02.09.2015

Pressemitteilung Malen & Leben – Otmar Alt zum 75sten

Otmar Alt gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Gegenwartskunst, mit einem großen, vielfarbigen und außergewöhnlich populären Werk, das in den Jahrzehnten seiner Entwicklung weder die Lust am Fabulieren noch an farbiger Energie verloren hat.

Landkreis Miltenberg und Stadt Obernburg würdigen diesen großen Erzähler und Gestalter Otmar Alt anlässlich seines 75. Geburtstages mit einer Ausstellung vom 18. September bis 25. November in der Kochsmühle Obernburg, die nicht als eine Art Retrospektive gedacht ist und eine Lebensleistung zu bilanzieren versucht. Sie soll sich vielmehr ganz auf die jüngeren Arbeiten konzentrieren, die im Verlauf der letzten Jahre in seinem Atelier entstanden sind und bisher in dieser Geschlossenheit nicht öffentlich zu sehen waren. Die Ausstellung wird im Anschluss noch im Schloss Wernigerode,
Museums Schloss Arolsen und im Landesmuseum der Stadt Oldenburg zu sehen sein.

Otmar Alt denkt und malt zyklisch, arbeitet große, aber auch sehr persönliche Themen in Bildserien auf, die, jedes für sich bereits erzählerisch angelegt, im Zusammenklang ein vielfarbiges Epos entstehen lassen. Diese jüngsten, mit großer malerischer Energie geschaffenen Gemäldezyklen dokumentieren, wie unverbraucht sein malerischer Atem und wie groß und beneidenswert jung seine bildnerische Phantasie geblieben ist. In einem Alter, wo andere sich längst zur Ruhe gesetzt haben und die Früchte ihrer Lebensleistung genießen, bleibt Otmar Alt geradezu unermüdlich bei seiner Arbeit, in seinem Bestreben, den Menschen – und nicht nur den Kunsteingeweihten! – etwas zu schenken, das ihr Leben bereichern, erweitern und in jedem Fall verschönern kann. In seinen neuesten Bildzyklen überrascht Otmar Alt mit Serientiteln wie „Briefgeheimnis“, „Die Woche des Künstlers“, „Postadresse Atelier“, „Atelierwoche“, oder „Die Kunst braucht Freiheit und einen Raum der Stille“. Bei seinem 12teiligen Zyklus „Hexen im Harz und vieles mehr“ scheint Otmar Alt mit diesem Thema eher an frühere Bildfindungen anzuschließen: Märchengestalten, Clowns, Zauberer, hexenhafte Geschöpfe gehörten seit jeher zu seinem Repertoire. Und doch offenbart uns der Künstler in seinem Hexenzyklus von 2014 überraschende, ganz neue und sehr persönliche Ansätze.

Der große Maler ist auch ein großer Humanist, und erst die Verbindung beider Sphären, die für ihn niemals zu trennen sind, macht aus seiner imposanten Lebensleistung ein zutiefst menschliches Bekenntnis. Den sozialen Grundsatz seiner künstlerischen Arbeit hat Otmar Alt niemals verloren, sondern seiner Kunst immer auch den Weg in den öffentlichen Raum und damit zur sozialen Kommunikation geöffnet. Dieses übergreifende Konzept einer öffentlich nicht nur erlebbaren, sondern auch wirkenden Kunst hat er vorbildlich und so wie kaum einer seiner Berufskollegen praktiziert und immer wieder den Dialog des Betrachters mit seinen Werken gesucht. „Ich will die Menschen erfreuen“, sagt Otmar Alt, „und wer das will, der muss offen auf sie zugehen und sie in ihrer gewohnten Umgebung treffen, quasi an ihrem Standort abholen.“ Dass dieses gelingt, zeigen die vielen Skulpturen und auch Wandbilder in öffentlichen Einrichtungen oder einem Stadtraum, der durch Otmar Alts Arbeiten in der Tat eine überraschende poetische Note gewinnt.

Dass es neben diesem selbstgestellten öffentlichen Auftrag immer auch den zurückgezogenen Künstler gegeben hat, der im Innern seines Ateliers an der bildnerischen Lösung ihn bedrängender Probleme arbeitet, der über Weg und Ziel der Weltgemeinschaft ebenso nachdenkt wie über das Wesen des Schönen, davon kündet der Reigen dieser Ausstellung mit ihren vielen persönlichen Themen und malerischen Facetten.

2015-09-02_Landkreis Miltenberg - Pressearchiv

Geöffnet ist die Ausstellung in der Kochsmühle Obernburg von Freitag bis Samstag von 16 bis 18 Uhr und an Sonn- und Feiertagen 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 4 Euro
Führungen sind jeder Zeit nach telefonischer Anmeldung von Montag bis Sonntag möglich. Für die „aktiven“ Führungen für Kinder steht ein ausgewähltes Führungsteam des Kunstnetzes zur Verfügung.

Am 11. Oktober um 15 Uhr wird Frau Dr. Brigitte Schad, ehemalige Leiterin der Kunsthalle Jesuitenkirche Aschaffenburg durch die Ausstellung führen. Die besondere Führung „Kunst und Wein“ wird am Freitag, dem 23. 10. stattfinden. Winzer aus Churfranken kredenzen ihre Weine zu ausgewählten Bildern im Rahmen einer Führung durch Prof. Dr. Küster. Dazu werden kleine kulinarische Köstlichkeiten gereicht. Der Künstler wird ebenfalls anwesend sein.

Nähere Infos im Kulturreferat des Landkreises Miltenberg (Tel. 09371 501-506; kultur@lra-mil.de). 

 

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