16.05.2019

Pressemitteilung Richtiges Gießen im Garten

Unsere Pflanzen enthalten in der Regel zwischen 75% und 95% Wasser. Über das Wasser wird die Pflanze mit Nährstoffen, die das Wachstum erst möglich machen, versorgt. Bei Wassermangel sinkt der Druck im Zellinneren und die Pflanze fängt an zu welken. Pflanzen sind also auf Wasser angewiesen. Dieses erhalten Sie über den Regen und Wasserreserven im Boden. Bei längeren Trockenheitsphasen ohne Niederschläge können die Wasserreserven jedoch zur Neige gehen, wodurch es je nach Pflanze erforderlich wird zu gießen. Doch Wasser wird immer kostbarer. Deshalb muss im Garten sorgsam damit umgegangen werden. Durch pflanzengerechtes Gießen werden die Umwelt und der Geldbeutel geschont.

Verantwortungsbewusste Gartenfreunde nutzen gesammeltes Regenwasser, bewässern bedarfsgerecht und vermeiden unnötige Wasserverluste. Mit 1 l Wasser je 1 m² wird eine etwa 1 cm dicke Bodenschicht durchfeuchtet. Je länger die Bewässerung andauert, desto tiefer dringt das Wasser in den Boden ein. Sandige Böden können je m² und 20 cm Schichthöhe ca. 20 l und lehmige sogar bis zu 50 l Wasser speichern. Häufiges Gießen mit zu geringen Mengen bewirkt bei Pflanzen die verstärkte Bildung von Flachwurzeln. Diese können im Vergleich zu tiefergehenden Verwurzelungen bei zu hohen Bodentemperaturen leichter Schaden nehmen. Daher ist es ratsam möglichst selten, dafür aber durchdringend zu gießen.

Bei den meisten Gemüsepflanzen befindet sich die Hauptwurzelzone in einer Tiefe von 10-30 cm, sodass hier eine Gießwassergabe von mindestens 10-20 l betragen sollte. Unser Rasen benötigt bei den ersten Anzeichen von Trockenheitssymptomen, wie z.B. eine mattbläuliche Verfärbung oder das sich die Gräser nicht mehr aufrichten, eine durchdringende Bewässerung von mindestens 10-15 l / m². Bei extremen und langandauernden Trockenperioden wie im vergangenen Jahr kann die Bewässerung von Bäumen (speziell Jungbäume) mit ca. 80-100 l pro Baum alle 1-2 Wochen erforderlich sein.

Der kühle Morgen ist die beste Tageszeit für Wassergaben. Nass gewordene Pflanzenteile haben so die Möglichkeit über den Tag hinweg abzutrocknen. Gießen am Mittag ist auf Grund der enormen Verdunstungsverluste nicht ratsam. Mit dem abendlichen Gießen können Schnecken angelockt werden. Der aufgeheizte Boden fördert Verdunstungsverluste und das kalte Wasser schockt die aufgewärmten Pflanzen. Zudem sind feuchte Blätter über Nacht anfälliger für Pilzkrankheiten und Fäulniserreger.

Beim Wassersparen können Hacken und Mulchen helfen. Durch das oberflächliche Lockern von verkrusteten Böden werden Verdunstungsverluste durch aufsteigendes Kapillarwasser verhindert. Bei heißem, windigem Wetter können hierdurch beispielsweise pro m² über 6 l Wasser täglich im Boden gehalten werden. Durch eine Abdeckung unserer Böden im Garten mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub, Rindenmulch oder gehäckseltem Stroh können die Wasserverluste ebenfalls verringert werden.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Gabriel Abt unter Telefon 09371 501-582.
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