11.12.2015

Pressemitteilung LAG bringt erste Projekte in neuer Förderperiode auf den Weg

LAG bringt erste Projekte in neuer Förderperiode auf den Weg

Der Steuerkreis der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Main4Eck hat in seiner Sitzung am Dienstagabend im Landratsamt Miltenberg die ersten Projekte der neuen LEADER-Förderperiode auf den Weg gebracht. Weitere Vorhaben befinden sich in der Entwicklung.

So ist das Projekt „WasserWeg“ am Amorbach in Mömlingen geplant, das vom Förderverein Rotary Obernburg e.V. getragen wird. Interaktive Tafeln, ein Trägersystem der Elemente, Öffentlichkeitsarbeit und ein Hinweisschild auf andere Beteiligte der Aktion „Grünes Klassenzimmer“ sind vorgesehen. Die Umsetzung der Maßnahme soll Anfang 2016 beginnen und im Sommer beendet sein. Mehrere Akteure bringen sich finanziell ein, sodass am Ende bei Gesamtkosten von 28.679 Euro eine LEADER-Förderung von 17.207 Euro zu Buche steht.
Ein spannendes Projekt verspricht die Naturerlebnis-Station in Eschau zu werden, die vom Landschaftspflegehof Elsavatal (Patrick Bodirsky) getragen wird. Er will hier ein Umweltbildungsprojekt initiieren und unter anderem in einem Pavillon ein Schaubienenvolk und verschiedene Ausstellungstücke präsentieren sowie Lehrtafeln anbringen. Die Projektpartner Naturpark Spessart, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Schullandheim Hobbach und Jagdgenossenschaft Eschau befürworten und unterstützen das Projekt. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 12.961 Euro, aus dem LEADER-Anteil muss noch die eingebrachte Eigenleistung des Projektträgers ausgerechnet werden. Solche Eigenleistungen sind nur förderfähig, wenn es sich um nicht-produktive Angebote handelt. Da in diesem Fall der Landwirt Teile des Areals selbst nutzt, könne die Eigenleistung nicht gefördert werden.

Auch die Altenburg soll mittels eines Projekts touristisch erschlossen werden. Hier war in den Jahren 2008 und 2009 eine umfangreiche Grabungskampagne erfolgt; nun soll die Burg auch touristisch in Wert gesetzt werden. „Alte Substanz kombiniert mit moderner Technik“, soll es hier künftig heißen – etwa mit einem Keltenbau als Infopoint und der Installation einer Pfostenschlitzmauer. Insgesamt 172.750 Euro werden investiert, davon tragen die Gemeinden Leidersbach und Sulzbach je 25.000 Euro, die Heimat- und Geschichtsvereine bringen 15.000 Euro Finanzmittel und 10.000 Euro Eigenleistungen ein, LEADER wird mit 97.750 Euro fördern.

Ein bislang einzigartiges LAG-Projekt steht mit der Einführung der Mainbogen-Card bevor, Projektname „MainbogenCard, das pilothafte Instrument für die regionale Verbundenheit der Einwohner des Mainbogens“. Geplant ist, dass der Zusammenschluss der Kommunen Elsenfeld, Erlenbach, Klingenberg, Obernburg und Wörth eine Karte ins Leben ruft, um die interkommunale Zusammenarbeit zu festigen. Die beteiligten Geschäfte erhoffen sich dadurch auch eine höhere Kundenbindung. Dazu ist unter anderem neue Software notwendig sowie Terminals in den Geschäften, aber auch Schulungen zur Einführung des Systems. Die Gesamtkosten werden mit 76.763 Euro angegeben. Auch hier fließen die Eigenleistungen aus der LEADER-Förderung nicht ein, so dass sich die ursprünglich geplante Förderung von 24.937 Euro noch etwas verringern wird. Dass ein solches Projekt überhaupt gefördert werden kann, liegt laut dem unterfränkischen LEADER-Koordinator Wolfgang Fuchs daran, dass es sich um eine regionale Karte mit Einbeziehung der Kommunen handelt. Ein reines Einzelhandelsprojekt dagegen wäre nicht förderfähig. Steuerkreisvorsitzender Landrat Jens Marco Scherf bezeichnete das Projekt als Beitrag zur Stärkung der regionalen Identität. All diese Projekte wurden einstimmig genehmigt, da sie auch die Pflichtkriterien erfüllen.

Die LAG-Manager Elisabeth Kluin und Dr. Jürgen Jung gaben dem Steuerkreis darüber hinaus noch einen Überblick von Projekten, die sich in der Entwicklung befinden. Darunter fällt beispielsweise ein Sandsteinprojekt, der Buntsandstein-Erlebnisweg „SandSteinKulTour“, der das Thema Sandstein in allen Facetten behandeln und das weitgehend brachliegende Potenzial des Sandsteinabbaus touristisch vermarkten will. Dieses Projekt bildet quasi eine Klammer zum bisherigen Projekt „Buntsandstein - mit allen Sinnen erleben“. Geplant ist zum einen ein Sandstein-Erlebnisweg, der von Miltenberg bis Faulbach führt und unterwegs Schwerpunkte setzt – etwa in Sachen Kultur, Kunst, Geologie, Ausbeutung, Weiterverarbeitung. In der Alten Kirche in Reistenhausen soll ein Dokumentationszentrum entstehen. Wolfgang Fuchs regte an, ein Vorkonzept zu erstellen, um das Projekt greifbarer zu gestalten.

Dieses Vorhaben kam beim Steuerkreis ebenso gut an wie der Plan, die Gotthardsruine im Form eines Archäoparks touristisch aufzuwerten. Infotafeln, ein Besucherzentrum, sowie die Installation eines Besucherleitsystems sind dafür notwendig. Erstmals will auch der Landkreis Miltenberg als Träger eines Projekts auftreten, indem er ein Radverkehrskonzept für den gesamten Landkreis in Auftrag geben will. Dabei soll das gesamte Radwegenetz unter die Lupe genommen werden. In einem Maßnahmenkatalog soll aufgeführt werden, wo es noch Lücken gibt und wie diese geschlossen werden sollen. Das Konzept soll noch 2016 umgesetzt werden, gerechnet wird mit Kosten von rund 85.000 Euro. Wolfgang Fuchs regte an, auch in den Nachbarlandkreisen für dieses Projekt zu werben, um durch ein Kooperationsprojekt einen höheren Fördersatz zu erreichen.

Geplant ist weiterhin, das Projekt Burglandschaft in Form der „Burglandschaft 3.0“ fortzuführen. Zum einen will der Projektträger Archäologisches Spessart-Projekt das Netzwerk innerhalb der LAG verdichten, zum anderen soll es in Richtung Spessart erweitert werden. Hierzu soll auch ein Verein Burglandschaft gegründet werden.

Als umsetzenswert erachtete der Steuerkreis auch die Realisierung des Projekts „Fairtrade-Landkreis Miltenberg“. In dieser deutschlandweiten Kampagne fördern Städte und Landkreise gezielt den fairen Handel. Auf Anregung des Gremiums soll dies mit dem Zusatz ergänzt werden, dass auch das Bewusstsein für die regionale Wertschöpfungskette geschärft werden soll.

In Planung sind auch die Etablierung des Fahrradmuseums Heimbuchenthal und das Projekt ChurNatur, mit dem junge Menschen Ideen für Natur- und Landschaftsschutz entwickeln. Hierfür soll ein pädagogisches Konzept entwickelt werden, damit Projekttage angeboten werden können. Das Projekt wendet sich an Kinder im Alter von acht bis 15 Jahren, die auf diese Weise ihr Naturwissen verbessern können.
LEADER-Koordinator Wolfgang Fuchs hatte am Ende der Versammlung ein großes Lob für das LAG-Management parat. Oftmals sehe man nicht, wie viel Arbeit hinter den Kulissen geleistet werde, sagte er und stellte fest: „Die LAG ist als Drehscheibe für Ideen sehr gut in die Gänge gekommen.“ Noch warte man auf ein Schreiben des Ministeriums, wie man einen Kleinprojektefonds ausgestalten könne. Dieser Fonds soll kleine Bürgerprojekte fördern. Als sehr gut bewertete Fuchs die Kooperation der LAG mit den Akteuren der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) und der Städtebauförderung. LAG-Managerin Elisabeth Kluin bilanzierte, dass die LAG durch die aktuellen Projekte bereits 393.000 Euro an Fördermitteln gebunden habe, in der Förderperiode stünden somit noch 706.000 Euro bereit. Dazu kämen 400.000 Euro für Kooperationsprojekte.
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