14.09.2015

Pressemitteilung Landkreis nimmt 50 weitere Flüchtlinge auf

Der Landkreis Miltenberg hat am Wochenende erneut knapp 60 syrische Flüchtlinge in der provisorischen Erstaufnahmeeinrichtung in Miltenberg aufgenommen. Am frühen Samstagabend brachte ein Bus aus Schweinfurt mehrere große Familien mit vielen Kindern in die Miltenberger Realschulturnhalle. Damit hat der Landkreis Miltenberg das vom Freistaat Bayern verordnete Kontingent von 300 Flüchtlingen nun mit etwa 360 Menschen überschritten. Landrat Jens Marco Scherf: „Gemeinsam mit den ehrenamtlichen Kräften haben wir auf Bitten der Regierung von Unterfranken am Wochenende unseren möglichen Beitrag angesichts der tausendfachen Zuwanderung vor allem über München geleistet.“

Empfangen wurden syrischen Familien von Landrat Jens Marco Scherf, BRK-Kreisgeschäftsführer Edwin Pfeifer, Kreisbrandrat Meinrad Lebold sowie zahlreichen Mitarbeitern des Roten Kreuzes und des Landratsamts.

Mit den neuen 50 Flüchtlingen sei aber nicht automatisch eine Verlängerung der Erstaufnahmeeinrichtung in der Realschulturnhalle verbunden, stellte Scherf fest. Weiterhin arbeite man mit Hochdruck daran, eine Halle im Kleinheubacher Gewerbegebiet zu einer dauerhaften Erstaufnahmestelle umzubauen. Die Realschulturnhalle wolle man nicht länger als nötig belegen, um dem Schul- und Vereinssport wieder Raum zu geben. „Die Planungen und die ersten Umsetzungsschritte laufen, wir beobachten aber bangen Blickes die europaweite Entwicklung“, erklärt der Landrat.

Angesichts der Flüchtlingszahlen erneuerte Scherf seinen Appell an die Bevölkerung, bei der Suche nach leer stehenden Wohnungen und Häusern sowie nach Grundstücken mit einer Größe von mindestens 2000 Quadratmetern zu helfen. Angebote sollten per E-Mail an asylunterkunft@lra-mil.de gerichtet werden, so der Landrat. „Wir brauchen möglichst schnell weitere Unterbringungsmöglichkeiten“, bittet der Landrat um Hilfe, bevorzugt gehe es um Wohnraum für Gruppen von 15 bis 30 Menschen.

Vor Ort zeigte sich Jens Marco Scherf am Samstagabend beeindruckt vom Engagement der Landratsamtsmitarbeiter und der weiteren Helfer, die zum größten Teil ehrenamtlich arbeiten und ihre freie Zeit am Samstag opfern, um bei der Aufnahme von Flüchtlingen zu helfen.

Nach dem Einsatz am Wochenende ist es dem Landrat eine Herzensangelegenheit, allen Einsatzkräften vor Ort aber auch im Hintergrund für ihr überdurchschnittliches persönliches Engagement zu Danken. Am Samstag dauerte der Einsatz nach der Alarmierung um 11 Uhr bis 23 Uhr nachts. Nach einer kurzen Lagebesprechung um 11:30 Uhr wurden die Einheiten des Kreisverbandes, SEG I+K, SEG T+S, SEG-Nord, SEG-Süd und SEG-Mitte sowie weitere unterstützende Kräfte alarmiert. Notwendige Vorarbeiten des Landratsamtes (Sozial- und Ausländeramt sowie die Kräfte des Gesundheitsamtes) wurden genauso von BRK'lern unterstützt wie auch die Bereitstellung der notwendigen Decken, Bettwäsche usw. und auch die Erhöhung der Verpflegungskapazitäten.
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