DienstleistungKlimawandel allgemein

Der Klimawandel wurde wiederholt als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit beschrieben (z.B.G20-Gipfelerklärung Antalya 2015). Der wissenschaftliche Konsens zum Klimawandel und zur Rolle, die der Mensch dabei spielt, ist überwältigend. Mehr Informationen zum wissenschaftlichen Stand zum Klimawandel und den Anstrengungen zur Bekämpfung des Klimawandels auf den unterschiedlichen Ebenen finden Sie auf dieser Seite.

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Der wissenschaftliche Stand zum Klimawandel – menschlicher Einfluss unverkennbar

Der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change; deutsch: Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen) fasst regelmäßig den wissenschaftlichen Stand zum Klimawandel in Sachstandsberichten zusammen. Laut dem letzten Report aus 2014 – bereits der fünfte Sachstandsbericht seit 1988 – ist der Einfluss des Menschen auf das Klimasystem „klar“ und die Erwärmung des Klimasystems „eindeutig“. Die Emissionen von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid (CO2) oder Methan (CH4) durch den Menschen sind so hoch wie nie zuvor. Diese Emissionen werden durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle sowie Landnutzungsänderungen wie die Rodung von Regenwäldern im Zuge von Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum verursacht. Infolgedessen sind auch die Konzentrationen dieser Treibhausgase in der Atmosphäre so hoch wie seit mehreren Hunderttausend Jahren nicht mehr. Insbesondere Kohlenstoffdioxid besitzt eine lange Verweilzeit in der Atmosphäre, weswegen der Klimawandel ein sehr langfristiges Problem ist und unsere Aktivitäten heute Auswirkungen bis lange in die Zukunft haben. 

Auswirkungen des Klimawandels bereits spürbar

Darüber hinaus sind die Auswirkungen des Klimawandels bereits heute spürbar. Insbesondere Starkregenereignisse und Hitzeextreme haben zugenommen. Der Anstieg des Meeresspiegels bedroht schon heute die Lebensgrundlage einiger Gemeinschaften in tiefliegenden Inselstaaten. Die weitere Einbringung von Treibhausgasen in die Atmosphäre führt unausweichlich zu einer zunehmenden Erwärmung und weiteren Klimaveränderungen. Der Weltklimarat warnt in diesem Falle vor „schwerwiegenden, weltverbreiteten und irreversiblen Folgen für Menschen und Ökosysteme“. Denn mit einer höheren globalen Durchschnittstemperatur steigt auch das Risiko, dass sogenannte Kipp-Punkte überschritten werden. An solchen Punkten werden Prozesse in Gang gesetzt, die kaum rückgängig zu machen sind und selbst weitere Auswirkungen haben. Beispiele sind das Abschmelzen großer Eisschilde, die Störung der ozeanischen Zirkulation oder die Freisetzung von weiteren Treibhausgasen im Permafrostboden oder aus Ozeanböden und Kontinentalhängen.

Klimaschutz ist unvermeidlich

Um dies zu verhindern oder zumindest den Klimawandel zu begrenzen, sind „erhebliche und anhaltende Minderungen der Treibhausgasemissionen“ notwendig. Dies stellt fraglos eine große Herausforderung dar. Eine Vielzahl an Simulationen und Modellen zeigt jedoch, dass es möglich ist. Viele der dafür benötigten Technologien stehen bereits zur Verfügung. Darüber hinaus birgt der Klimawandel die Chance, infolge von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Fest steht, dass Anpassung alleine an den Klimawandel nicht ausreichen wird. Des Weiteren müssen Klimaschutz und Klimawandel auf allen Ebenen geleistet werden – sowohl global und regional als auch national und lokal. Laut dem IPCC sind integrierte Maßnahmen notwendig, die nicht nur die politische Steuerung von Transformationsprozessen, Innovationen und Investitionen in klimafreundliche Technologien umfassen. Auch Verhaltens- und Lebensstilentscheidungen spielen eine wichtige Rolle.

Anstrengungen auf internationaler Ebene zur Bekämpfung des Klimawandels

2015 einigten sich 195 Länder der Welt auf ein neues internationales Klimaabkommen in Paris unter dem Schirm der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC). Das Übereinkommen von Paris löst das Kyoto-Protokoll ab, dessen zweite Verpflichtungsperiode noch bis 2020 läuft und das verbindliche Minderungsziele, allerdings nur für Industriestaaten, festschrieb. Das Pariser Klimaabkommen hat zum Ziel den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur „deutlich unter 2°C“ zu halten und Anstrengungen zu unternehmen um den Temperaturanstieg sogar auf 1,5°C zu begrenzen. Dafür soll „in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts ein Gleichgewicht zwischen den anthropogenen Emissionen von Treibhausgasen aus Quellen und dem Abbau solcher Gase durch Senken“ erreicht werden. Das heißt, dass nicht mehr Treibhausgase durch die Menschheit emittiert werden dürfen als durch Senken wiederaufgenommen werden können. Senken sind dabei natürliche Kohlenstoffspeicher wie Wälder oder die Ozeane oder künstliche Senken wie die dauerhafte technische Abscheidung von CO2 aus der Atmosphäre, welche bislang aber noch nicht auf großem Maßstab zur Verfügung steht. Das Pariser Klimaabkommen verpflichtet jedes Land einen nationalen Klimaschutzbeitrag (NDC = nationally determined contribution; deutsch: national festgelegter Beitrag) vorzulegen, definiert aber keine verbindlichen Klimaschutzziele. Durch wiederkehrende „Bestandsaufnahmen“ und die regelmäßige Aktualisierung der nationalen Klimaschutzbeiträge soll ein Mechanismus in Gang gesetzt werden, um die Ziele des Abkommens erreichen zu können. Der Klimavertrag enthält außerdem weitere Bestimmungen, unter anderem zur Klimaanpassung, zu irreversiblen Schäden und Verlusten durch den Klimawandel und zur Klimafinanzierung für Entwicklungsländer.

Auch wenn die globalen CO2-Emissionen aus den Sektoren Energie und Industrie seit 2014 relativ stabil sind, sind laut einem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) deutlich stärkere Anstrengungen nötig um die Ziele des Pariser Übereinkommens zu erreichen. Die bislang vorgelegten nationalen Klimaschutzbeiträge führen zu einer Erwärmung von mindestens 3°C bis 2100.

Klimaschutz auf Ebene der Europäischen Union

Die Europäische Union hat folgende Klima- und Energieziele bis 2030 definiert: Die Treibhausgasemissionen in Europa sollen um mindestens 40 % gegenüber 1990 gesenkt werden. Des Weiteren soll der Anteil erneuerbarer Energiequellen auf mindestens 32 % erhöht werden und die Energieeffizienz um mindestens 32,5 % gesteigert werden. Diese beiden Ziele wurden im Juni 2018 von 27% heraufgesetzt und sollen 2023 noch einmal überprüft werden. Die Ziele bauen auf dem Klima- und Energiepaket für 2020 auf, welches eine Emissionsminderung um 20 % vorsieht, einen erneuerbaren Energieanteil von 20% und eine Steigerung der Energieeffizienz um 20 %. Die Zielsätze der Europäischen Union sollen teils durch das EU-Emissionshandelssystem und teils durch die Bemühungen der einzelnen Mitgliedsstaaten erreicht werden. Dabei werden in der Regel verbindliche Ziele für die einzelnen Mitgliedsstaaten festgesetzt um eine faire Lastenteilung zu ermöglichen. Langfristig sollen die Emissionen um 80 bis 95 % bis 2050 gesenkt werden.

Die deutschen Klimaschutzziele

Auf nationaler Ebene hat sich Deutschland unter anderem mit dem Klimaschutzplan 2050 folgende Ziele gesetzt: Bis zum Jahr 2020 sollen die Emissionen um mindestens 40 % gegenüber 1990 gemindert werden, bis 2030 um mindestens 55 % und bis 2050 um 80 bis 95 %. Damit soll bis 2050 weitgehende Treibhausgasneutralität erreicht werden, im Einklang mit dem Pariser Übereinkommen. Gleichzeitig soll der Anteil erneuerbarer Energie am Energieverbrauch kontinuierlich ansteigen (18 % in 2020, 30 % in 2030 und 60 % in 2050). Allerdings droht das Klimaziel für 2020 deutlich verfehlt zu werden, da die Treibhausgasemissionen in Deutschland in den letzten Jahren nicht gesunken sind. Eine nun eingesetzte Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung (sog. „Kohlekommission“) soll daher Vorschläge machen, wie dennoch Fortschritte erreicht werden können in Bezug auf die Ziele für 2020 und 2030. Außerdem soll die Kommission ein Datum für den Kohleausstieg in Deutschland setzen und Maßnahmen definieren, wie mit den dadurch verbundenen Herausforderungen in den betroffenen Regionen umgegangen werden soll.

Klimaschutz im Landkreis Miltenberg

Auch der Landkreis Miltenberg hat sich 2011 ambitionierte Ziele im Rahmen des Integrierten Energie- und Klimakonzept für die Region Bayerischer Untermain gesetzt. So soll der CO2-Ausstoß in der Region Bayerischer Untermain bis 2030 um mindestens 40 % gegenüber 2009 gesenkt werden. Weitere >>Informationen zum Integrierten Energie- und Klimakonzept für die Regin Bayerischer Untermain<<

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