13.03.2015

Pressemitteilung Durch Lebenszyklusplanung Folgekosten sparen

Lieber etwas mehr Geld in die Planung stecken und dafür auf lange Sicht Kosten sparen: So lässt sich der Vortrag von Professor Henning Balck über die lebenszyklusorientierte Planung für die Generalsanierung des Hermann-Staudinger-Gymnasiums und des Johannes-Butzbach-Gymnasiums Miltenberg zusammenfassen.

Im Ausschuss für Bau und Verkehr zeigte der Fachmann am Dienstag, dass sich mit höherem Aufwand bei der Planung höhere Folgekosten beim Unterhalt von Gebäuden vermeiden lassen. „Wir fokussieren uns bei der Planung auf Bauteile und Produkte“, erklärte Balck, der mit seinem Büro die Sanierungen in Erlenbach und Miltenberg begleitet. Dazu gehört für ihn auch, nachhaltig zu bauen – etwa durch Weiterverwendung von Bestandsbauteilen in Erlenbach und durch weitgehenden Erhalt von Bausubstanz.

Ausgehend von den Klimaschutzleitlinien des Landkreises machte Balck klar, dass beispielsweise bei der Dämmung der Außenwand etwas weniger Dämmung mehr sei. Trotz einer leichten Reduzierung der Dämmungsstärke könne man bei gleichzeitiger, ursprünglich nicht vorgesehener Dämmung der Kellerdecke deutlich attraktivere Wärmeverbrauchswerte erreichen, die nahe an Passivhausstandards herankommen. Bei maximaler Dämmung der Außenwand gemäß den Klimaschutzleitlinien benötige man eine Heizenergie von 24,2 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter, bei geringerer Dämmung mit Kellerdeckendämmung dagegen nur 21,1 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter.

Zur Lüftung sagte Balck, dass die Fensterlüftung stets ein Problem sei – sowohl bei Stoß- als auch bei Kipplüftung. Die Kohlendioxidwerte würden in beiden Fällen binnen kurzer Zeit über die Idealwerte steigen, so dass die Konzentration der Schüler leide. Er sprach sich deshalb für den Einbau von dezentraler Raumlufttechnik aus – das heißt, für jeden Raum eine separate Lüftung, die dank Kohlendioxidsensor stets die richtige Luftqualität sicherstellt. Anhand einer Tabelle zeigte Balck auf, welche strategischen Bauteile die höchsten Folgekosten verursachen – und genau hier könne der Landkreis mit gezielten Ausschreibungen für geeignete Produkte gegensteuern. Auch beim Bodenbelag lasse sich viel sparen, sagte er. Durch Auswahl eines geeigneten Bodens gebe der Landkreis möglicherweise bei der Anschaffung unter Umständen etwas mehr Geld als geplant aus, dank deutlich geringerer Pflegeanforderungen in den nächsten Jahren rentierte sich die Investition aber sehr schnell.

In der anschließenden Diskussion zeigten sich Mitglieder des Ausschusses sehr zufrieden mit dem vom Kreisbauamt und allen Planern verfolgten Ansatz. Kreisbaumeister Andreas Wosnik bezeichnete die Zusammenarbeit als „sehr zufriedenstellend.“ „Wirtschaftliches Denken geht mit den Prinzipien der Nachhaltigkeit Hand in Hand“, hob Landrat Jens Marco Scherf die Leitlinien des Landkreises beim Bauen hervor.
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