09.10.2015

Pressemitteilung Ausschuss sagt Ja zu Zuschuss für „12 Stunden im Räuberland“

Nach der äußerst erfolgreichen Veranstaltung „24 Stunden von Bayern“ plant der Tourismusverband Räuberland 2016 den nächsten Streich mit den „12 Stunden im Räuberland“. Für dieses touristische Glanzlicht steuert der Landkreis Miltenberg laut einem Beschluss des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus 15.000 Euro bei.

Marion Sangnier, Geschäftsführerin des Tourismusverbands, nannte das Wanderereignis im Juni 2015 einen „riesengroßen Erfolg“, der in ganz Deutschland eine hohe Resonanz in Fernsehen, Radio sowie Print- und Onlinemedien gehabt habe. Dass die Veranstaltung auch bei den 444 Wanderern sehr gut angekommen sei, hätten die Ergebnisse einer Umfrage gezeigt. Die Zufriedenheit der Teilnehmer habe bei verschiedenen abgefragten Themen bei bis zu 100 Prozent gelegen, sagte Sangnier. Die Veranstaltung habe auch einen deutlichen Anstieg der Übernachtungszahlen in der Region zur Folge gehabt, verwies sie auf ein Plus von 12,4 Prozent auf 22.128 Übernachtungen. Die Ankünfte im gleichen Zeitraum seien um 16,8 Prozent auf 11083 gestiegen.

Im Jahr 2016 plane man die Veranstaltung „12 Stunden im Räuberland“, die Start und Ziel in Eschau haben werde. Das Wanderereignis über eine Strecke von 40 Kilometern, das erneut von Aktionsflächen umrahmt werden wird, soll Sangnier zufolge den Bekanntheitsgrad der gesamten Region weiter erhöhen. Da für diese Veranstaltung ein höherer finanzieller und personeller Aufwand zu leisten sei, erbitte der Tourismusverband sowohl vom Landkreis Miltenberg als auch vom Landkreis Aschaffenburg einen Zuschuss von jeweils 15.000 Euro. Der Kreisausschuss genehmigte den Zuschuss für dieses laut Landrat Jens Marco Scherf „herausragende Wanderprojekt“ einstimmig.

Von einem erfolgreichen Start der Ausbildungsinitiative Asyl berichtete Landrat Jens Marco Scherf dem Gremium. Auf Initiative des Unternehmers Johannes Oswald sei in Koope-

ration mit zahlreichen Partnern ein Projekt angestoßen worden, das jungen Flüchtlingen eine Ausbildung ermöglichen soll. Nach eingehender Prüfung der in Frage kommenden jungen Menschen habe man statt ursprünglich geplanter fünf Teilnehmer sogar zehn junge Flüchtlinge gefunden. Acht Jugendliche hätten Ausbildungsstellen als Altenpflegehelfer und Altenpflegehelferin, Bäcker (zwei), Metzger, Maler und Lackierer, Kfz-Mechatroniker und Hochbaufacharbeiter angetreten. Zwei Jugendliche hätten eine Ausbildung zum Produktdesigner und Bankkaufmann begonnen, allerdings ohne das entwickelte Begleitkonzept. Scherf zufolge sei es notwendig, die jungen Leute und die Betriebe während der gesamten Ausbildung intensiv zu begleiten. Wegen des Fehlens staatlicher Strukturen betrete man im Landkreis Neuland, sagte der Landrat, aber man wolle versuchen, das Projekt dennoch zum Erfolg zu führen. Die Auszubildenden nähmen niemandem eine Stelle weg, versicherte Scherf. Im gleichen Atemzug versicherte er, dass man sich aber um alle Jugendlichen kümmere – egal ob Flüchtling oder nicht. Die Anstrengungen werde man voraussichtlich 2016 in einer Jugendberufsagentur forcieren. Aber auch für die erwachsenen Flüchtlinge mit Bleibeperspektive kündigte der Landrat eine Berufsintegrationsinitiative an, mit deren Start in Kürze zu rechnen sei.

Einen Einblick in die Arbeit des ZENTEC gaben am Ende der Sitzung Geschäftsführer Dr. Gerald Heimann und Regionalmanager Markus Seibel von der Initiative Bayerischer Untermain. Heimann warf einen Blick auf die Entwicklung des ZENTEC seit der Gründung im Jahr 2000. Zusammen mit der Initiative Bayerischer Untermain und der seit 2013 eingegliederten Energieagentur Bayerischer Untermain sprach er von einem „regionalen Dreiklang.“ Das Gründerzentrum sei zurzeit zu knapp 80 Prozent an Unternehmen vermietet, sagte er. Aufgrund eines nachlassenden Unternehmensgründerklimas müsse man verstärkt in den Markt gehen, sagte Heimann. Mut mache eine Umfrage unter Studenten, dass sich über die Hälfte eine Selbstständigkeit vorstellen könne, nachdem sie einige Jahre Berufserfahrung als Angestellte gesammelt haben. Heimann warf auch einen Blick zurück auf die Eröffnung eines Präsenzbüros der vom Wirtschaftsministerium geförderten Organisation BayStartUP im ZENTEC. Basis der ZENTEC-Arbeit seien die Kompetenznetze, stellte Heimann fest. Bei deren Auswahl habe man sich auf Themen der Region fokussiert: Automotive, E-Mobilität, Automation und Mechatronik. Ein Tag der Elektromobilität am 7. Oktober sei ein großer Erfolg gewesen, berichtete er. Als bekannteste Projekte benannte er Ko-Fas und Ko-Haf. Zunehmende Bedeutung bekomme auch das Thema Industrie 4.0, erklärte Heimann.

Markus Seibel umschrieb die Arbeit des Regionalmanagements mit „gemeinsames Agieren mit vielen Akteuren in Netzwerken.“ Das Regionalmanagement habe sich glücklicherweise mit der Zeit als weiches Instrument der Landesentwicklung etabliert, sagte er und nannte es einen Glücksfall, dass am Standort Großwallstadt eine enge Verknüpfung mit der Technologie vorhanden sei. Die verfolgten Projekte der Initiative hätten alle Bezüge zu den Kernaussagen der Region: hohe Lebensqualität, industrielle Prägung und Teil der Region Rhein-Main. Als Beispiele nannte er unter anderem den regionalen Apfelmarkt, die regionalen Genusstage und den regionalen Einkaufsführer. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit seien Projekte zur Familienfreundlichkeit wie die regionalen Familientage und seit

neuestem auch der regionale Familienkongress, dazu ein Wettbewerb zur Familienfreundlichkeit. Die MINT-Nachwuchsförderung verfolge man ebenfalls – beispielsweise mit dem Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“. Ausprobieren werde man zudem eine MINT-Ferienbetreuung vom 2. bis 6. November in Amorbach und Großostheim.
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