15.07.2020

Pressemitteilung Nachhaltig bauen, Verantwortung gerecht werden

Nachhaltiges Bauen ist das Ziel des Landkreises Miltenberg, vorbildlich umgesetzt bei den Generalsanierungen der Gymnasien in Erlenbach und Miltenberg. Kennzeichen der Bauarbeiten sind dabei hohe Nutzungsqualitäten bei gleichzeitiger Betrachtung der Lebenszykluskosten – sowohl bei Bestands- wie auch Neubauten. In der Sitzung des Ausschusses für Energie, Bau und Verkehr erläuterten Kreisbaumeister Andreas Wosnik und Professor Henning Balck (Heidelberg), welche Verantwortung der Landkreis als Betreiber der Gymnasien trägt und wie er diese umsetzt.

Laut Kreisbaumeister erstreckt sich diese Verantwortung auf drei Ebenen: die als Sachwalter des Eigentums (in Form der Lebenszykluskosten), die gegenüber dem Nutzer sowie die als Betreiber für Sicherheit und Gesundheit aller Nutzer. Dazu gehören beispielsweise die Sorge für optimale Luftqualität und Belichtung – beides unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Um dies zu erreichen, bedürfe es intelligenter Systeme, sagte Wosnik und nannte als Credo für die Haustechnik „so viel Technik wie notwendig, aber so wenig wie möglich“. Gerade die Haustechnik habe großen Einfluss auf die Qualität, aber auch die Kosten eines Gebäudes.

Zur Nachhaltigkeit gehöre es, das Wissen über die Gebäude zu professionalisieren, leitete er zur Digitalisierung über, die immer größere Bedeutung gewinnen. Laut Professor Balck gibt es zwar für jedes Bauprojekt nach Fertigstellung eine umfangreiche Baudokumentation. In dieser aber fehlten wichtige Daten, die für Wartungs- und Prüfpflichten, Rettungswege oder Brandschutz essenziell seien. Mühsam müssten in der Folge Objektdaten zusammengetragen werden, um etwa Prüfungen und Wartungen ordnungsgemäß erledigen zu lassen. So seien bei den beiden Gymnasiumsprojekten diejenigen Daten herausgefiltert worden, die für die Bauherren- und Betreiberverantwortung wichtig sind. Diese können in Prozessmodelle eingearbeitet werden, die den Einsatz einer softwaregestützten Gebäudeverwaltung (neudeutsch: Computer Aided Facility Management, CAFM) ermöglichen. Damit sei es laut Balck möglich, klare Prozesse für die Beseitigung von Störungen und Erledigung von Wartungen zu definieren. Mit mehreren Beispielen zeigte er, wie die Informationen passgenau beim richtigen Adressaten landen, so dass Abhilfe geschaffen werden kann.

Diese Vorgehensweise entspreche im Übrigen einer Forderung aus dem Gutachten des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands, erklärte Andreas Wosnik. Gebündelt werden sollte dieser Prozess im Gebäudemanagement des Landkreises, zitierte er aus dem Gutachten. Diese Abteilung sei für Bau, Unterhalt und Bewirtschaftung bis hin zur betriebsbereiten Bereitstellung der Liegenschaften verantwortlich, erklärte er und stellte klar, dass die neue Organisationsstruktur des Unternehmensbereichs 5 (Kreisbauamt) diesen Aufgaben bereits Rechnung trägt. Laut Empfehlung sollen Hochbauarchitekten und Anlagentechniker in einem Team arbeiten, auch sollte eine Serviceleitstelle geschaffen werden. Deren Aufgabe sei es, die Bestandsdaten aktuell zu halten und Meldungen sowie Aufträge aus dem Prozesssystem den Beteiligten passgenau zuzuordnen. Die Implementierung eines solchen Systems ist laut Wosnik zunächst ein Aufwand, der sich aber durch zunehmende Routine viel effizienter gestalten werde und weitere Optimierungspotenziale aufzeigen könne. „Wenn das nicht läuft, werden Sie in Improvisationen ersticken“, prophezeite Professor Balck. Zu weniger Personal im Kreisbauamt werde ein solches System aber nicht führen, beantwortete Andreas Wosnik eine Anfrage aus dem Gremium. Allerdings werde das Personal sich künftig mehr auf Aufgaben konzentrieren können, die bislang liegengeblieben seien.

Aus nichtöffentlicher Sitzung gab der Kreisbaumeister bekannt, dass die Tafelanlagen und die Medientechnik für das Johannes-Butzbach-Gymnasium (Generalsanierung, dritter Bauabschnitt) für 90.189 Euro vergeben wurden. Die Architektenleistungen für die Zweifachsporthalle an der Main-Limes-Realschule Obernburg gingen an das Architekturbüro Birk Heilmeyer und Frenzel.
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