02.12.2015

Pressemitteilung Falls Fripa zustimmt: Nahwärmenetz realisierbar

Falls der Miltenberger Hygienepapierhersteller Fripa zustimmt, könnte in Miltenberg-Nord ein Nahwärmenetz für die Landkreisliegenschaften entstehen. Der Ausschuss für Energie, Natur- und Umweltschutz beauftragte die Verwaltung für diesen Fall mit der Umsetzung des Netzes.

Mario Breunig, Klimaschutzmanager am Landratsamt, berichtete von den positiv abgeschlossenen Untersuchungen. Bereits der Einbau eines Wärmeüberträgers an der Papiermaschine 6 der Fripa würde eine Auskopplung von 1000 Kilowatt (kW) ermöglichen. Die kreiseigenen Liegenschaften würden nach der Sanierung des Johannes-Butzbach Gymnasiums noch eine Heizleistung von 700 kW benötigen, so Breunig, der eine Erzeugerleistung von jährlich durchschnittlich 500 kW für ausreichend hielt. Somit lägen in der Ausweitung der Versorgung auf angrenzende Wohnblocks und Einfamilienwohnhäuser weitere Entwicklungsmöglichkeiten des Konzeptes. Formen der Kooperation würden zurzeit von Fripa und Landratsamt geprüft, so Breunig. Eine mögliche Förderung biete das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Vom Landkreis sei für das Projekt mit geschätzten Kosten von 665.536 Euro vorsorglich ein Förderantrag gestellt worden. Dieses Programm sehe eine Förderhöhe von 45 Prozent vor, erläuterte Breunig. Parallel würden weitere mögliche Förderprogramme geprüft.

Dass die Bohrungen an den vier Grundwasserbeobachtungspegeln auf der Altdeponie Großheubach die Einschätzungen der Fachleute am Landratsamt bestätigt haben, berichtete Kai Strüber dem Gremium. Demnach sei das Grundwasser mit dem Wasser der Klingenquelle vergleichbar. Durch die Messungen an drei Pegeln sei klar erwiesen, dass das Grundwasser nicht in Richtung Klingenberg, sondern in Richtung Großheubach ströme, so Strüber. Auch die gemessenen Werte stellten klar, dass kein Blei im Wasser vorhanden sei. Lediglich das Element Barium sei etwas auffällig. Da diese Werte sowohl im An- als auch im Abstrom der Pegel gemessen werden, müsse man davon ausgehen, dass das Element hier geogen vorkomme. Die Fachleute empfehlen Strüber zufolge noch weitere Beprobungen in den Jahren 2016 und 2017. Sollten keine weiteren Auffälligkeiten auftreten, wolle man die Einstellung der Beprobungen beantragen, so Wolfgang Röcklein, Leiter der kommunalen Abfallwirtschaft am Landratsamt.

Vom jüngsten Runden Tisch E-Mobilität berichtete Mario Breunig, dass alle Energieversorger der Region mit dem Thema beschäftigt seien und es erste Ansätze zur Umsetzung gebe – etwa von den Stadtwerken Klingenberg. Aber auch im Miltenberger Landratsamt werde es eine E-Tankstelle geben. Wichtigste Grundlage für das Vorantreiben der E-Mobilität sei eine flächendeckende Ladeinfrastruktur, so Breunig, deshalb sei die Fortführung des Runden Tisches beschlossen worden. Man habe zwei Arbeitsgruppen zu den Themen „Infrastruktur“ und „Öffentlichkeitsarbeit“ eingerichtet, die noch vor dem Termin für den nächsten Runden Tisch (11. März 2016) ihre Arbeit aufnehmen werden.

Von unerwünschten Vorkommnissen rund um die Depotcontainer für Elektrokleingeräte berichtete Wolfgang Röcklein. So seien in einem Elektroschrottcontainer in Faulbach zwei mit Altöl gefüllte Gefäße gefunden worden, wovon eines ausgelaufen war und die Geräte im Container beschädigt hatte. Auch sei beobachtet worden, dass Elektroschrottcontainer aufgebrochen wurden. In einem Fall sei sogar akrobatisch eingestiegen worden – vermutlich auf der Suche nach Handys. Deshalb solle man sicherheitshalber nur Geräte einwerfen, die keine persönlichen Daten enthalten – bei Handys sollte man diese auf den Werkszustand zurücksetzen. Man sehe aber auch, dass vor allem an Containerstandorten in der Nähe der Landkreisgrenze (Amorbach und Faulbach) Elektrogroßgeräte deponiert würden. Es sei zu vermuten, dass diese Gegenstände von Menschen aus den benachbarten Kreisen abgestellt werden, in denen es solche komfortablen Erfassungssysteme wie im Landkreis Miltenberg nicht gibt. Die Abfallwirtschaft bittet deshalb alle Bürgerinnen und Bürger um korrekte Entsorgung ihrer Abfälle. Beschädigungen oder sonstiges Fehlverhalten an den Containern sollten den Abfallberatern (Telefon 09371/501-380, -384 oder -385) gemeldet werden.

Aus nichtöffentlicher Sitzung wurde bekannt, dass der Altpapiervermarktungsvertrag mit der Firma Emde (Aschaffenburg) um ein weiteres Jahr verlängert wurde. Nach der Genehmigung von zwei Nachträgen beläuft sich die Gesamtauftragssumme für die Bohrungen bei der ehemaligen Kreismülldeponie Großheubach auf 138.982 Euro.
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