02.03.2015

Pressemitteilung Erfolgreiche Jungforscher ausgezeichnet

Mit der Preisverleihung ist am Freitag der unterfränkische Regionalentscheid „Jugend forscht“ in der Werkskantine des Industriecenters Obernburg (ICO) zu Ende gegangen. Stellvertretender Landrat Thomas Zöller, Regionalwettbewerbsleiter Joachim Fertig und Regionalmanager Marcus Seibel (Initiative Bayerischer Untermain) freuten sich besonders, dass in Tristan Schuler (17) und Noel Wierschen (16) zwei Schüler aus dem Landkreis Miltenberg einen ersten Preis errangen.

152 junge Teilnehmer aus ganz Unterfranken hatten sich mit insgesamt 84 Projekten den fachkundigen Mitgliedern der Jury gestellt. Unterteilt in zwei Wettbewerbe – „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ –, waren Arbeiten in den Themenfeldern Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik eingereicht worden. Das Gros der Projekte wurde in den Sparten Biologie und Technik (jeweils 36) abgeliefert, gefolgt von Chemie (26), Physik (22), Geo- und Raumwissenschaften (13), Arbeitswelt (elf) und Mathematik/Informatik (acht). Vor der Preisverleihung nutzten viele Gäste die Möglichkeiten, sich ein Bild von der Vielfalt der eingereichten Projekte zu machen. Dabei sorgten die Arbeiten der Jungforscher nicht selten für großes Staunen.

Umrahmt von mehreren Vorführungen des „verrückten Professors“ (Engelbert Koberlun), entwickelte sich eine abwechslungsreiche Preisverleihung, die gekonnt und unterhaltsam vom Bayern-3-Radiomann Axel Robert Müller moderiert wurde. Gleich zu Beginn unterhielten sich Müller, Wolfgang Jäger (Regierung von Unterfranken), Aschaffenburgs Oberbürgermeister Klaus Herzog und Albert Franz (Standortmanager des ICO) über „Jugend forscht“. Herzog sprach sich dafür aus, Jugendliche jetzt zu fördern, damit sie später an der Technik der Zukunft arbeiten können. Für Albert Franz steht fest, dass ein industriell geprägter Landkreis wie Miltenberg stets neue Ideen, Innovationen und Produkte benötigt. „Das beginnt in den Hobbykellern und Klassenräumen“, steht für ihn fest.

In einer weiteren Gesprächsrunde holte Müller ehemalige erfolgreiche Wettbewerbsteilnehmer auf die Bühne. Dr. Peter Sänger und Matthias Peter erläuterten ihren durch „Jugend forscht“ geprägten Lebensweg, der in der Gründung von Unternehmen resultierte. Per Skype aus Paris zugeschaltet war der erst 16-jährige Lennart Kleinwort, der nach dem Landes- und Bundessieg bei „Jugend forscht“ im Jahr 2014 bei der „Intel International Science and Engineering Fair“ sogar einen der ersten Preise weltweit holte. Mit seiner App „FreeGeo“ ließ er über 1700 Jungwissenschaftler hinter sich und gründete sogar ein Unternehmen. „Ich muss sogar Steuern zahlen“, lachte er. Die erfolgreichen Forscher gaben dem Nachwuchs den Rat, der Neugier nachzugeben, den Dingen auf den Grund zu gehen und dabei auch Spaß zu haben.

Groß war die Freude, als Tristan Schuler (Obernburg) und Noel Wierschen (Bürgstadt), beide Schüler des Elsenfelder Julius-Echter-Gymnasiums, den Sieg im Technik-Wettbewerb holten. Die Jury zeigte sich begeistert von der Entwicklung ihres Autos, das nicht nur fahren, sondern auch fliegen kann. Das 6,3 Kilogramm schwere Modell „fährt perfekt und fliegt wirklich“, bestätigte Juror Dr. Gerald Heimann und erläuterte die Konstruktion des Autos. „Diese Arbeit war für uns alle sehr beeindruckend“, fasst Heimann die Auffassung der Jury zusammen.

Weitere erste Preise („Jugend forscht“) gingen an:
Biologie: Elisabeth Edelmann (Jack-Steinberger-Gymnasium Bad Kissingen) für „Nanosilber: Untersuchung der bakteriziden Wirkungsweise)“.
Chemie: Levin Winzinger, Larissa Roth und Felicitas Kaplar (Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach) für „Glycerin als nachhaltige Quelle für grüne Olefine: Perspektiven für das Nacherdölzeitalter“.
Geo- und Raumwissenschaften: Paul Huslage, Fabricius Streitenberger und Niklas Ohly (Wirsberg-Gymnasium Würzburg) für „Konstruktion einer Drohne zur Aufzeichnung von Klimadaten in der Luft und im Wasser.“

Erste Preise im Wettbewerb „Schüler experimentieren“ bekamen:
Arbeitswelt: Katharina Hahn und Swantje Wüst (Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach) für „Wieso hält die Schleife nicht? – Untersuchungen zur Festigkeit von Schleifen“.
Biologie: Charlotte Schneider und Chiara Reißbach (Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach) für „Nanosilber: Die sanfte Wunderwaffe gegen Bakterien und Keime.“
Chemie: Philipp Herget und Maurice Noll (Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach) für „Smarte Oberflächen: Saubere Luft durch Fotokatalyse“.
Mathematik/Informatik: Alexander Heeg (Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg) für „Welche Strategien sind beim Schafkopfen erfolgreich?“.
Physik: Tony Oehm (Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt) für „Hydrophobie in Theorie und Praxis“.
Technik: Jonas Elschner (Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg) für „Entwicklung eines Verfahrens zur Optimierung der Selbstherstellung von Platinen“.
Aus dem Landkreis Miltenberg beteiligten sich darüber hinaus im Wettbewerb „Schüler experimentieren“, Bereich Biologie, Victoria do Adro (12, Bürgstadt) sowie Anne und Lisa Höfling (beide 12, Kirschfurt), alle Johannes-Butzbach-Gymnasium Miltenberg, mit dem Thema „Experimentieren mit effektiven Mikroorganismen“.

Eine freudige Überraschung bereitete Albert Franz am Ende den Jungforschern Alexander Heeg („Welche Strategien sind beim Schafkopfen erfolgreich?“) sowie Nohan Eizenhöfer und Tom Sattler („Lactoseintoleranz: Nahrungsergänzungspräparate auf dem Prüfstand“): Da die Mitarbeiter des ICO ihre Projekte als beste ausgewählt hatten, belohnte Franz die Schüler mit Tablets. Darüber hinaus bat er alle Schüler, deren Projekte an Materialmangel leiden, sich an ihn zu wenden. Mehrere Firmen wollten den jungen Forschern helfen, ihre Forschungen weiter zu entwickeln, sagte er. 

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So sehen Sieger aus: Die stellvertretenden Landräte Andreas Zenglein (Aschaffenburg, rechts) und Thomas Zöller (zweiter von rechts) übergeben an Tristan Schuler, zweiter von links) und Noel Wierschen die Urkunde für den ersten Preis im Bereich Technik. 

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So sieht das Flugauto aus, das Tristan Schuler und Noel Wierschen entwickelt haben. 

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Lisa Höfling, Victoria do Adro und Anne Höfling (von links) holten mit ihrer Arbeit zum Thema „Experimentieren mit effektiven Mikroorganismen“ zwar keinen ersten Preis, dennoch war ihr Stand stets von Interessenten umlagert. Hier ließen sich Regionalwettbewerbsleiter Joachim Fertig (rechts) und stellvertretender Landrat Thomas Zöller zeigen, wie schnell Radieschen in verschiedenen Erden wachsen.

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