11.03.2015

Pressemitteilung Vier Grundwasserpegel für ehemalige Kreismülldeponie

Wie erwartet, hat die Regierung von Unterfranken dem Landkreis Miltenberg eine Anordnung zukommen lassen, wonach der Landkreis im Bereich der ehemaligen Kreismülldeponie Großheubach vier Grundwasserpegel errichten muss.

Wie in der Sitzung des Ausschusses für Energie, Natur und Umweltschutz bekannt wurde, seien auch weitere Auflagen wie etwa zusätzliche Kontrollen der Südböschung und des Oberflächenwasserableitungssystems gemacht worden. Laut Wolfgang Röcklein, Leiter der Abfallwirtschaft am Landratsamt, könne man aufgrund eines anderen Bohrverfahrens rund 100.000 Euro sparen. Gleichzeitig aber müsse man die Tiefbrunnen zur Beprobung mit festen Pumpen ausstatten. „Mit mobilen Pumpen wäre der Aufwand riesengroß“, begründete Röcklein die Installation fester Pumpen. Der Ausschuss genehmigte dieses Vorhaben einstimmig und beauftragte die Verwaltung mit der Ausschreibung der erforderlichen Leistungen.

Deponieentgasung: Einstimmig folgte der Ausschuss einer Empfehlung der Verwaltung, bei der Regierung von Unterfranken einen Antrag auf Beendigung der Aktiventgasung auf der Kreismülldeponie Guggenberg zu stellen und auf Passiventgasung umzustellen. Kai Strüber, Mitarbeiter der Abfallwirtschaft, erklärte, dass die Gasmengen, die aus den Hausmüllablagerungen stammen, seit Jahren deutlich zurückgehen, so dass die für die Abfackelung der Gase genutzte Hochtemperaturfackel zu groß dimensioniert sei und an die geringeren Mengen angepasst werden müsse. Das mit der Untersuchung beauftragte Ingenieurbüro sei im Zuge der Prüfungen zum Schluss gekommen, dass die in Guggenberg jetzt und künftig auftretenden Deponiegase in der Menge so gering seien, dass man eine Aktiventgasung gar nicht benötigt. Stattdessen könne man durch Nachverdichtungen betroffener Bereiche – etwa das Abwalzen der Risse – auf Passiventgasung umstellen. Das würde bedeuten, dass die aufsteigenden Gase im Boden durch Bakterien oxidiert werden.

Entwässerung am Grüngutplatz: Einstimmig folgte der Ausschuss der Empfehlung von Bernd Wacker (Büro BIG, Heilbronn) für das Entwässerungskonzept am Grüngutplatz in Erlenbach. Aus drei Varianten entschied sich das Gremium für diejenige, die einen Neubau eines Speicherbeckens mit Sedimentationsanlage zwischen dem Sammelplatz und dem Sickerwassersammler vorsieht. Das Wasser würde im freien Gefälle ablaufen, so dass keine Pumpen notwendig sind. Der Fachmann rechnet hierfür mit Kosten von rund 140.700 Euro. Zurzeit wird das anfallende Niederschlagswasser in unterirdische Tanks und anschließend mit Pumpen in einen oberirdischen Tank geleitet. Dieser wird in einen Tankwagen geleert und abgefahren. Diese Entwässerung ist aber aus betriebstechnischen und wirtschaftlichen Gründen nicht mehr tragbar.

Neue Regeln für Erfassung: Wie Wolfgang Röcklein bekannt gab, dürfen seit Februar in Depotcontainern gesammelte Elektroaltgeräte, die Lithium-Akkus beinhalten, aufgrund der Gefahrgutvorschriften nicht mehr umgeschüttet werden. Das habe zur Folge, dass Geräte mit und ohne Akkus getrennt erfasst werden müssen. Röcklein schlug vor, an den Standorten der Depotcontainer einen weiteren Container aufzustellen, in den nur Geräte mit Lithium-Akkus eingeworfen werden dürfen. „Dafür brauchen wir die Mithilfe der Bürger“, sagte der Fachmann und schlug vor, einen weiteren Container nur für Geräte ohne festen Stecker aufzustellen. Diese Container würden nur umgehoben, aber nicht umgeschüttet. Sie könnten, falls einmal eine andere Regelung kommt, als herkömmliche Depotcontainer mit Bodenklappen weitergenutzt werden. Den Vorschlag aus dem Gremium, übergangsweise alle Elektrokleingeräte in einem Container zu sammeln und diesen ohne Umschütten zur Weiterverwertung zu bringen, lehnte Röcklein als „nicht sinnvoll“ ab. Der Landkreis werde mit den Gemeinden wegen der neuen Container sprechen, kündigte Röcklein an. Er machte klar, dass die Trennung auch beim Abrufsystem und der Erfassung von Elektrokleingeräten über Problemabfallsammlungen eingeführt werden müsse. Als größtes Problem sah Röcklein die Vermittlung der Neuregelung an die Bürger.

Büros beauftragt: Wolfgang Röcklein gab bekannt, dass der Auftrag für die Prüfung der Kommunalisierung der Müllabfuhr an das Büro Teamwerk ag (Mannheim) ergangen sei. Die Prüfung des Identsystems wurde an das Institut für Abfall, Abwasser und Infrastrukturmanagement (INFA, Ahlen) vergeben.
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