28.10.2015

Pressemitteilung Jobcenter hat Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge im Fokus

Über die aktuelle Lage im Jobcenter des Landkreises Miltenberg hat dessen Leiter Alfons Opolka am Montag im Kreistag berichtet. Er sprach von einem stabilen Jahr 2015, in dem sich die Zahl der erwerbsfähig Leistungsberechtigten (2650) und der Bedarfsgemeinschaften (rund 2000) gegenüber 2015 kaum verändert habe. Die Fluktuation sei allerdings weiterhin hoch.

Den Haushaltsansatz bei den kommunalen Leistungen von 7,6 Millionen Euro werde man vermutlich um rund 200.000 Euro unterschreiten. Da die Anerkennungszahlen von Flüchtlingen noch nicht hoch seien, habe man noch nicht viel Kontakt mit Flüchtlingen. Gemeinsam mit der Arbeitsagentur organisiere man erste Sprachkurse für Flüchtlinge mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit. Im nächsten Jahr würden Flüchtlinge zu einer großen Herausforderung, glaubt Opolka, denn vermutlich sei bis Mitte 2016 über alle Asylanträge der 2015 gekommenen Flüchtlinge entschieden. Im Mittelpunkt der Integrationsarbeit stünden der Abbau der Sprachdefizite, die Feststellung und Anerkennung beruflicher Kenntnisse und die Vermittlung in Arbeit, so Opolka.

Leider laufe das erfolgreiche Bundesprogramm „50plus“ Ende 2015 aus, bedauerte er. Der Fokus in den kommenden Jahren werde sich auch auf Langzeitarbeitslose und Langzeitbezieher richten, kündigte er an. Gleich zwei Projekte habe man an Land ziehen können: Das ESF-Langzeitarbeitslosenprojekt für 50 Personen, die mit relativ hohen Arbeitgeberzuschüssen gefördert werden können sowie das Projekt „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“. Hier können bis zu 65 Langzeitbezieher in gemeinnützige, zusätzliche Beschäftigung einmünden. Mit dem sozialen Arbeitsmarkt habe man bereits gute Erfahrungen, verwies Opolka auf die Beschäftigungsgesellschaft „Miltenberger Arbeit“ (2008 bis 2010) und das Projekt „Bürgerarbeit“ (2011 bis 2014). Teilnehmer am drei Jahre laufenden Projekt würden mit 20 oder 30 Stunden pro Woche beschäftigt, wobei der Arbeitgeber die Lohn- und Lohnnebenkosten voll erstattet bekommt. Vorrangige Zielgruppen seien Sozialbetriebe, Vereine und Kommunen, die damit zusätzliche Leistungen anbieten, ihre Angebote attraktiver gestalten und Ehrenamtliche entlasten könnten. Für mehr als die Hälfte dieser Plätze habe man bereits Stellenzusagen, freute sich Opolka.

Unter dem Punkt „Anfragen“ bat Kreisrat Ullrich Frey um Unterstützung des Circus Blamage, der sich am Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises beteiligt. Unter www.deutscher-engagementpreis.de könne man das fantastische Ensemble unterstützen.

Kreisrätin Regina Frey fragte im Auftrag des Asylhelferkreises Miltenberg, ob man die Aufnahme von Flüchtlingen in Privatfamilien nicht erleichtern könnte. Landrats Jens Marco Scherf erläuterte, dass man aufgrund des Aufnahmegesetzes eine Privatunterbringung nicht erlauben dürfe. Sobald die Asylbewerber anerkannt seien, sei man aber dankbar für geeigneten Wohnraum. Der Landkreis sei handlungsfähig, sagte er und verwies darauf, dass man es schaffe, 38 Neuankömmlinge pro Woche unterzubringen und genügend dezentrale Unterkünfte zu schaffen. Zurzeit sei man dabei, die Ehrenamtlichen zu entlasten, indem man die tägliche Betreuung der Flüchtlinge in der Erstaufnahme auf eine bezahlte Basis stellt. Man werde auch darüber nachdenken müssen ein eigenes Sachgebiet Asyl zu schaffen, so der Landrat.
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