25.03.2020

Pressemitteilung Jugendamt stellt auch in der Corona-Krise Hilfe sicher

In Zeiten der Corona-Krise mit weitgehenden Ausgangsbeschränkungen, Kindergarten- und Schulschließungen halten sich Familien länger gemeinsam in der Wohnung oder im Haus auf als in normalen Zeiten. Durch diese ungewohnte Situation kann es verstärkt zu Konflikten zwischen den Familienmitgliedern kommen. Das Jugendamt ist sich dieser schwierigen Situation bewusst und stellt weiterhin Hilfen sicher.

Gerade Familien, die Hilfen zur Erziehung erhalten, brauchen weiterhin eine enge Unterstützung. Diese gewährleistet das Jugendamt, indem die ambulanten Fachkräfte telefonisch oder videogestützt Kontakt mit den Familien halten. Ferner stehen dem Jugendamt zur Sicherstellung des Kindeswohls Sonderrechte zur Verfügung – etwa hinsichtlich der Inanspruchnahme der Notbetreuung in Kindertagesstätten, Heilpädagogischer Tagesstätte und Schule bis zur sechsten Klasse. Das Jugendamt berät die betreuten Familien aktiv, um Eskalationen vorzubeugen und Inobhutnahmen zu verhindern.

Meldungen zu Kindeswohlgefährdungen werden selbstverständlich regulär gemäß den Verfahrensabläufen im Jugendamt bewertet. Eventuell notwendige Hausbesuche werden auch umgesetzt. Jede Meldung zu einer Kindeswohlgefährdung wird wie bislang üblich im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte in Bezug auf gewichtige Anhaltspunkte individuell bewertet. Unter Berücksichtigung von Checklisten zu Gefährdungseinschätzungen treffen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Diensts (ASD) eine Risikoeinschätzung und legen diese der Sachbereichs- und Jugendamtsleitung zur Zustimmung hinsichtlich des geplanten Vorgehens vor.

Wenn Bürgerinnen und Bürger den Verdacht haben, dass es in ihrer Nachbarschaft zu häuslicher Gewalt kommt, gibt es verschiedene Adressen, an die sie sich wenden können. Hilfen bieten auch mehrere andere Organisationen:

  • Das Jugendamt ist weiter regulär für Helfernetzwerke, Polizei sowie Bürgerinnen und Bürger unter Telefon 09371 501-203 erreichbar.
  • Die „Nummer gegen Kummer“ für Kinder und Jugendliche ist unter Telefon 116 111, Internet: www.nummergegenkummer.de, rund um die Uhr erreichbar.
  • Die „Nummer gegen Kummer“ (Elterntelefon) ist anonym und kostenlos unter Telefon 0800 1110550 erreichbar.
  • Das Selbsthilfe- und Beratungszentrum für Frauen (SEFRA), zuständig für den gesamten Bayerischen Untermain, ist telefonisch unter 06021 24728 erreichbar (Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 bis 17 Uhr, Mittwoch von 9 bis 13 Uhr) sowie im Internet unter https://beratung-sefraev.beranet.info (mit Link zur E-Mail-Beratung).
  • Das AWO-Frauenhaus Aschaffenburg, Zufluchtsstätte für körperlich und/oder seelisch misshandelte oder von Gewalt bedrohte Frauen und ihre Kinder) gewährleistet Aufnahmebereitschaft rund um die Uhr; Telefon: 06021 24455.
  • Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen", erreichbar unter Telefon 0800 116016, ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Weitere Informationen und ein Link zur Online-Beratung unter www.hilfetelefon.de.
  • Das Informationszentrum für Männerfragen e.V. (Internet: www.maennerfragen.de, Telefon: 069 4950446) berät Gewalt ausübende, aber auch von Gewalt betroffene Männer, Frauen und Paare.
  • Der Deutsche Kinderschutzbund e.V. (Internet: www.kinderschutzbund-ab.de, Telefon: 06021 4430800) bietet Beratung für Kinder und Jugendliche sowie Hilfestellung für Eltern zur gewaltfreien Erziehung.
  • Die Telefonseelsorge hat unter Telefon 0800 1110111 und 0800 1110222 ein offenes Ohr für alle Anliegen. Das Angebot ist kostenlos und anonym.
  • Die Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (BKE) ist im Einzel- oder Gruppenchat erreichbar, bietet ein Forum und Mailberatung unter www.bke.de. Das Angebot ist anonym, kostenfrei und datensicher. Weitere Angebote gibt es für Eltern (www.bke-elternberatung.de) und Jugendliche (www.bke-jugendberatung.de).
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