01.09.2007

Pressemitteilung Beifußblättriges Traubenkraut – Unkraut und Gesundheitsproblem

Hinter einem harmlosen Namen verbirgt sich ein aggressiver Neophyt (eingeschleppte Pflanze): Das beifußblättrige Traubenkraut oder die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia). Nahezu alle Pollenallergiker reagieren auf diese Pflanze sensibel und die deutschen Krankenkassen befürchten jährliche Mehrkosten in Milliardenhöhe, die durch Arztbesuche und Medikamente entstehen könnten.

Auf dem ersten Blick sieht die Beifuß-Ambrosie dem Gemeinen Beifuß (Artemisia vulgaris) ähnlich. Doch beim genaueren Hinschauen fallen folgende Unterschiede auf:

Die doppelt fiederteiligen Blätter sind beidseitig grün.
Der behaarte Stängel ist zuerst grün und verfärbt sich im Laufe der Vegetationsperiode rötlich.
Der traubenförmige männliche Blütenstand befindet sich an der Triebspitze. Blühbeginn ist ab Mitte Juli.
Einzelpflanzen können stark verzweigen und je nach Konkurrenzsituation bis zu 1,5 m hoch werden.
Die Beifuß-Ambrosie besiedelt vorwiegend sonnige, wenig gepflegte und offene Randbereiche in Gärten und Parkanlagen sowie Straßenränder und Baustellen.

Nach der Keimung ab Mitte April wächst in Abhängigkeit von den Standortbedingungen eine 0,3 – 1,5 m hohe, stark verzweigte Pflanze. Etwa ab Mitte Juli werden die ersten Blütenstände der männlichen Blüte sichtbar, die sich an den Enden der Triebe in traubenartiger Anordnung befinden; daher auch der Name Traubenkraut. Die Hauptblütezeit liegt relativ spät in den Monaten August und September.

Aus den weiblichen Blüten in den Achseln der oberen Blätter können pro Pflanze durchschnittlich etwa 3.000 Samen gebildet werden. Diese weisen mehrere Dornen auf, sind etwa 4 – 5 mm groß und werden über kurze Strecken mit dem Wind verbreitet. Sobald die Ambrosia-Samen zu Boden fallen, ist ein Standort verseucht. Die Samen bleiben im Boden bis zu 40 Jahre keimfähig!

Der bedeutendste Ausbreitungsweg stellt verunreinigtes Vogelfutter dar. In den südosteuropäischen Ländern, wo Vogelfutter produziert wird, sind viele Ackerflächen teilweise stark mit Ambrosia verseucht.

Das allergene Potential der Ambrosia-Pollen ist um ein Vielfaches höher als bei Gräserpollen. Durch die späte Blüte im August und September verlängert sich die sonst übliche Pollensaison um zwei Monate. Für Allergiker verursacht ein vermehrtes Auftreten von Ambrosia daher große Probleme.

Aufgrund der Gesundheitsgefahr und im Rahmen der Allergieprävention müssen bestehende Ambrosia-Bestände entfernt und eine weitere Ausbreitung verhindert werden. Besonders in der Nähe von Vogelfutterplätzen ist auf Ambrosia-Pflanzen zu achten. Jede gefundene Pflanze muss mitsamt der Wurzel ausgerissen, nicht abgerissen, werden. Der ideale Termin hierfür ist vor Blühbeginn bis spätestens Mitte Juli. Für diese Tätigkeit sollten Handschuhe getragen werden und bei bereits blühenden Pflanzen zusätzliche eine dicht sitzende Staubmaske. Durch das Tragen von Handschuhen werden mögliche Hautreizungen vermieden. Die ausgerissenen Pflanzen sollten in einen Plastikbeutel gepackt und über die Restmülltonne entsorgt werden. Gelangen die Pflanzen auf den Komposthaufen oder in die Biotonne können die Samen noch ausreifen. Für größere Bestände, bei denen ein Ausreißen nicht möglich ist, empfiehlt es sich, kurz nach Blühbeginn etwa Mitte Juli bis Anfang August den Bestand zu mähen. Einige Wochen nach der Bekämpfung sollte eine Nachkontrolle auf Wideraustrieb bzw. Neuauflauf von Jungpflanzen erfolgen.

Über das Ausmaß der Verbreitung der Beifuß-Ambrosie ist in Bayern bisher nur wenig bekannt. Um hier weitere Informationen zu erhalten und um die Ausbreitung der Pflanze zu erforschen, sollten größere Bestände ab 100 Exemplaren gemeldet werden, da von diesen eine stärkere Ausbreitungsgefahr ausgeht.

Die Meldung wird erbeten an den Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371/501 582.

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