01.02.2017

Pressemitteilung Helfen kalte Winter gegen Krankheiten und Schädlinge

In vielen Veröffentlichungen kann man lesen, dass ein möglichst langer, kalter Winter mit richtig tiefen Temperaturen den Befall mit Schädlingen im Folgejahr reduzieren kann. Ähnliches wird auch für die Ausbreitung von Pilzkrankheiten geschrieben. Wenn das stimmt, sieht es für 2017 gut aus. Denn ab Mitte Januar hatten wir für nahezu drei Wochen einen Winter mit Minustemperaturen, die teilweise im zweistelligen Bereich lagen.

Doch was ist dran an dieser Gärtnerweisheit?
Aus der Erfahrung weiß man, dass lang anhaltende, tiefe Minustemperaturen den Plagegeistern und Lästlingen unter den Schädlingen eher wenig ausmachen. Denn darauf können sie sich gut einstellen in ihren Überwinterungsverstecken im Boden, Rindenritzen oder im Falllaub. Und auch wenn ein Großteil der Tiere in den verschiedenen Überwinterungsstadien abgetötet wird, so reicht der verbliebene Rest doch immer wieder aus, um entsprechende Schäden zu verursachen. Das gilt zumindest für die etablierten Schädlinge.

Ein gutes Beispiel hierfür sind die Blattläuse. Sie überwintern im Eistadium an holzigen Gewächsen. Vögel auf der Nahrungssuche werden ihnen dabei gefährlicher, als tiefe Temperaturen. Sobald es im Frühjahr wärmer wird, schlüpfen aus den Eiern zunächst die so genannten flügellosen Stammmütter. Diese gebären ohne vorherige Befruchtung sofort lebende Blattläuse und zwar ausschließlich Weibchen. Diese Weibchen bringen ebenfalls ohne Befruchtung weitere Jungtiere zur Welt. Bei bis zu 15 Generationen können auf diese Weise tausende neue Blattläuse entstehen! Entscheidend über die Anzahl ist nicht, wie kalt der Winter war, sondern wie warm und trocken das Frühjahr ist. Dies ist auch der Grund, warum im Mai, scheinbar über Nacht, Pfirsiche, Kirschen oder Rosen mit Blattläusen geradezu überzogen werden.

Milde Winter mit abwechselnd kühler, ungewöhnlich warmer und teilweise recht feuchter Witterung dagegen macht den Schädlingen zu schaffen, indem es deren Entwicklung beschleunigt. Späte Fröste führen dann zu einer Schwächung, ja teilweise auch zur Reduzierung.

Einige neu eingewanderte und Wärme liebende Schädlinge wie die Walnussfruchtfliege oder der Buchsbaumzünsler werden sich dagegen sicherlich freuen, wenn ihr neues Gastland sie mit milden Wintertemperaturen empfängt.

Insgesamt gilt: Die Natur hat das Wechselspiel so eingerichtet, dass alle ein Auskommen haben, denn sie unterscheidet nicht nach Schädling oder Nützling. Gehen wir also davon aus, dass wieder von allem genug da sein wird, dass alle Schädlinge wieder pünktlich zur Stelle sein werden, wenn der Tisch gedeckt ist und es etwas zu beißen und saugen gibt. Auf den Winter können wir uns hierbei nicht verlassen.
Aber man kann vorbeugen mit der konsequenten Auswahl widerstandsfähiger und weniger anfälliger Sorten, kombiniert mit angepassten, umweltfreundlichen Abwehrstrategien wie einen Wohlfühlgarten nicht nur für sich, sondern auch für Nützlinge. Das Klappt!

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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