21.07.2015

Pressemitteilung Gesundheitsregion plus:

1. Treffen der Arbeitsgruppe „Gesundheitsförderung und Prävention“

Am vergangenen Donnerstag traf sich das erste Mal die Arbeitsgruppe Gesundheitsförderung und Prävention der Gesundheitsregion plus. Im Vordergrund stand die Bestandserhebung von gesundheitsfördernden und präventiven Angeboten im Landkreis Miltenberg. Anhand von 12 Kategorien wurden von den teilnehmenden Experten viele Angebote und Träger in der Region identifiziert und zusammengetragen.

Im Bereich der gesunden Ernährung gibt es Kurse, Vorträge und Beratungsangebote durch die Krankenkassen, aber auch bei den Volkshochschulen oder den Wohlfahrtsverbänden wie dem AWO-Bezirksverband Unterfranken sind diverse Möglichkeiten vorhanden.

Die Bewegungsförderung ist klassischerweise ein breites Feld, in dem sich der BLSV sowie diverse Turn- und Sportvereine, aber auch die Krankenkassen engagieren. Die AOK Aschaffenburg sowie die BKK Akzo-Nobel Obernburg berichteten von ihren vielfältigen Angebotskatalogen. Zudem gibt es die Zentrale Prüfstelle Prävention, eine Online-Datenbank, in der man sich über qualitativ hochwertige Präventionskurse informieren kann.

Auch das Thema Entspannung nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Sportvereine, Volkshochschulen und Krankenkassen sorgen hier im Landkreis für die nötige Entschleunigung.

In der Suchtprävention ist die Region mit zahlreichen, auch zielgruppenspezifischen Angeboten gut aufgestellt. Der Caritasverband für den Landkreis Miltenberg hat eine Psychosoziale Beratungsstelle mit Suchtberatung. Der AWO-Bezirksverband mit seinem Sozialpsychiatrischen Dienst bietet suchtpräventive Hilfen an. Es gibt diverse Selbsthilfegruppen, wie die Anonymen Alkoholiker, Kreuzbundgruppen und viele andere mehr. Auch das Landratsamt Miltenberg bildet mit seiner Fachstelle Suchtprävention eine wichtige Säule, um Kinder- und Jugendliche spielerisch und in Projekten für das Thema Sucht zu sensibilisieren.

Der Komplex Schwangerschaft / Geburt / Frühe Hilfen umfasst Angebote der Frauenärzte, aber auch von Organisationen wie Pro Familia, Donum vitae, dem Caritasverband, der Berufsgruppe der Hebammen und den Kinder(intensiv)krankenpflegediensten, aber auch dem Landratsamt mit seiner Schwangerenberatungsstelle, den Angeboten des Gesundheitsamtes sowie der Koordinierenden Kinderschutzstelle (KoKi) in Obernburg.

Die Kinder- und Jugendgesundheit schließt im Lebensverlauf an die oben genannten Stellen an. Die Bayerische Sportjugend des Landkreises Miltenberg, die Frühförderstellen, die Kinder- und Hausärzte, aber auch innovative und erfolgreiche Projekte wie das des AWO-Bezirksverbandes, die Löwenherz-Gruppe für Kinder mit einem psychisch belasteten Elternteil, oder das Projekt Klasse 2000 an Grundschulen sind hier beispielhaft zu nennen.

Der Aspekt, dass Frauen- und Männer auch in Gesundheitsfragen unterschiedlich sind, ist mittlerweile wissenschaftlich belegt. Auch im Landkreis gibt es schon einige geschlechtsspezifische Angebote. Der Verein Frauen für Frauen e.V. bietet Schwimmkurse für Frauen an. Sportvereine haben Männer- bzw. Frauensportgruppen im Angebot. Es gibt Präventionskurse. Auch die Vorsorgeuntersuchungen der Haus- und Fachärzte sind hier anzusiedeln.

Ältere Menschen profitieren von den sogenannten DMP-Programmen (Disease Management Programmen) der Krankenkassen, wenn sie an einer chronischen Erkrankung wie z.B. Diabetes mellitus oder Brustkrebs leiden. Zudem bieten sie eine umfassende Pflegeberatung für ihre Versicherten an. Die Beratungsstelle Demenz und die Beratungsstelle für Senioren und pflegende Angehörige bieten ebenfalls Information, Beratung und Aufklärung. Schulungen für pflegende Angehörige kann man u.a. beim Caritasverband erhalten.

Unter gesunde Lebenswelten versteht man die Orte, an denen sich Menschen die meiste Zeit aufhalten, beispielsweise an ihrem Arbeitsplatz sowie in Kindergärten, Schulen oder Vereinen. Viele vorbeugende Maßnahmen setzen mittlerweile dort an, denn es konnte nachgewiesen werden, dass Menschen am Besten in ihren Lebenswelten erreicht werden. Zahlreiche Betriebe haben mittlerweile ein Betriebliches Gesundheitsmanagement eingeführt. Als Beispiele genannt wurden u.a. die Firma WIKA und auch das Landratsamt. Das Ärztenetz Untermain hat ein Diabetesfrüherkennungsprojekt gestartet. Der Caritasverband bietet spezielle Kinästhetik- Kurse für seine Mitarbeiter in der Pflege an. Für Firmen ist es lukrativ, gestiegene Krankheitstage durch die Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiter zu senken.

Für Menschen mit Migrationshintergrund gibt es beim BRK-Kreisverband Miltenberg - Obernburg eine Migrationsberatung. Der Caritasverband engagiert sich in der Asylsozialarbeit und der AWO-Bezirksverband bei Hilfen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Das Gesundheitsamt bietet Impfberatung und -angebote in Einrichtungen für Asylsuchende an.

Zu Gesundheitlicher Chancengleichheit zählen alle Angebote, die sich in besonderer Weise dafür einsetzen, dass Menschen Teil der Gesellschaft sein können und nicht ausgegrenzt werden. Besonders zu nennen sind hier die Behindertensportgruppen, die Selbsthilfegruppen, exemplarisch dafür die Initiative „Gemeinsam statt einsam“, und die Angebote der Wohlfahrtsverbände wie die Freizeitgruppen des AWO-Bezirksverbandes oder des Caritasverbandes.

Unter Sonstige Angebote subsummiert sich alles, was nicht eindeutig zu einer der vorgenannten Gruppen zuzuordnen ist. Beispielhaft lassen sich hier die Selbsthilfeunterstützungsstelle im Landratsamt, der seit 20 Jahren bestehende Arbeitskreis Selbsthilfe und Gesundheit, die Volkshochschulen in Miltenberg und Erlenbach, die Informationsplattform für Eltern von Kindern mit Behinderung (INTAKT) und die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) nennen.

Die Ergebnisse der Bestandserhebung werden dem Gesundheitsforum in seiner nächsten Sitzung vorgestellt. Dieses entscheidet dann über das weitere Vorgehen und erteilt die nächsten Arbeitsaufträge.
© 2011 Landratsamt Miltenberg | Brückenstr. 2 | 63897 Miltenberg | Tel: 09371 501-0
Fernwartung