur Verfügung stehen. Gedacht wurde auch an Aufladestationen für Handys, denn Mobiltelefone sind häufig die einzige Möglichkeit der Flüchtlinge, Kontakt zu ihren Familien zu halten.
Vor Ort werden von Montag an auch zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamts, der Caritas und des Roten Kreuzes sein. Insbesondere werden auch Sozialpädagogen des Landratsamtes als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Der Landkreis Miltenberg hat in der Halle Büros für Sozialamt, Ausländeramt und Gesundheitsamt eingerichtet. Das Rote Kreuz wird in den ersten Tagen für die Verpflegung sorgen, ehe es von einer Cateringfirma abgelöst wird. Darüber hinaus werden die Ehrenamtlichen vom BRK in drei Schichten während der gesamten Zeit der Nutzung der Halle für die Getränke sorgen.
Das Landratsamt macht nochmals darauf aufmerksam, dass der Zutritt zur Halle nur mit einem Sicherheitsausweis möglich ist. Dies wird auch von einem Sicherheitsdienst kontrolliert. Die Regierung von Unterfranken hat dem Landratsamt gegenüber zugesagt, dass die Halle nur für eine Zeit von sechs Wochen gebraucht wird. 

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Das Innere der Realschulturnhalle ist mit Bauzäunen und Sichtschutzplanen flexibel eingeteilt.

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Merkblätter in verschiedenen Sprachen und mit Bildern geben den Flüchtlingen Hilfestellung, wie ordentliche hygienische Zustände erhalten werden können.

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Das Mobiltelefon ist für die meisten Flüchtlinge die einzige Möglichkeit, Kontakt zu ihren Familien in den Bürgerkriegsgebieten zu halten. Deshalb wurde daran gedacht, in der Halle Strom für Handyaufladungen bereit zu stellen.

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