27.03.2015

Pressemitteilung Dialogforum als Auftakt zum Projekt „Bildungsregion“

Startschuss für den Einstieg des Landkreises Miltenberg in das Projekt „Bildungsregion“: Rund 200 Gäste wollten sich am frühen Donnerstagabend das erste Dialogforum im Elsenfelder Bürgerzentrum nicht entgehen lassen. Mit dem Projekt sollen alle mit Bildung befassten Einrichtungen und Menschen im Landkreis Bildungsangebote vernetzen und die Qualität der Bildung verbessern – genau auf die Region zugeschnitten.

In der Auftaktveranstaltung am Donnerstag wurden alle am Projekt Interessierten über Sinn und Zweck des Projekts, dessen Aufbau und das weitere Vorgehen informiert. „Bildung als entscheidender Faktor und Garant für die erfolgreiche Zukunftsgestaltung unserer Heimat ist Anliegen des Landkreises und seiner Gemeinden“, erklärte Landrat Jens Marco Scherf in seiner Begrüßung. Das bestätigte auch Dietmar Fieger, der stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbands des Bayerischen Gemeindetages. „Der Schlüssel liegt im Zusammenwirken aller beteiligten Akteure“, steht für ihn fest, denn nur im Netzwerk ließen sich die Zukunftschancen verbessern.

Für Manfred Wetzel, Abteilungsdirektor des Bereichs Sicherheit, Kommunales und Soziales an der Regierung von Unterfranken, ist vor allem die Gestaltung der Übergänge wichtig – etwa zwischen Kindergarten, Schule und Beruf. Das Qualitätssiegel „Bildungsregion in Bayern“ sei nicht eines von vielen Siegeln, sondern sei ein Gütezeichen. Die Regierung werde ihr Bestes tun, das Projekt zu unterstützen, so Wetzel. Dass mittlerweile 64 Landkreise und kreisfreie Städte auf dem Weg zu Bildungsregion seien oder das Siegel bereits hätten, berichtete Ministerialdirigent Stefan Graf vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Bildung sei nicht nur Schule, stellte er fest, auch viele weitere Akteure müssten mitwirken, jede Region stehe vor anderen Herausforderungen. Wie viele Arbeitsgruppen es gibt, wie lange das Projekt dauert – das alles seien Entscheidungen, die vor Ort getroffen werden dürften. Ausdrücklich ermunterte Graf die Akteure, sich von den Ergebnissen anderer Bildungsregionen inspirieren zu lassen. „Hier ist spicken erlaubt“, so Graf, denn auf gute Ideen wolle man keinen Patentschutz erheben.

Ministerialbeauftragter Horst Karch stellte dem Plenum die fünf Säulen vor, auf denen eine Bildungsregion basiert. Dazu zählen „Übergänge organisieren und begleiten“, „Schulische und außerschulische Bildungsangebote und Bildungsträger vernetzen – Öffnung der Schulen in der Region“, „Kein Talent darf verloren gehen – Hilfe für junge Menschen in besonderen Lebenslagen“, „Stärkung und Entwicklung der Bürgergesellschaft – Jugendarbeit und Ganztagsangebote“ sowie „Herausforderungen des demographischen Wandels annehmen“. Karch erklärte die einzelnen Themenfelder und nannte Beispiele, welch Ideen andere Bildungsregionen dazu entwickelt haben.

An Landrat Jens Marco Scherf lag es, den Stand des Bildungswesens im Landkreis Miltenberg zu bilanzieren. Er ging dabei auf die einzelnen Themenfelder ein und kam zum Schluss, dass der Landkreis Miltenberg gut aufgestellt sei. Es gebe bereits viele Initiativen und Bemühungen, steht für Scherf fest. „Wir im Landkreis verstehen das Thema Bildung als Standort- und Zukunftsfaktor“, so der Landrat. Um junge Familien, aber auch Firmen in die Region zu holen, müssten sich die Bildungseinrichtungen ein klares Profil geben und attraktive Angebote bieten. Darüber hinaus sei es notwendig, dass sich die Bildungseinrichtungen vernetzen, meinte Scherf. Der Landrat bat alle an Bildung Beteiligten, ihr Wissen, ihre Ideen und ihre Erfahrungen in den Prozess einzubringen.

Zu jedem der genannten fünf Themenfelder wird es nun Arbeitsgruppen geben, an denen sich Interessierte beteiligen können. Das Thema „Übergänge organisieren und begleiten“ wird von Schulrat Ulrich Wohlmuth geleitet, „Schulische und außerschulische Bildungsangebote und Bildungsträger vernetzen – Öffnung der Schulen in der Region“ von Markus Seibel, „Kein Talent darf verloren gehen – Hilfe für junge Menschen in besonderen Lebenslagen“ von Stefan Adams, „Stärkung und Entwicklung der Bürgergesellschaft – Jugendarbeit und Ganztagsangebote“ von Helmut Platz sowie „Herausforderungen des demographischen Wandels annehmen“ von Elisabeth Kluin. Diese Gruppen werden in Kürze ihre Arbeit aufnehmen, ehe die Ergebnisse in einem zweiten Dialogforum vorgestellt werden.

Am Ende der Auftaktveranstaltung zeigte sich Ministerialdirigent Stefan Graf sehr angetan vom Interesse am Prozess Bildungsregion. „Ich habe selten ein so lebendiges Dialogforum erlebt“, stellte er fest und freute sich bereits auf das weitere Vorgehen: „Wenn dieses Engagement auch in den Arbeitsgruppen so weiter geht, bekommen wir sicher tolle Ergebnisse. Musikalisch umrahmt wurde das Dialogforum von der Musikgruppe „Saitensprung“ der Lebenshilfe. 

Landrat Jens Marco Scherf (links) referierte beim Dialogforum zum Projekt „Bildungsregion“ über den Ist-Zustand im Landkreis und kam zum Schluss: „Der Landkreis ist nicht schlecht aufgestellt.“
Landrat Jens Marco Scherf (links) referierte beim Dialogforum zum Projekt „Bildungsregion“ über den Ist-Zustand im Landkreis und kam zum Schluss: „Der Landkreis ist nicht schlecht aufgestellt.“ 
Das sind die Leiter der fünf Arbeitsgruppen (von links): Elisabeth Kluin, Helmut Platz, Stefan Adams, Ulrich Wohlmuth und Markus Seibel.
Das sind die Leiter der fünf Arbeitsgruppen (von links): Elisabeth Kluin, Helmut Platz, Stefan Adams, Ulrich Wohlmuth und Markus Seibel.

Auf dem Podium beim ersten Dialogforum zum Projekt „Bildungsregion“ (von links): Landrat Jens Marco Scherf, Ministerialdirigent Stefan Graf, Ministerialbeauftragter Horst Karch, Abteilungsdirektor Manfred Wetzel, Dietmar Fieger (Vertreter des Gemeindetages), Bertram Odoj (Koordinator Bildungsregion an der Regierung von Unterfranken) und Susanne Seidel (Regionale Koordinatorin Bildungsregion am Landratsamt).
Auf dem Podium beim ersten Dialogforum zum Projekt „Bildungsregion“ (von links): Landrat Jens Marco Scherf, Ministerialdirigent Stefan Graf, Ministerialbeauftragter Horst Karch, Abteilungsdirektor Manfred Wetzel, Dietmar Fieger (Vertreter des Gemeindetages), Bertram Odoj (Koordinator Bildungsregion an der Regierung von Unterfranken) und Susanne Seidel (Regionale Koordinatorin Bildungsregion am Landratsamt).

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