01.10.2011

Pressemitteilung Wie lange kann der Hobbygärtner Obst lagern?

Der ideale Zeitpunkt Obst zu ernten ist gekommen, wenn sich die Früchte leicht von der Pflanze lösen lassen. Kann das Obst jedoch nicht gleich verwertet werden, muss es gelagert werden. In diesem Falle empfiehlt es sich, etwas früher zu ernten, denn jedes Obst reift nach der Ernte noch einmal nach. Dieses Nachreifen ist ein ständiger und natürlicher Um- und Abbauprozess. Beim Apfel z.B. liegt ein Teil der von den Blättern mit Hilfe des Sonnenlichtes gebildeten Kohlenhydrate als Stärke vor. Diese wird je nach Sorte und Reifegrad innerhalb weniger Tage bis Wochen in Zucker umgewandelt. Gleichzeitig wird die Säure abgebaut. In der Folge wird das Obst im Lager süßer und säurebetonte Apfelsorten werden milder im Geschmack. Säurearme Sorten aber überschreiten dabei leider schnell den Höhepunkt besten Aromas und schmecken dann nur noch einseitig süß oder gar fade.

In der häuslichen Lagerung dauert diese Phase der Genussreife ungefähr ein bis zwei Wochen an. Das im September geerntete Obst sollte somit innerhalb von vier bis sechs Wochen nach der Ernte verzehrt werden.

Die im Oktober gepflückten Wintersorten dagegen können bis zu drei Monate gelagert werden. Voraussetzung ist ein einigermaßen kühler und nicht zu trockener Lagerraum. Dann schmecken selbst bestimmte säure- und zuckerärmere Apfelsorten wie z. B. „Boskoop“, „Topaz“ oder „Berlepsch“ trotz welker Schale und weichem Fruchtfleisch noch gut.

Äpfel, die vorzeitig schwarzbraun werden, sind von dem Fäulnispilz Monilinia fructigena befallen. Bei hoher Luftfeuchte entstehen zusätzlich helle Polster auf der Oberfläche. Diese sogenannte Schwarzfäule greift schnell auf andere Früchte über. Deshalb ist das regelmäßige Auslesen des Lagerobstes sehr wichtig, um den Verderb gering zu halten. Beschädigte Früchte müssen unbedingt vor der Einlagerung aussortiert werden.

In manchen Jahren wird das Fruchtfleisch von Äpfeln in Teilen oder gänzlich wässrig-glasig. Solches eingelagerte Obst ist geschmacklos und verdirbt schnell. Diese Glasigkeit der Äpfel wird zwar auf dem Lager bemerkt, entsteht aber schon am Baum, vor allem bei süßen und festen Sorten. Grund dafür ist, dass vor allem in einem warmen, sonnigen Herbst der Zuckerwert in den Früchten sich noch stark erhöht, worauf sich mehr Wasser in den Zellzwischenräumen ansammelt. Gefördert wird dies durch eine Überdüngung mit Stickstoff und einer zu späten Ernte. Es handelt sich also nicht um einen Schädling- oder Pilzbefall, sondern um eine Stoffwechselkrankheit.

Gegenmaßnahmen gibt es nicht viele. Als erstes ist der Verzicht auf besonders anfällige Sorten, wie „Alkmene“, „Cox Orange“, „Fuji“, „Gloster“, „Goldparmäne“ oder „Jonathan“ zu nennen. Weiterhin sollte durch Schnittmaßnahmen ein mittlerer Fruchtbehang mit ausgewogenem Blatt-Fruchtverhältnis angestrebt werden. Auch das rechtzeitige Ernten der Äpfel noch vor der Vollreife mindert den Befall.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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