06.02.2015

Pressemitteilung Gelungene Premiere für den Ehrenabend

Gelungene Premiere am Donnerstag in der Aula des Schulzentrums Elsenfeld: Beim erstmals ausgerichteten Ehrenabend des Landkreises Miltenberg haben Landrat Jens Marco Scherf und der Ehrenamtsbeauftragte der bayerischen Staatsregierung, Markus Sackmann, verdiente Bürgerinnen und Bürger für langjährige aktive Tätigkeit im Ehrenamt mit insgesamt 14 Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten und 17 Ehrenplaketten sowie den vier Ehrenpreisen des Landkreises und einem THW-Ehrenzeichen am Bande ausgezeichnet

In seinen Begrüßungsworten vor über 200 geladenen Gästen stellte der Landrat die große Bedeutung des Ehrenamts heraus, das „eine der wesentlichen Säulen ist, auf denen unser Zusammenleben wurzelt.“ Bürgerschaftliches Engagement sei eine wichtige Voraussetzung gelebter Demokratie, gesellschaftlicher und individueller Lebensqualität, sagte Scherf, zudem sei es „unverzichtbarer Bestandteil zum Wohle einer lebendigen, vielfältigen und solidarischen Gesellschaft.“ Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Kommunen, Vereine und viele weitere Akteure hätten in den letzten Jahren bereits wertvolle Arbeit geleistet, stellte Scherf fest. Dieses nicht selbstverständliche Engagement wolle man entsprechend würdigen.

„Wir in den Kommunen wissen genau, was wir an den ehrenamtlich Tätigen haben“, lobte Großheubachs Bürgermeister Günther Oettinger in seiner Funktion als Vorsitzender des Kreisverbands des bayerischen Gemeindetages. „Sie erfüllen unsere Kommunen mit Leben und Wärme und machen sie erst lebenswert“, sagte er zu den Geehrten. Dieses Engagement leisteten die Aktiven teilweise seit Jahrzehnten, häufig auf Kosten des Privatlebens. „Wir dürfen nicht zulassen, dass dieser Einsatz zurück geht“, forderte Oettinger, der auch die Partnerinnen und Partner der Geehrten in seinen Dank einschloss. „Bleiben Sie dem Ehrenamt treu“, rief er den Gästen zu.

„Ich habe dem Landrat angedroht, dass ich für die Ehrenamtskarte werbe, wenn ich komme“: Mit diesem Satz zeigte der Ehrenamtsbotschafter der bayerischen Staatsregierung, Markus Sackmann, auf was es ihm ankommt – auf eine gelebte Anerkennungskultur. Den vielfach ausgezeichneten ehemaligen Staatssekretär im Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen hatte eine schwere Krebserkrankung im Jahr 2013 zum Rückzug aus seinem Amt gezwungen. Nach Gesprächen mit Ministerpräsident Horst Seehofer trat er im September 2014 das Amt des Ehrenamtsbotschafters der Staatsregierung an mit dem Ziel, die Anerkennungskultur des Ehrenamts zu stärken. „Ich tue das komplett ehrenamtlich“, erklärte Sackmann, der seinen Einstieg ins Ehrenamt in jungen Jahren über die Wasserwacht hatte und der heute noch vielfach ehrenamtlich tätig ist. Sackmann, dem vor Jahren mehrere Hirntumore entfernt worden waren, war direkt von einer Chemotherapie nach Elsenfeld gereist, um zu zeigen, wie wichtig ihm das Ehrenamt ist.

Für Sackmann ist die Ehrenamtskarte ein Zeichen der Anerkennung ehrenamtlichen Engagements. Er plädierte eindringlich für die Einführung dieser Karte auch im Landkreis Miltenberg. Es gebe nur noch ganz wenige Landkreise im Freistaat, die die Karte nicht hätten, stellte er fest und präsentierte seine eigene Ehrenamtskarte, die in ganz Bayern nutzbar ist. Sackmann brach zudem eine Lanze für den Ehrenamtsnachweis, den es seit 2009 gibt. Dieser Nachweis dokumentiere ehrenamtliche Kompetenzen und könne auch beruflichen Nutzen haben, wenn man ihn seiner Bewerbung beilegt, so Sackmann.

Um das Ausmaß bürgerschaftlichen Engagements zu erkennen, solle sich jeder bewusst machen, wie oft er im täglichen Leben dem Ehrenamt begegnet, schlug der Ehrenamtsbotschafter vor und nannte unter anderem Schülerlotsen, Ministranten, Trainer und Chorsänger. Auch die Betreuung von Flüchtlingen werde vielfach von Ehrenamtlichen geleistet. „Helfen Sie mit, dass wir die Ehrenamtskarte in ganz Bayern bekommen“, rief er in den Saal.

Bei Landrat Jens Marco Scherf stieß das Ansinnen auf offene Ohren: „Die Landkreisverwaltung erarbeitet zurzeit ein Konzept für die Ehrenamtskarte“, sagte er und verwies auf einen gleichlautenden Beschluss des Ausschusses für Bildung und Soziales. Anschließend rief Scherf die zu Ehrenden auf die Bühne und verlas die einzelnen Leistungen, die Grundlage für die Ehrungen sind. Zusammen mit Markus Sackmann überreichte er Urkunden, Nadeln und die Preise.

Nach über zwei Stunden ging ein abwechslungsreicher Abend zu Ende, der trotz der zahlreichen Ehrungen nie langweilig war. Das lag zum einen an der Musik, die von den JEGi-Phonikern (Leitung: Doris Wehle), der Schulband und der Big-Band (Leitung: Klaus Becker) gespielt wurde. Aber auch die Darbietungen der Akteure des Kinder- und Jugendcircus Blamage, die mit Akrobatik, Jonglage und einem clownesken Auftakt begeisterten, wurden mit langem Beifall belohnt. 

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Akrobatische Leistungen zeigten die Akteure des Kinder- und Jugendcircus Blamage. 

Ein gemeinsames Abendessen aller Akteure, Geehrten und Gäste beschloss den Abend. 

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Ehrenamtliche ausgezeichnet 

Folgende Bürgerinnen und Bürger wurden beim Ehrenabend des Landkreises Miltenberg ausgezeichnet: 

Ehrenpreis des Landkreises (Anerkennung für langjährige, aktive, erfolgreiche und unentgeltliche Tätigkeit in Vereinen und sonstigen Organisationen mit kulturellen, sozialen, kirchlichen oder anderen Zielen. Voraussetzung: Ehrung mit der Ehrenplakette): Lothar Eckstein (Eichenbühl), Roland Geis (Dorfprozelten), Burkhard Giegerich (Großwallstadt), Rudolf Müller (Rüdenau). 

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Auch die höchste Auszeichnung des Landkreises Miltenberg, der Ehrenpreis, wurde in Elsenfeld verliehen.
Das Bild zeigt (von links) Günther Oettinger (Kreisvorsitzender Gemeindetag), Markus Sackmann
(Ehrenamtsbeauftragter der Staatsregierung), die Geehrten Burkhard Giegerich, Rudolf Müller, Roland Geis,
Lothar Eckstein und Landrat Jens Marco Scherf (rechts). 

Ehrenplaketten des Landkreises (mindestens 25-jährige Tätigkeit in Vereinen und Organisationen mit kulturellen, sportlichen, sozialen, kirchlichen oder anderen gemeinnützigen Zielen): Robert Max Frank und Wolfgang Hartmann (beide Mömlingen), Berthold Erhardt (Erlenbach), Manfred Hally (Rüdenau), Hubert Hergenröther (Kleinwallstadt), André Huller (Großheubach), Manfred Kling (Bürgstadt), Luise Kluger und Erich Lorenz (beide Miltenberg), Gustav Konrad (Eichenbühl-Pfohlbach), Anton Langer (Amorbach), Bernd Link (Mönchberg), Leo Markert (Großwallstadt), Hubert Ott (Neunkirchen-Richelbach), Gerhard Rüth (Eschau-Hobbach), Annemarie Seitz (Elsenfeld), Klaus Zöller (Dorfprozelten). 

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Die Ehrenplaketten des Landkreises Miltenberg überreichten Landrat Jens Marco Scherf (rechts) und
der Ehrenamtsbeauftragte der Staatsregierung, Markus Sackmann (links), an diese Bürgerinnen und Bürger. 

Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten (mindestens 15-jährige ehrenamtliche Tätigkeit): Zita Bernard (Elsenfeld), Otto Bleifus (Großheubach), Siegbert Breid und Ilona Winter (alle Erlenbach), Rudolf Brußler (Amorbach), Gerhard Busch (Neunkirchen), Sieglinde Giegerich und Elisabeth Sattler (beide Obernburg), Volker Goebel (Niedernberg), Friedrich Hofmann (Bürgstadt), Sabine Knapp (Kleinheubach), Klaus Köhlich (Klingenberg), Rosemarie Leiblein und Alfred Pfister (beide Rüdenau). 

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Mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten wurden diese Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet.
Das Bild zeigt sie mit Landrat Jens Marco Scherf (rechts) und dem Ehrenamtsbeauftragten der
Staatsregierung, Markus Sackmann (links). 

THW-Ehrenzeichen am Band (25-jährige aktive Tätigkeit): Alexander Ziesler (Niedernberg). 

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Das Ehrenzeichen am Bande für 25-jährige Dienstzeit beim THW erhielt Alexander Ziesler. Das Bild zeigt ihn
mit Markus Sackmann (Ehrenamtsbeauftragter der Staatsregierung, links) und Landrat Jens Marco Scherf (rechts). 

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