15.07.2020

Pressemitteilung Mehr Güter sollen auf die Schiene

Immer mehr Firmen im Landkreis Miltenberg zeigen Interesse am Güterverkehr. Um die Möglichkeiten dafür auszuloten, brauche es aber zunächst eine Machbarkeitsstudie, so Landrat Jens Marco Scherf am Dienstag in der Sitzung des Ausschusses für Energie, Bau und Verkehr. Dies sei das Ergebnis einer von ihm initiierten und mit der Regierung von Unterfranken abgestimmten Sitzung mit Vertretern von IHK, Firmen, Gemeinden, Bahn und Regierung von Unterfranken.

Nicht nur die IHK, sondern auch die Odenwald-Allianz habe sich bislang um mehr Güterverkehr bemüht, so Scherf. Mittlerweile gebe es aber neben der OWA weitere Firmen wie Josera, Fripa, Mainsite und die Miltenberger Kieswerke, die Interesse am Güterverkehr zeigten. In der Sitzung der Arbeitsgruppe seien einige Herausforderungen aufgezeigt worden, verwies der Landrat beispielweise auf die Schieneninfrastruktur, die leistungsfähiger werden müsse – und zwar auf allen Strecken im Landkreis. Die Bemühungen einzelner Unternehmen hätten ohne eine insgesamt leistungsfähigere Infrastruktur aber kaum realistische Chancen, so Scherf. Die Odenwald-Allianz habe im Herbst 2019 bereits den Ansatz einer Machbarkeitsstudie entwickelt und auch mit dem zuständigen Ministerium in München besprochen, blickt Scherf zurück.

Aufgrund der Komplexität der Schieneninfrastruktur, der Vielzahl von Unternehmensstandorten mit Verlagerungspotenzial sowie der länderübergreifenden Perspektive in Richtung Anschluss an die Hauptstrecke Stuttgart – Würzburg über Wertheim und Lauda sei der Vorschlag von Amorbachs Bürgermeister Peter Schmitt nach einer Machbarkeitsstudie auf Landkreis-Ebene mit Unterstützung der Wirtschaft einhellig angenommen worden, informierte Scherf.

Federführung und Antragstellung könnten beim Landkreis Miltenberg liegen, die Aufgabenstellung sei aber in engster Zusammenarbeit mit allen Beteiligten zu konzipieren, bot Scherf an. Die Arbeitsgruppe wolle im September erneut tagen und den Untersuchungsauftrag so genau wie möglich formulieren. Das Konzept für eine Machbarkeitsstudie mit Kostenschätzung will der Landrat dem Ausschuss im Oktober zur Beschlussfassung und empfohlener Aufnahme in den Landkreishaushalt 2021 vorlegen.
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