04.11.2015

Pressemitteilung Landratsamt und Polizei wollen Bucher Bürgern helfen

Die Einwohner des Kirchzeller Ortsteils Buch fühlen sich von lärmenden und zu schnellen Motorradfahrern im Ort auf der in Richtung Mudau führenden Kreisstraße 42 belästigt. Zusammen mit Landrat Jens Marco Scherf, Bürgermeister Stefan Schwab und seinem Geschäftsleiter Reinhold Koch, Vertretern von Landratsamt, Polizei, Staatlichem Bauamt und Bürgerinnen und Bürgern diskutierte man am Donnerstag die Situation und kam zu einer Idee, wie man den Lärmgeplagten helfen kann.

Im Namen der Anwohner führte Gernot Jäger die Nöte der Bucher aus, die vor allem an den Wochenenden bei schönem Wetter von Motorradfahrern belästigt werden: nicht nur durch zu schnelles Fahren in und außerhalb der Ortschaft, sondern auch durch den Lärm manipulierter Auspuffanlagen. Den Anwohnern fällt auf, dass viele Zweiradfahrer schon im Ort stark beschleunigen, um möglichst schnell in Richtung Mudau weiterzurasen. Jäger konnte dies mit Videos belegen.

Verdeckte Geschwindigkeitsmessungen an vier Stellen innerhalb des Orts hätten laut Gerald Rosel (Abteilungsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt) ergeben, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit in der Ortdurchfahrt zwischen 56 und sogar 69 Kilometer pro Stunde und damit deutlich über dem erlaubten Tempo liegt. Allerdings, so Peter Winkler (Polizei), gestalte sich das Blitzen schwierig. Aus gesetzlichen Gründen dürfe man nur mindestens 200 Meter nach dem Ortsschild blitzen. Somit könnten die Motorradfahrer, die kurz vor dem Ortsausgang stark beschleunigen, nicht erfasst werden. Auch sei es schwierig, auf Bildern Motorradfahrer zu identifizieren, da sie einen Helm tragen. Man müsse deshalb jeden zu schnellen Fahrer anhalten. Dazu aber brauche es einen hohen personellen Aufwand, den man nur mit Hilfe der Polizeikollegen aus Würzburg bewältigen könne.
Auch mit dem Lärm ist es nicht einfach, denn der Gesetzgeber nimmt immer nur Durchschnittswerte in Verordnungen und Gesetze auf. „Lärmspitzen sind eine enorme Belastung“, wusste Landrat Jens Marco Scherf aus der Diskussion um den Fluglärm, aber zum Tragen kämen immer nur Durchschnittswerte. Und die, ergänzte der Vertreter des Staatlichen Bauamts, lägen den Lärmberechnungen aus dem Jahr 2010 zufolge deutlich unter den Grenzwerten. Allerdings messe man in diesem Jahr erneut in Buch und werde erneut die Lärmwerte errechnen. An den Messstellen werde nur die Geschwindigkeit erfasst, ehe mittels eines komplizierten Verfahrens der Lärm errechnet wird. Um diese Lärmwerte praxistauglicher zu gestalten, müsse man an den Gesetzgeber herantreten, sagte Landrat Jens Marco Scherf und brachte die örtlichen Bundestagsabgeordneten ins Spiel.

Trotz der genannten Schwierigkeiten wollen Landratsamt und Polizei versuchen, den Bürgern zu helfen. Probeweise soll in der nächsten Motorradsaison nach dem Bucher Ortsausgang in Richtung Mudau eine Tempo-70-Zone ausgewiesen werden, die auch überwacht werden soll. Zudem will man – ähnlich dem Vorgehen auf der B47 bei Amorbach – Schwerpunktkontrollen an Wochenenden ansetzen. Bei diesen sollen die Motorräder der angehaltenen Biker auf das Einhalten der technischen Vorschriften überprüft und illegale Auspuffanlagen entdeckt werden. Zusätzlich will man einen Appell an die Vernunft der Motorradfahrer richten, indem man ein Schild mit der Bitte um Rücksicht in der Ortsdurchfahrt aufstellen will. Im Februar will das Landratsamt die Beteiligten informieren, welche Maßnahmen umgesetzt werden. Nach einer Probesaison soll Bilanz gezogen werden, was die Maßnahmen gebracht haben.

Die Anwohner von Buch beklagen sich, dass viele Motorradfahrer noch innerhalb des Orts in Richtung Mudau stark beschleunigen. Dieser Lärm ist noch in weiter Entfernung zu hören.
Die Anwohner von Buch beklagen sich, dass viele Motorradfahrer noch innerhalb des Orts in Richtung Mudau stark beschleunigen. Dieser Lärm ist noch in weiter Entfernung zu hören.

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