01.05.2010

Pressemitteilung Flechten sind nicht schädlich für Bäume

Sie wachsen flach und überziehen in kleineren oder auch größeren Flecken  Baumrinden, Holzzäune, Steine und Betonpflaster. Sie können leuchtend gelb, braun, orange, olivgrün oder auch grau gefärbt sein. Die Rede ist von den Flechten. Nach der Beobachtung vieler Gartenfreunde werden sie immer mehr. Vielerorts werden sie für schädlich gehalten und man stellt die Frage nach ihrer Bekämpfung.

Doch Flechten auf Bäume sind harmlos. Für sie ist der Baum nichts anderes als eine Unterlage, auf welcher sie haftet. Sie dringen nicht in die Rinde ein, zerstören sie nicht und entziehen dem Baum auch keine Säfte oder Nährstoffe.

Flechten stellen gleichsam ein Doppellebewesen dar und sind somit eine Besonderheit in der Botanik. Sie bestehen aus Pilzen und Algen oder Bakterien, wobei der Pilz den Hauptteil einer Flechte darstellt. Er bietet der Alge oder der Bakterie Schutz vor äußeren Einflüssen. Dafür erwirtschaften diese Kohlehydrate und ernähren damit das Gesamtsystem. Dieses fein austarierte Gleichgewicht zwischen den beiden Partnern ermöglicht den Flechten das Vordringen in Lebensräume, die sie als Einzellebewesen nicht besiedeln könnten, so zum Beispiel Wüsten, Hochgebirge oder eben auch Bäume bis in die äußersten Spitzen.

Flechten wachsen langsam, sind aber extrem dauerhaft. So ist es gelungen, eine Wüstenflechte nach 40 Jahren im ausgetrockneten Zustand durch Befeuchtung „wiederzubeleben“. Auf andere Umweltveränderungen reagieren sie allerdings empfindlich. Insbesondere der saure Regen der vergangenen Jahrzehnte und eine geänderte Waldbewirtschaftung haben dafür gesorgt, dass viele Flechtenarten heute vom Aussterben bedroht sind.

Trotzdem hat der Hobbygärtner Recht, wenn er glaubt, eine Zunahme der Flechten zu beobachten, nicht nur auf Bäumen. Es handelt sich hierbei um stickstoffliebende Arten, deren Anzahl in den letzten Jahren tatsächlich angestiegen ist. Warum, darüber rätselt die  die Wissenschaft noch.

Obwohl Flechten als harmlos gelten, sollen sie dennoch indirekt schädigen, weil sich unter ihrem Mantel Schädlinge ansiedeln und dort auch besser überwintern könnten. Untersuchungen haben aber ergeben, dass Flechten auch Lebensraum räuberischer, d. h. nützlicher Käfer- und Wanzenarten sind. Also am besten Flechten einfach ignorieren. Bekämpfen kann man sie ohnehin nicht.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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