19.03.2015

Pressemitteilung Landratsamt bittet um Akzeptanz für die Amphibienschutzmaßnahmen

Die Wanderung zu den Laichgewässern hat in der Nacht zum Donnerstag verstärkt eingesetzt. Tausende von Kröten, Fröschen und Molchen sind in den nächsten Tagen im Landkreis Miltenberg unterwegs.

In diesem Jahr hat sich die Wanderung der Kröten auf Grund der großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht um ca. 10 Tage nach hinten verschoben. Auf Grund der fortgeschrittenen Zeit wandern die Kröten bereits auch ohne den die Wanderaktivität unterstützender Regen. Mit dem nächsten einsetzenden Regen wird wohl der Höhepunkt der diesjährigen Wanderaktivität im Landkreis Miltenberg beginnen.

Wie jedes Jahr, sind in den nächsten Tagen zahlreiche Helfer unterwegs, um die Tiere am Zaun abzusammeln und über die Straße in Richtung Laichgewässer zu tragen. Mit der Wanderung zu den Laichgewässern hat nun für die Amphibien eine gefährliche Zeit begonnen, aber auch für die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, die am späten Abend und am frühen Morgen die Amphibienschutzzäune betreuen. Überall wo Amphibien die Straßen queren, heißt es in jedem Fall „erhöhte Vorsicht“ und wenn nötig „Fuß vom Gas“.

Wie bereits in den vergangenen Jahren, werden an einigen Wanderschwerpunkten Straßensperrungen zum Schutz von Kröten und Fröschen durchgeführt. Hierzu werden die unten angeführten Straßen während der Hauptwanderzeit voraussichtlich zweimal in den Abend- und Nachtstunden (18.30 Uhr – max. 06.00 Uhr) für den gesamten Fahrzeugverkehr über einen Zeitraum von jeweils etwa 3 Tagen gesperrt. Dies geschieht vorwiegend während Regenperioden mit Abendtemperaturen über 7 Grad. Für die betroffenen Bereiche gibt es kurze Umleitungswege, die ausgeschildert sind.

  • Straße am Tonbergwerk zwischen Klingenberg und Schmachtenberg 
  • Kreisstraße 34: Schippach – Streit 
  • Gemeindeverbindungsstraße Mechenhard - Schippach

Diese Sperrungen bewirken eine deutliche Entlastung der ehrenamtlichen Helfer und sind für die wandernden Tiere die beste Schutzmöglichkeit.

Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens sind Straßensperrungen an den meisten Strecken nicht durchführbar. An solchen Streckenabschnitten bieten Krötenschutzzäune die Möglichkeit, den Amphibien das Überleben zu sichern. Wichtige Voraussetzung dafür ist allerdings, dass für die Instandhaltung der Zäune ausreichend ehrenamtliche Helfer zur Verfügung stehen. Der unermüdliche Einsatz der ehrenamtlichen Amphibienschützer ist besonders hervorzuheben, denn ohne ihre Arbeit wären inzwischen einige der bedeutendsten Amphibienpopulationen des Landkreises ausgelöscht. In diesem Jahr wurde nur noch ein Krötenzaun im Ohrnbachtal aufgestellt.

Verkehrsschilder mit dem Krötensymbol weisen die Autofahrer auf die bekannten Wanderwege von Kröten und Fröschen hin. Darüber hinaus tragen die ehrenamtlichen Naturschützer reflektierende Warnwesten, damit sie von den Autofahrern rechtzeitig erkannt werden.

Amphibienwanderungen mit mehreren tausenden Tieren gibt es auf folgenden Strecken:

  • Staatsstraße 2310: Bürgstadt – Freudenberg (mittlerweile existiert eine Tunnenanlage) 
  • Staatsstraße 521 : Eichenbühl – Hardheim (hier existiert auch eine funktionierende Tunnelanlage) 
  • Kreisstraße 6: Weckbach – Vielbrunn

Mit kleineren Wanderungen von Amphibien ist darüber hinaus auch auf anderen Strecken zu rechnen. Bekannt sind u.a. folgende Amphibienwanderungen:

  • B 426: Eisenbach - Mömlingen 
  • Staatsstraße 2308: Sommerau - Hobbach 
  • Staatsstraße 2309: Elsenfeld - Erlenbach 
  • Staatsstraße 2311: Amorbach - Kirchzell 
  • Staatsstraße 2315: Faulbach - Hasloch 
  • Staatsstraße 3259: Wörth – Seckmauern

  • Kreisstraße MIL 25: Elsenfeld - Hofstetten 
  • Kreisstraße MIL 30: Soden - Gailbach 
  • Erlenbach: Mainhausener Straße - Industriecenter Obernburg

Erdrötenpaar

Das Landratsamt appelliert an alle Autofahrer, sich an die vorrübergehenden Verkehrsbeschränkungen zu halten. Nach wie vor zeigen sich einige Autofahrer uneinsichtig und missachten Tempolimits und Straßensperrungen. Diese fahrlässige Verhaltensweise gefährdet in hohem Maße die anderen Verkehrsteilnehmer und insbesondere die ehrenamtlichen Helfer.

Bei neu auftretenden Konfliktfällen oder bei Fragen und Problemen zu den Amphibienwanderungen wenden sie sich bitte an das Landratsamt Miltenberg unter der Telefonnummer: 09371 501-300.

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