30.09.2015

Pressemitteilung Unsicherheit bei Schülerkarten

Da in vielen Gemeinden Unmut über die Kosten für die Schülerfahrkarten herrscht, hat Landrat Jens Marco Scherf in der Sitzung des Ausschusses für Bau und Verkehr dazu Stellung bezogen.

Hintergrund: Bislang hatte die Verkehrsgesellschaft Untermain (VU) den Gemeinden die Kosten für die streckenbezogene Karte für Schüler in Rechnung gestellt, den Schülern aber eine Netzkarte zur Verfügung gestellt. Mit der konnten Schüler auch Fahrten außerhalb des Schulwegs unternehmen. Dieses Vorgehen hat die VU nun eingestellt, da dies offensichtlich rechtlich unzulässig war. In einem Anschreiben Anfang September hat die VU dies den Gemeinden mitgeteilt und sie vor die Wahl gestellt, streckenbezogene Karten oder die teureren Netzkarten zu bestellen. Um die Gemeindekassen zu schonen, haben viele Kommunen darauf hin entschieden, ihren Schülern die günstigeren streckenbezogenen Karten zur Verfügung zu stellen. Nun aber regt sich Protest von Schülern und Eltern.

Der Landkreis habe nichts mit der Preisgestaltung der Fahrkarten zu tun, stellte Scherf klar. Dies sei Sache der VU, die sich die Preise von der Regierung von Unterfranken genehmigen lassen müsse. Zuständig für die Schülerbeförderung sei der jeweilige Sachaufwandsträger, so Scherf: Der Landkreis für seine Schulen, die Gemeinden für Grund- und Mittelschulen. Der Landkreis aber stelle seinen Schülern schon seit 2004 ausschließlich die Netzkarte zur Verfügung, um die Schüler an den umweltfreundlichen Nahverkehr zu gewöhnen. Diese Lösung sei zudem verwaltungsfreundlicher und auch Schulwechsel innerhalb des Landkreises seien so leichter.

Einen unangenehmen Zungenschlag, der im Sorgen bereite, bekomme die Angelegenheit nun beispielsweise in Eschau. Während die Gemeinde dort ihren Schülern die Streckenkarte zukommen lasse, zahle der Landkreis – wie bei ihm üblich – den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in der dortigen Erstaufnahmestelle eine Netzkarte. Nun werde man mit Vorwürfen konfrontiert, „die armen deutschen Kinder“ würden benachteiligt.

Die Kommunikation von Seiten der VU sei sehr unglücklich verlaufen, stellte Scherf fest und kündigte an, die VU anzuschreiben und um eine Erklärung für die neue Vorgehensweise zu bitten – gerne auch vor dem Kreisausschuss.
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