30.07.2015

Pressemitteilung Masernerkrankungen im Landkreis Miltenberg

Dem Gesundheitsamt des Landkreises Miltenberg sind in den letzten Wochen mehrere Masernerkrankungen bekannt geworden. Dabei handelt es sich bislang um fünf Jugendliche bzw. junge Erwachsene, welche allesamt nicht bzw. allenfalls nur einmal gegen Masern geimpft waren.

Bei Masern handelt es sich um eine Tröpfcheninfektion, welche durch Sprechen, Husten und Niesen von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Sie sind weltweit verbreitet und hochansteckend. Bereits ein kurzer Kontakt mit einem Erkrankten reicht aus, um sich anzustecken und zu infizieren. Die Inkubationszeit, d.h. die Zeit von der Ansteckung / Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert 7 bis maximal 21 Tage.

Masernerkrankungen laufen in der Regel in zwei Stadien ab, einem drei bis vier Tage dauernden grippeähnlichen Stadium mit leichtem Fieber, Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung und kalkspritzerartigen weißen Flecken an der Mundschleimhaut sowie einem vier bis sieben Tage dauernden schweren Krankheitsstadium mit hohem Fieber und einem charakteristischen generalisierten Hautausschlag in Form von bräunlich-rosafarbenen zusammenfließenden Hautflecken, welche im Gesicht und hinter den Ohren beginnen und sich danach über den gesamten Körper ausbreiten. Die Ansteckungsfähigkeit besteht bereits 5 Tage vor bis 4 Tage nach Auftreten des Hautausschlags. Das größte Ansteckungsrisiko besteht unmittelbar vor dem Auftreten des Hautausschlags.

Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Häufig kommt es zu Komplikationen wie Bronchitis, Mittelohr- und Lungenentzündungen. Bei etwa einem von 1.000 Erkrankten kommt es darüber hinaus zu einer lebensbedrohlichen Gehirnentzündung. Sehr selten kann Jahre später ein Gehirnzerfall auftreten, der immer tödlich verläuft. Diese Spätfolge wird medizinisch subakute sklerosierende Panenzephalitis, kurz SSPE, genannt.

Eine spezifische Behandlung der Masernerkrankung ist nicht möglich.

Einzig sicheren Schutz bieten nur eine bereits durchgemachte Masernerkrankung oder eine zweimalige Schutzimpfung gegen Masern am besten mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln. Diese dient dem Eigenschutz und gleichzeitig dem Schutz derer, die noch nicht bzw. nicht geimpft werden können.

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut in Berlin empfiehlt die Impfung bereits seit Jahren für alle Säuglinge ab dem 11. Lebensmonat sowie alle Kinder und Jugendliche. Außerdem wird sie auch allen nach 1970 geborenen Personen mit 18 Jahren und älter mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder nur einer Impfung in der Kindheit empfohlen. Das jetzige gehäufte Auftreten von Masernerkrankungen in dieser Altersgruppe im Landkreis Miltenberg zeigt und bestätigt diese Notwendigkeit.

Landrat Scherf und die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes appellieren deshalb eindringlich an alle Eltern und die vorgenannte Erwachsenengruppe, ihre Impfbücher zu kontrollieren bzw. kontrollieren zu lassen und erforderlichenfalls ihren und den Impfschutz ihrer Kinder beim Haus- bzw. Kinderarzt ergänzen und vervollständigen zu lassen.

Bei einem bereits bestehenden Krankheitsverdacht sollten unverzüglich Kontakt mit einem Arzt aufgenommen und vorsorglich bis nach dessen Urteil keine Gemeinschaftseinrichtungen besucht werden. Dies gilt auch für Angehörige aus der Wohngemeinschaft ohne entsprechenden Impfschutz.
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