12.05.2015

Pressemitteilung Urkunden für 32 neue deutsche Staatsbürger

Der Landkreis Miltenberg hat seit Donnerstagabend 32 neue Staatsbürgerinnen und Staatsbürger: Im großen Sitzungssaal des Landratsamts überreichten Landrat Jens Marco Scherf und der Kreisvorsitzende des Bayerischen Gemeindetags, Günther Oettinger, ihnen die Einbürgerungsurkunden.

Die Einbürgerung sei ein wichtiger Einschnitt im Leben, sagte Landrat Jens Marco Scherf, sie sei ein Bekenntnis zu Deutschland und den hier lebenden Menschen, zu den Werten der Verfassung und zum Grundgesetz. Mit der Feier wolle man die neuen Bürgerinnen und Bürger willkommen heißen und ihnen Respekt erweisen. Für ihn sei es keine Frage gewesen, die Form der Einbürgerungsfeier von seinem Amtsvorgänger Roland Schwing zu übernehmen, sagte Scherf, denn die Einbürgerung habe eine überragende Bedeutung für den Lebensweg. Scherf stellte auch klar, dass eine Einbürgerungsfeier einen sehr hohen Aufwand erfordert, da die Staatsbürgerschaft genau mit der Überreichung der Urkunde erfolgt. In diesem Zusammenhang dankte er dem Team des Landratsamts für die hervorragende Arbeit.

Der Landkreis habe traditionell einen hohen Anteil von Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationshintergrund, wusste der Landrat. Diese Zuwanderung sei eines der Fundamente, auf denen der wirtschaftliche Wohlstand des Landkreises beruht. „Wir sind auf die Vielfalt im Landkreis stolz, denn dies macht unseren Landkreis bunter und stärker“, so Scherf.

Er ging auf den dramatischen Anstieg der Flüchtlingszahlen ein, der hauptsächlich auf Krisen und Kriege zurückzuführen sei. Hier in Europa dagegen lebe man in Frieden, Freiheit und Wohlstand. Dies verdanke man der gelebten freiheitlich-demokratischen Grundordnung Deutschlands und der Aussöhnung der Staaten Europas. In diesem Zusammenhang dankte der Landrat allen, die im Landkreis ihre Hilfsbereitschaft gegenüber den Flüchtlingen zeigen. Scherf bat alle neuen Staatsbürgerinnen und -bürger, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen – in Vereinen, Verbänden und Hilfsorganisationen. Der Entschluss, Deutscher zu werden, sei ein wichtiges Signal. „Sie zeigen, dass Sie dazugehören wollen, dass Sie Teil dieser Gesellschaft sein und auch Verantwortung übernehmen wollen. Gemeinsam sollten wir den Weg in eine gute Zukunft gehen“, so Scherf.

Nach dem Bekenntnis der Bewerber überreichten Scherf und Oettinger, moderiert von Gerald Rosel, Leiter der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt, Urkunden an insgesamt 32 Eingebürgerte aus der Türkei (21), Griechenland (drei), Thailand, Rumänien und Italien (je zwei) sowie Litauen und Polen (je einer).

Für die Eingebürgerten berichtete Justyna Magdalena Dudziak von ihrem bisherigen Lebensweg. Die 31-Jährige gebürtige Polin studierte nach einem Au-Pair-Aufenthalt in Deutschland zunächst in Polen Germanistik. Im Sommer 2005 kam sie auf der Suche nach einem Job nach Eichenbühl. Hier lernte sie ihren späteren Mann kennen. Sie heirateten, sie schloss ihr Studium ab und war anschließend Deutschkursleiterin in Aschaffenburg. Hier leitete sie Integrationskurse und wurde erstmals mit Ausländern konfrontiert, die die Integration völlig unterschiedlich lebten. Obwohl sie keine deutsche Muttersprachlerin ist, absolvierte sie das Lehramtsstudium für die Grundschule in Würzburg – auch wenn sie anfänglich Angst hatte, den Anforderungen nicht gerecht werden zu können. Im August wird sie ihr erstes Staatsexamen schreiben und so, wie es aussieht, „kann ich mir doch noch meinen Traum erfüllen und Kinder unterrichten.“

Im Namen der Bürgermeister hieß Claudia Kappes, Bürgermeisterin von Stadtprozelten, die neuen Staatsbürger willkommen. Alle hätten nicht spontan entschieden, Deutscher zu werden, sagte Kappes, alle hätten sich diesen wichtigen Schritt reiflich überlegt. Denn, so Kappes, dieser Schritt sei ein Stück Abschied, aber auch ein Neuanfang. Integration sei nicht leicht und fordere von beiden Seiten viel. Alle müssten die Integration leben und befördern, sagte Kappes. Von den neuen Deutschen werde unter anderem erwartet, dass sie die gesellschaftlichen Werte respektieren und die deutsche Sprache sprechen, aber auch die Einheimischen müssten sich öffnen. Kappes forderte die neuen Staatsbürger auf, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in die Gesellschaft einzubringen. „Von einer anderen Kultur zu lernen, hat Gesellschaften schon immer weitergebracht“, zeigte sie sich überzeugt. Sie bat die Eingebürgerten auch, das Wahlrecht zu nutzen und sich aktiv an der politischen Willensbildung zu beteiligen.

Musikalisch begleitet wurde die Einbürgerungsfeier von der Musikgruppe Saitensprung (Lebenshilfe im Landkreis Miltenberg). Nach dem gemeinsamen Singen des Deutschlandlieds schloss sich ein Empfang an. 

Nach der Einbürgerungsfeier stellten sich die neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger mit Landrat Jens Marco Scherf (links) und dem Kreisvorsitzenden des Bayerischen Gemeindetags, Günther Oettinger (rechts), zum Gruppenfoto.
Nach der Einbürgerungsfeier stellten sich die neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger mit Landrat Jens Marco Scherf (links) und dem Kreisvorsitzenden des Bayerischen Gemeindetags, Günther Oettinger (rechts), zum Gruppenfoto.

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