23.10.2015

Pressemitteilung Bauausschuss besichtigt Landkreis-Liegenschaften

Gleich sechs Liegenschaften des Landkreises Miltenberg hat der Bauausschuss bei seiner Besichtigungsfahrt am Mittwochmorgen unter die Lupe genommen.

Zu Beginn schauten sich die Kreisrätinnen und Kreisräte im modernisieren Lagezentrum im Untergeschoss des Landratsamts Miltenberg um. Laut Roland Dittrich (Kreisbauamt) investierte der Landkreis statt geplanter 145.000 Euro am Ende 120.000 Euro. Dittrich führte dies darauf zurück, dass einige kleinere Investitionen nicht getätigt wurden. Einen großen Teil der Kosten nahm die Überarbeitung der Elektroinstallation ein, vor allem die Datenverkabelung. Auch eine zusätzliche Notbeleuchtung wurde angebracht, der Serverraum wurde klimatisiert und die EDV-Anlage mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung ausgestattet. Bei der Möblierung wurde auf alte, aber noch gut erhaltene Stühle des Landratsamts zurückgegriffen. Ein Archivraum wurde zum Besprechungsraum umgebaut.

Im Technikkeller der Berufsschule Miltenberg informierten Kreisbaumeister Andreas Wosnik und Klimaschutzmanager Mario Breunig über die neuen Blockheizkraftwerke, die rund 50 Prozent des benötigten Stroms und knapp zwölf Prozent der notwendigen Wärme liefern. Zuvor hatten die Fachleute andere Anlagen überprüft, diese aber nicht als geeignet eingestuft. Die Blockheizkraftwerke decken die Grundlast der Schule ab und werden bedarfsgerecht durch Gas-Brennwertkessel ergänzt. Damit, so Breunig, seien lange und effiziente Laufzeiten der Blockheizkraftwerke und der Brennwertkessel gewährleistet. Die Gesamtkosten von Planung, Einbau und Installation der Mess- und Regeltechnik sowie die baulichen Anpassungen bezifferte Breunig auf rund 350.000 Euro. Breunig erwartet gegenüber der vorherigen technischen Lösung eine jährliche Einsparung des Gaseinsatzes von 184.000 Kilowattstunden (11.300 Euro). Die Stromeinsparung soll bei rund 67.000 Kilowattstunden jährlich liegen (15.500 Euro). Bis Ende 2012 hatte die Berufsschule Fernwärme von der EMB bezogen, was aber Andreas Wosnik zufolge nicht mehr wirtschaftlich gewesen sei. Anschließend habe die Schule bis Juli 2015 auf die alte Wärmeerzeugungsanlage zurück gegriffen, ehe die Anlage aufgrund der neuen Energiesparverordnung ersetzt werden musste.

Im Johannes-Butzbach-Gymnasium Miltenberg, das derzeit generalsaniert wird, informierte sich das Gremium über den Baufortschritt. Im ersten Bauabschnitt werden Rudi Bretzigheimer (Kreisbauamt) zufolge im Wesentlichen zwölf Klassenzimmer in drei Geschossen saniert. Aufgrund des fehlenden Kellers muss der Boden im Erdgeschoss aufwändig erstellt werden. Die Versorgungsleitungen sollen, wie Ralf Kolb (Architekturbüro Wolf) ausführte, soweit wie möglich unter die Rohdecke gehängt werden. Der Flur im Erdgeschoss soll durch eine große Glaswand heller werden, der Ausgang wird eine behindertengerechte Rampe erhalten. Die Türen zu den Klassenzimmern werden behindertengerecht ausgeführt. Kolb zufolge sollen die Rohbauarbeiten in rund zwei Wochen beendet sein. Laut Schulleiter Joachim Fertig sei die Sanierung gut angelaufen. Er lobte den hervorragenden Kontakt zum Landratsamt und erklärte, dass der Schulunterricht bislang kaum gestört worden sein.

Roman Kempf (Kreisbauamt) zeigte den Politikern den neuen Gärtnerbauhof in Elsenfeld, der von Erlenbach in die Nähe des Schulzentrums verlagert wurde. Kempf nannte mehrere Vorteile, die für die Verlagerung gesprochen hätten: geringe Umrüstzeiten und Heizkosten sowie eine höhere Arbeitseffektivität durch ein neues, ausreichend dimensioniertes Gebäude. So freue man sich über eine höhere Bewegungsfreiheit der größeren Fahrzeuge, die in der neuen, 381 Quadratmeter großen Halle untergebracht sind. Weitere Synergieeffekte ergäben sich durch das Zusammenlegen der beiden Lagerplätze in Erlenbach und Elsenfeld. Die Sozialräume hätten eine Fläche von 63 Quadratmeter, führte Kempf weiter aus. Die Kostenberechnung habe sich auf 442.000 Euro belaufen. Durch den Umbau der Sozialräume, die Errichtung der Zaun- und Toranlage sowie Restarbeiten werde sich das Budget um rund zehn Prozent erhöhen, so Kempf.

Auf der Baustelle am Hermann-Staudinger-Gymnasium Erlenbach, das generalsaniert und teilweise neu gebaut wird, erklärte Claudius Deboy (Kreisbauamt) den Bauverzug, der bei den Abbrucharbeiten aufgetreten sei. In der Folge hätten sich auch die Rohbauarbeiten verzögert. Allerdings habe man durch einige Umplanungen und gute Arbeit der Baufirma wieder etwas Zeit aufgeholt, ergänzte Kreisbaumeister Andreas Wosnik. Dennoch müsse man Claudius Deboy zufolge mit einer Verschiebung der Rohbaufertigstellung von rund zwei Monaten in Richtung Mitte 2016 rechnen. Er überbrachte die frohe Kunde, dass die Abbrucharbeiten bis auf wenige Kleinigkeiten nun beendet seien. Nun könne der Rohbau vorangehen, so Deboy, der mit einem Richtfest im Frühjahr 2016 rechnet. Positiv sei auch, dass der auf dem Gelände lagernde Bauschutt uneingeschränkt zum Wiedereinbau geeignet sei.

Vor der Baustelle der Main-Limes-Realschule Obernburg erklärte Roland Dittrich, dass die Rohbau- und Abbrucharbeiten gut im Zeitplan lägen, auch bei den Kosten liege man im Rahmen. Beim Abbruch des Mehrzweckraums sei man erst in vier Meter Tiefe auf die Fundamente gestoßen, was höhere Abbruchkosten verursacht habe. Auch habe man mehr Schadstoffe als geplant gefunden, so dass auch hier höhere Kosten anfielen. Im zweiten Bauabschnitt seien provisorische Büros für Schulverwaltung und Rektorat sowie Konrektorat eingerichtet worden, die Lehrküche habe bereits im April bezogen werden können. Im ersten Obergeschoss seien drei Informatikräume entstanden sowie zwei weitere Klassenzimmer. Im zweiten Obergeschoss finde man die naturwissenschaftlichen Räume, die nach den Herbstferien bezugsfertig sein würden. Im dritten Bauabschnitt werde man auf dem Gelände des ehemaligen Mehrzweckgebäudes einen Musikbereich und einen Mehrzweckraum errichten. Im bestehenden Bau entstehen neue Räume für Schulverwaltung, Rektor, Konrektoren, Hausmeister, Erste Hilfe, Lehrmittel sowie ein Stuhllager. Dazu kommen im ersten Obergeschoss das Lehrerzimmer sowie eine Bibliothek, ein Kopierraum und weitere Klassenzimmer. Im zweiten Obergeschoss sind Räume für Biologie sowie weitere Klassen- und Ausweichräume vorgesehen. Die Kosten der gesamten Generalinstandsetzung, laut FAG-Antrag 10,5 Millionen Euro, lägen bislang im Rahmen. Die Bauausschussmitglieder schauten sich noch das neue Herzstück der Schule, das Atrium an, ehe man nach Miltenberg zurück fuhr.

In der sich dort anschließenden kurzen öffentlichen Sitzung wurden zwei Auftragsvergaben aus der letzten nicht öffentlichen Sitzung bekannt gegeben: So wurden die heizungstechnischen Anlagen im Rahmen der Generalsanierung des Johannes-Butzbach-Gymnasiums für 67.449 Euro vergeben, die Putz-, Maler- und Trockenbauarbeiten für 113.477 Euro.

Nachdem die Abbrucharbeiten am Hermann-Staudinger-Gymnasium beendet sind, können die Rohbauarbeiten mit Volldampf weitergehen. Der Bauausschuss machte sich bei seiner Besichtigungsfahrt am Mittwochmorgen ein Bild vom Baufortschritt in Erlenbach.
Nachdem die Abbrucharbeiten am Hermann-Staudinger-Gymnasium beendet sind, können die Rohbauarbeiten mit Volldampf weitergehen. Der Bauausschuss machte sich bei seiner Besichtigungsfahrt am Mittwochmorgen ein Bild vom Baufortschritt in Erlenbach.

Im Technikkeller der Berufsschule Miltenberg informierte Kreisbaumeister Andreas Wosnik (links) die Kreisräte über die neuen Blockheizkraftwerke.
Im Technikkeller der Berufsschule Miltenberg informierte Kreisbaumeister Andreas Wosnik (links) die Kreisräte über die neuen Blockheizkraftwerke.

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